Regatta-News
DSV-Präsident macht Druck auf den Kader

Generationswechsel im DSV-Kader: Mit Kreativität und neuen Kombinationen auf Kurs Athen

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 27.02.2002

H.-G. Kiesel DSV-Präsident Dierk Thomsen

20 A-Kader-Seglerinnen und Segler, neun B-Kadermitglieder und 18 C-Kadermitglieder, in diese jungen Frauen und Männer setzt der Deutsche Segler-Verband (DSV) in der Saison 2002 sein Vertrauen.

Die DSV-Kaderflotte geht mit neuen Mannschaften und viel Kreativität in die kommende Segelsaison. „Es hat sich ein Generationswechsel vollzogen“, so DSV-Präsident Dierk Thomsen (Kiel), „wir haben prominente Segler als olympisch aktive Segler verloren, mit Roland Gäbler aber einen als Bundestrainer zurückgewonnen. Dafür drängt die Jugend nach vorne. Und von der erwarte ich, dass sie im Jahr 2002 ungeheuer Gas gibt, nachdem einige Mannschaften im nacholympischen Jahr traditionell nur mit halber Kraft unterwegs waren.“
Starke Worte des Präsidenten, der selbst schon als Teamchef bei den Olympischen Spielen von Barcelona 1992 im Einsatz war: „Damals sind wir mit fünf amtierenden Weltmeistern angetreten und haben keine Medaille gewonnen.“ Eine bittere Erfahrung, aus der Thomsen, der weiß, was in der Vorbereitung und während olympischer Regatten selbst auf die Starter zukommt, für die Zukunft Konsequenzen ziehen will. Deshalb plädiert er schon jetzt auch für ungewöhnliche Maßnahmen auf dem Weg nach Athen. So war Thomsen etwa von der Leistung vieler junger und bislang wenig berühmter Olympioniken bei den eben zu Ende gegangenen Winterspielen in Salt Lake City tief beeindruckt. Mit Folgen, wie er ankündigt: „Spitzenleistungen bei Olympischen Spielen basieren zu einem großen Teil auf gelungener Motivation im richtigen Moment. Warum sollten wir nicht versuchen, Kontakt zu den Erfolgstrainern der Wintersportler aufzunehmen und von ihren Erfahrungswerten zu profitieren?“ Auch DSV-Sportdirektor Hans Sendes (Hamburg) sieht der kommenden Saison hoffnungsfroh entgegen: „Mag sein, dass wir in diesem Jahr noch einige durchwachsene Leistungen erleben werden, doch die Talente sind da. Ich erinnere nur an den Jugend-WM-Titel von Wiebke Schröder Schröder im vergangenen Jahr.“
Hoffnungsvoll sieht auch der neue Tornado- und 49er-Bundestrainer Roland Gäbler, der bei den Spielen in Sydney mit Bronze die lang ersehnte und verdiente Medaille gewann, in die Zukunft: „Ich habe noch nie so viele Talente im Tornado und im 49er gesehen wie jetzt. Der Job macht mir ungeheuren Spaß. Ich bin seit 1. Dezember im Amt und habe den halben Januar nonstopp gearbeitet, um den Jahresplan und einen systematischen Trainingsplan auszuarbeiten, den später jedes Team auch individuell umsetzen kann. Das ist eine Stärke von mir. Ich gehe mit viel Ehrgeiz an meine Aufgabe und sehe schon jetzt erste Fortschritte.“ Der zweimalige Tornado-Weltmeister, der jetzt die Seiten gewechselt hat und für den DSV nicht nur die Spitzenmannschaften, sondern auch den Nachwuchs intensiv betreut, verspricht: „Im Kampf um die Tickets zu den Olympischen Spielen in Athen werden wir eine äußerst spannende Olympia-Ausscheidung in diesen beiden attraktiven und rasanten Klassen Tornado und 49er erleben.“


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Themen: Dierk ThomsenDSVKader

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