Jules Verne Trophy
Ein Neustart zum Kap Hoorn!

"Idec Sport" hat "Spindrift 2" eingeholt, beide Boote gehen östlich von Neuseeland auf den Weg zum letzten Kap. Der wird schwierig

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 14.12.2015

Spindrift/Y. Riou Harte Arbeit: Segelwechsel auf "Spindrift 2"

Mehr Spannung geht nicht: Nach rund 15.000 Seemeilen passierten sich die beiden Boote gestern im Abstand von etwas mehr als drei Seemeilen, liegen heute ungefähr 25 Meilen auseinander. Die furiose Aufholjagd gelang Francis Joyon und seiner nur fünfköpfigen Crew dank einer perfekten Wettertaktik und einem Tief, das ihnen besseren Wind bescherte als "Spindrift 2" an der Spitze. Doch nun sind beide Boote wieder im selben Wettersystem und positionieren sich für den langen Sprint zum letzten Kap der Rekordfahrt: Kap Hoorn.

Boris Herrmann von Bord.

Der Weg durch den Pazifik wird dabei nicht leicht: Zunächst blockierte ein gewaltiges Hoch südlich von Australien und Neuseeland den Kurs, und jetzt wird der Weg von Tief zu Tief nicht mehr so leicht wie erhofft. Zurzeit ziehen die in der Umgebung der beiden Trimarane recht langsam, zu langsam für die Boote, die mit Speeds jenseits der 30 Knoten fahren können. Auf dem Weg zum Kap Hoorn liegt erneut ein großes Hoch sehr weit im Süden im Weg, das nicht leicht zu umfahren sein wird.

Am Sonntag gab es im Fernsehen auf dem Sender N3 eine kurze Reportage samt Interview mit Boris Herrmann zu seinem Rekordversuch. Zum Video geht es hier.

Von Bord der "Spindrift 2" schickte Dona Bertarelli einen Logbuch-Eintrag zum Leben an Bord: "Fragt mich nicht, welche Zeit wir haben. Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht einmal genau, ob Morgen, Nachmittag oder Abend ist. An Bord nutzen wir UTC-Zeit, aber das macht es nicht einfacher. Ein Beispiel: Zurzeit geht um 6.30 Uhr am Nachmittag die Sonne auf. Aber es ist noch viel schlimmer: Mittagessen gibt es um vier Uhr morgens, Abendessen zum Mittag! Das vermittelt einen guten Eindruck vom Zeit-Chaos, das hier herrscht. Aber es ist noch schlimmer: Alle diese Zeiten ändern sich durch unsere Fahrt gen Osten jeden Tag um eineinhalb Stunden. Deshalb esse ich einfach, wenn man mir sagt, dass ich essen soll. Aber als ich diesen Morgen aufwachte, gab es Paella zum Frühstück! Nicht gerade das, was ich mag. Die nächsten zwei Tage wird das Ganze dann nochmal komplizierter, wenn wir die Datumsgrenze überschreiten und denselben Tag zweimal erleben..."

Man merkt, dass beide Teams unter Stress stehen: Die News von Bord werden kürzer und die Abstände dazwischen größer. Kein Wunder nach fast zehn Tagen in Sturm, Kälte und Geschwindigkeiten von fast immer 25 bis 35 Knoten …


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Themen: Idec SportJules Verne TrophyNeuseelandSpindrift 2

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