Seite 3: Melwin Fink: Mit 17 ganz cool rund Fünen – und dann gleich eine Kollision in der Nacht
Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 3

Irgendwie hatte das Wetter was gutzumachen – und so folgte auf die Sturm-und-Bruch-Wettfahrt im Vorjahr an diesem Wochenende ein Silverrudder zum Genießen

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.09.2019
Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See

Seascape/First/A. Sutej Harte Kreuz: Ab Fynshoved im Nordosten Fünens kam der schwerste Teil des Silverrudder – 30 Meilen hoch am Wind gegen eine rumpelige See

Noch ein anderer deutscher Teilnehmer erlebte seine Einhand-Premiere rund Fünen: Melwin Fink aus Bad Salzuflen. Mit 17 Jahren war er zugleich der Jüngste im Feld. Er segelte einen der immer zahlreicher vertretenen Mini 6.50 und hangelte sich nach einem konservativen Start auf den sehr respektablen 10. Platz vor. In zwei Jahren will Fink beim Mini-Transat über den Atlantik.

Dass er Potenzial hat, deutete er bereits auf der Überführung an. Donnerstagfrüh, nur einen Tag vor dem Start, brach er um 2 Uhr in Heiligenhafen auf, um bis Marstal gut 30 Meilen gegen 5 bis 6 Beaufort anzubolzen. Svendborg erreichte er am Nachmittag, gerade rechtzeitig zum Sicherheitscheck und zum Skipper's Briefing. "Das war 'ne ganz gute Vorbereitung auf die Kreuz im Norden Fünens", sagte er hinterher trocken.

Auf der krachte ihm mitten in der Nacht ein anderer Teilnehmer in die Backbordseite – ein kurzer Schreckmoment, der auch das Ende des Rennens hätte bedeuten können. Doch die Struktur seiner "Maximum Sailing" bekam dabei keinen erkennbaren Schaden ab, sodass sich der abgeklärte Youngster entschied, weiterzusegeln. Mit ihm wird in den kommenden zwei Jahren zu rechnen sein – wie auch mit Lennart Burke.

Der führte das gesamte Feld bei Fyns Hoved an, weil er auf dem Halbwindgang ab der Großen-Belt-Brücke die größte Stärke seines Plattbug-Minis vom Typ Vector 6.50 ausspielen konnte. Auch auf der anschließenden Starkwind-Kreuz segelte er sauber und wurde am Ende Dritter seiner Klasse – gefolgt von Fabian Buhse und Hasso Hoffmeister, beide auch auf Mini 6.50 unterwegs.

Insgesamt gingen vier Klassen an deutsche Skipper sowie die Mehrzahl der Podiums-Platzierungen. Gleich viele Siege errangen die Dänen, darunter der einzige neue Rekord und First Ship Home für Jan Andersen auf seinem selbst gebauten Carbon-Trimaran "Black Marlin".

Bei den großen Kielbooten bis 40 Fuß kamen vier der fünf topplatzierten Boote aus Deutschland. Die Klasse sah den erwarteten Zweikampf zwischen Mathias von Blumencrons Class 40 "Red" und Wolfram Heibecks Open 40 "Black Maggy". Der Bootsbauer von der Nordsee, der seinen ursprünglich 35 Fuß langen Carbon-Racer im Mahagoni-Look eigens fürs Silverrudder auf 40 Fuß verlängert hat, führte rund zwei Drittel des Rennens. Doch nach Middelfart zog "Red" vorbei.

Deren Skipper beschrieb die Regatta gegenüber YACHT online am Sonntag so:

  • 1
    Silverrudder 2019
    Ein bisschen hart, ein bisschen zart: Silverrudder nach Maß
  • 2
    Wie Segelbundesliga-Meister Tobi Schadewaldt sein erstes Solo-Rennen erlebte
    Silverruder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 2
  • 3
    Melwin Fink: Mit 17 ganz cool rund Fünen – und dann gleich eine Kollision in der Nacht
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 3
  • 4
    Class-40-Skipper und Sieger Mathias Müller von Blumencron über den Charme der Regatta
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 4
  • 5
    Stefan Knabes "Husarenstück" unter der Großen-Belt-Brücke
    Silverrudder: Ein bisschen hart, ein bisschen zart – Teil 5

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