Rolex Sydney Hobart Race
Ein Boot an der Kette, 85 weitere in den Startblöcken

Kurz vor Beginn des 74. Rolex Sydney Hobart Race sorgt eine fehlende Versicherung für Ärger. Der Start des Klassikers ist live zu sehen

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 25.12.2018
Szene aus dem Rolex Sydney Hobart Race Szene aus dem Rolex Sydney Hobart Race Szene aus dem Rolex Sydney Hobart Race

ROLEX / Carlo Borlenghi Szene aus dem Rolex Sydney Hobart Race

Sie hatten Großes vor, müssen nun aber an Land bleiben und der 74. Auflage des Rolex Sydney Hobart Race zuschauen: Eine 22-köpfige Crew aus Polen kann nicht wie geplant am 628-Seemeilen-Klassiker von Sydney nach Hobart teilnehmen, weil der Vercharterer das Boot nicht wie angegeben versichert hat. Deshalb hatten die Veranstalter die Teilnahme der 21 Meter langen Yacht mit dem Namen "Kosatka Monster Project" bereits am 21. Dezember untersagt.

Die Mannschaft vom Yacht Club Sopot ist "zutiefst enttäuscht", hat die gecharterte VO70-Yacht zweiter Generation nach einem Bericht der australischen Tageszeitung "Canberra Times" vorerst an die Kette legen lassen, um ihrer Schadenersatzforderung in Höhe von knapp 200.000 Euro Nachdruck zu verleihen und im andauernden Streitfall möglicherweise Zugriff auf das Boot zu haben. Nach dem Tageszeitungsbericht hatte ein Repräsentant des Vercharterers EcoNautics Racing Intl mit Sitz auf den British Virgin Islands den polnischen Charterern eine Versicherungs-Police vorgelegt. Der dabei angegebene Versicherer Pantaenius habe jedoch auf Nachfrage erklärt, dass eine solche Police gar nicht existiere. Repräsentanten des Yacht Club Sopot haben daraufhin bei einer Polizeistation im Osten von Sydney Anzeige wegen Betrugs erstattet.

Noch am 16. Dezember hatte sich die Vorfreude des Teams auf der eigenen Facebook-Seite so gelesen: "Wir sind fast da. Nach vielen Jahren des Träumens und der Unterstützung unserer Familien, Mentoren und Freunde ist der Traum jetzt zum Greifen nah. Besondere Grüße gehen an den Yacht Club Sopot, der das in gemeinsamen Anstrengungen möglich gemacht hat. Vielen Dank, dass ihr uns bei Facebook folgt. Wir freuen uns sehr darüber." Der große Traum war eine gute Woche später kurz vor Rennstart endgültig geplatzt; das Boot stand am Starttag nicht auf der Teilnehmerliste.

Während dieser Fall in Sydney hohe Wellen schlägt, war die Flotte am frühen Morgen des Zweiten Weihnachtstages bereits auf dem Weg ins Startrevier, darunter mit Freddie Böhnerts "Lunatix" auch das einzige Boot unter deutscher Flagge. Weil Sydney der deutschen Zeit um zehn Stunden voraus ist, laufen dort bereits die letzten Vorbereitungen für den Auftakt. Der Start wird ab 12.30 Uhr australischer Zeit nicht nur live in Australien und weiteren Ländern im Fernsehen übertragen, sondern ist hier auch weltweit via Internet zu verfolgen. Segelfans in Deutschland müssen dafür allerdings früh aufstehen: Hier ist die Live-Übertragung in der Nacht von Ersten auf den Zweiten Weihnachtstag um 3 Uhr morgens zu sehen. Wer lieber durchschläft, kann den Start aber auch später in der Wiederholung noch einmal sehen. Kommentator Peter Shipway steht kein Geringerer als der verletzte America's-Cup-Star Jimmy Spithill als Co-Kommentator zur Seite. Paul Billingham, Commodore des veranstaltenden Cruising Yacht Club of Australia sagte: "Die diesjährige Auflage des Rolex Sydney Hobart Race wird eine der engsten und spannendsten der Geschichte und die Fans werden das Geschehen im Fernsehen und im Internet so intensiv wie nie zuvor verfolgen können."

Was die Weltumseglern vor dem Start ins 74. Rolex Sydney Hobart Race sagte

Wild Oats X Volvo-Ocean-Race-Siegerin und Weltseglerin des Jahres: Carolijn Brouwer am Steuer der "Wild Oats X" mit Skipperin Stacey Jackson. Das Frauen-Team war hier schon auf dem Weg ins Startrevier


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