Segeln olympisch
DSV vs. STG: Versöhnung zu Weihnachten

Es hat lange hinter den Kulissen rumort zwischen dem DSV und den Vermarktern des Sailing Team Germany. Jetzt ist die Einigung da

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 22.12.2014

STG/N. Krauss Sailing Team Germany

Es gab nicht mehr viele, die angesichts der teilweise verhärteten Fronten eine schnelle Einigung noch für möglich hielten. Seit mehr als einem Jahr haben der Deutsche Segler-Verband (DSV) und das Sailing Team Germany (STG) hinter den Kulissen um Rechte, Recht und richtige Wege in die Zukunft des deutschen Segelleistungssports gerungen. Dabei ging es oftmals weniger um inhaltliche, sondern vielmehr um persönliche Differenzen zwischen den Streitparteien, deren Zielsetzung stets ähnlich war. Doch nun ist sie doch da, die Einigung, auf die der deutsche Segelsport so lange warten musste. Zwei Tage vor Heiligabend dürften die Beteiligten damit nicht nur ihren Olympiaseglern, sondern auch sich selbst ein schönes Weihnachtsgeschenk gemacht haben.

Kern der Vereinbarung, die am vergangenen Wochenende nach positiven Vorgesprächen in einer Marathonsitzung von Freitagabend bis Samstagmorgen um 7.15 Uhr von den sechs Beteiligten errungen wurde, ist und bleibt die nun langfristig vereinbarte Zusammenarbeit. Der Zwist zwischen einzelnen Personen ist endlich der Erkenntnis gewichen, dass der Erfolg nur im Schulterschluss erreicht werden kann. Die Bündelung der Spitzensportförderung unter dem Dach des DSV und die Etablierung eines Sailing Team Germany Steering Committees bilden wichtige Säulen der Vereinbarung. Das Ressort Sport wird vom DSV verantwortet. Alle Trainer sind damit dem neuen DSV-Cheftrainer David Howlett unterstellt. Die Bereiche Marketing, Technologie und Services werden weiterhin operativ von der Sailing Team Germany GmbH geführt.

DSV DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner und DSV-Cheftrainer David Howlett

Zukünftig wird ein STG Steering Committee, das jeweils ein Vertreter des DSV, des Vermarkters Konzeptwerft GmbH und des Sailing Team Germany e.V. (Vereinigung der Mitgliedsvereine) bilden, sich zu Themen wie Strategien, Budgetverteilung, Marketing- und Medialisierungsaufgaben sowie Technologie-Entwicklungen beraten und auch über die Mittelverwendung entscheiden. Der Heinz Nixdorf Verein zur Förderung des Segelsports e.V. ist eingeladen, einen Vertreter zur Koordination der Vergabe seiner zweckgebundenen Fördermittel in das Gremium zu entsenden.

DSV-Präsident Andreas Lochbrunner sagte: "Die Weichen sind gestellt, damit sich unsere Seglerinnen und Segler bestens auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro vorbereiten können. Wir haben mit David Howlett einen der besten Trainer der Welt als neuen Head Coach verpflichtet, eine klare Struktur in der Spitzensportförderung geschaffen und mit der Konzeptwerft einen starken und segelaffinen Vermarkter langfristig an unserer Seite."

STG STG-GmbH- und Konzeptwerft-Geschäftsführer Oliver Schwall

Auch Oliver Schwall, Geschäftsführer der Sailing Team Germany GmbH und der Konzeptwerft GmbH, kann der erzielten Einigung nur Positives abgewinnen: "Wir haben in den letzten Jahren eine Menge erreicht, und wir sind sehr froh, nunmehr gemeinsam mit dem DSV eine stabile Basis für eine langfristige Zusammenarbeit gelegt zu haben. Wir danken dem Deutschen Segler-Verband für das Vertrauen und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Unser gemeinsames Ziel ist es, sowohl das Sailing Team Germany als auch die Segel-Bundesliga zu einem Erfolg zu machen."

Die Erleichterung über den Durchbruch war allen Beteiligten anzumerken – lange nicht mehr haben sie so frohgemut in die Zukunft geblickt. Die Konzeptwerft hat alle Markenrechte am Sailing Team Germany sowie an der Segel-Bundesliga, die sie für den DSV gesichert hatte, an diesen übertragen, geht aber deswegen für ihre jahrelangen Bemühungen, Erfolge und aktuellen Einsätze keinesfalls leer aus. Denn gleichzeitig überträgt der DSV die Nutzungsrechte an der Segel-Bundesliga langfristig an den Deutsche Segel-Liga e.V., deren Vermarktungspartner die Konzeptwerft GmbH ist. Mit dieser Ordnung hat das einst komplizierte Geflecht eine klare Struktur bekommen, in deren Rahmen die Zuständigkeiten nun sinnvoll festgelegt wurden.

Die Umsetzung der Vereinbarung in allen Details wird voraussichtlich noch einige Monate dauern. Doch auch sie soll laut allen Beteiligten partnerschaftlich und freundschaftlich erfolgen – eine frohe Kunde zum Fest. Endlich, so beschrieb es ein Beteiligter, sei der längst überfällige weiße Rauch aufgestiegen.

Kieler Woche / okpress Die Sportler wie hier die Lasersegler Tobias Schadewaldt und Philipp Buhl haben längst vorgemacht, wie Einigung auch in Konkurrenzsituationen funktionieren kann


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Themen: Andreas LochbrunnerDeutscher Segler-VerbandDSVKonzeptwerftOliver SchwallSailing Team GermanySTG

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