Seite 4: Class-40-Skipper und Sieger Mathias Müller von Blumencron über den Charme der Regatta
Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 4

Irgendwie hatte das Wetter was gutzumachen – und so folgte auf die Sturm-und-Bruch-Wettfahrt im Vorjahr an diesem Wochenende ein Silverrudder zum Genießen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.09.2019
Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See

Seascape/First/A. Sutej Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See

"Das Faszinierende ist ja, dass du alles allein machen musst, und zwar in einem extrem engen Gewässer mit zuweilen Dutzenden von Schiffen in Sichtweite. Wenn nach Sonnenuntergang die Positionslichter angehen, denkst du, dass ein gigantischer Drohnenschwarm auf dich losgelassen wurde, und du hast alle Hände voll damit zu tun, dem Angriff auszuweichen. Ich habe es nicht mal geschafft, mir abends eine Tütensuppe zuzubereiten, weil ich ständig auf die anderen Schiffe aufpassen musste und weil in der kurzen Welle und bei dem böigen Wind das Steuern von Hand doch deutlich schneller war. Zu wenig zu essen allerdings ist immer ein Fehler; dir fehlt die Energie, und du wirst unkonzentriert. So habe ich am frühen Morgen eine Spinnakerschot innenwants geschoren – und habe das erst nach der Halse gemerkt. Ist mir noch nie passiert. Aber Silverrudder ist nicht nur das Rennen. Es sind auch die Momente mit sich allein an Bord. Das sind nicht selten Stunden der Wahrheit. Schaffst du jeden Segelwechsel, der jetzt geboten wäre? Oder vielleicht noch wichtiger: Gehst du dir selbst auf die Nerven? Diesmal war alles gut ... Und dann gibt es die schönen Stimmungen: die flache Wolkenstruktur mit ihrem windgeladenen Muster auf dem Weg nach Norden. Die Stille der Nacht im Kleinen Belt, wo man zuweilen den Tieren im Wald bei ihren Streifzügen zuhören kann. Und das Segeln der aufgehenden Sonne entgegen im Wissen, dass das Ziel nicht mehr fern ist. Silverrudder ist eine riesige Selbsterfahrungsgruppe – kurz und intensiv. Und an Land muss dann alles raus – Bootsschnack ohne Ende."
  • 1
    Silverrudder 2019
    Ein bisschen hart, ein bisschen zart: Silverrudder nach Maß
  • 2
    Wie Segelbundesliga-Meister Tobi Schadewaldt sein erstes Solo-Rennen erlebte
    Silverruder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 2
  • 3
    Melwin Fink: Mit 17 ganz cool rund Fünen – und dann gleich eine Kollision in der Nacht
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 3
  • 4
    Class-40-Skipper und Sieger Mathias Müller von Blumencron über den Charme der Regatta
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 4
  • 5
    Stefan Knabes "Husarenstück" unter der Großen-Belt-Brücke
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 5

Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der YACHT-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: EinhandRegattaRund FünenSilverrudder 2019Solo

Anzeige