Sailing World Cup
DSV-Flotte auf Schlingerkurs vor Miami

Der Saisonauftakt verläuft für viele DSV-Starter noch nicht nach Plan. Buhl und Gerz/Szymanski aber übertreffen die selbst gesteckten Ziele

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 29.01.2015

Team Buhl Voller Leistungslust: Philipp Buhl beim Isaf-Sailing-Worldcup vor Miami

Team Buhl Das Laser-Segel von Hoffnungsträger Philipp Buhl

Philipp Buhl ist auch zum Saisonauftakt Deutschlands segelnder Hoffnungsträger Nummer eins. Der 24-jährige Sportsoldat aus Sonthofen rückte am Mittwoch beim Isaf-Segel-Weltcup vor Miami auf Platz vier vor, obwohl auch er sich mit einem 34. Rang einen heftigen Ausrutscher geleistet hatte. Mit Rang zwei im Rennen zuvor jedoch hatte Deutschlands zweimaliger Segler des Jahres einmal mehr unter Beweis gestellt, dass mit ihm auch im vorolympischen Jahr zu rechnen ist.

Team Buhl Mit dem Sonthofener Philipp Buhl muss die internationale Konkurrenz in dieser vorolympischen Saison rechnen

YACHT online sagte Buhl zur Halbzeit der Weltcup-Regatta: "Meine aktuelle Gesamtposition ist sehr zufriedenstellend. Mit dem Verlauf der Regatta habe ich wirklich nicht gerechnet. Es sollte eher eine Trainingsregatta zum Saisonstart sein. Ist es immer noch, doch dafür läuft es super. Ich versuche morgen und übermorgen wieder, meinen Job von früh bis spät abends ähnlich sauber zu verrichten. Und ich habe auch – trotz Trainingsregatta – schon mal ein paar Gedanken an eine Medaille verschwendet. Also, weitermachen jetzt!"

Team Buhl Medaille in Sicht? Buhl will drum kämpfen

Buhls Coach Thomas Piesker ist entsprechend zufrieden mit seinem Schützling. Der Bundestrainer sagte: "Was für diese Regatta hilft, ist die Tatsache, dass wir ohne jeglichen Druck angereist sind und Philipp in der Tat in der sehr langen Segelpause Motivation tanken konnte und wieder richtig heiß auf Segeln ist. Dass wir dann bis hierher noch so gut am Selbstvertrauen arbeiten konnten, ist natürlich umso schöner. Wenn wir das im Anschluss mit nach Europa in die eigentliche Vorbereitung nehmen können, steht uns eine tolle Saison bevor."

Mit Blick auf die sogar bei seinem erfolgreichen Schützling noch stark schwankenden Leistungen sagte Piesker am Mittwochabend: "Heute war ein schwerer Tag zu segeln, an dem man auch einmal das nötige Quäntchen Glück brauchte. Das hat Philipp einmal gehabt und einmal leider nicht, wobei ich ihm auch beim zweiten Lauf keinen Vorwurf machen möchte. In jedem Fall sind die jetzt schon so guten Ergebnisse eine super Zugabe und machen Lust auf diese Saison! Auf dieser Basis werden wir weiterarbeiten."

STG Ferdinand Gerz (Bild) ist mit Vorschoter Oliver Szymanski vor Miami gut in Fahrt

Überraschend gut in Fahrt sind auch die 470er-Segler Ferdinand Gerz (München) und Oliver Szymanski. Der Olympiateilnehmer und sein Berliner Vorschoter wahrten als Sechste in ihrer Flotte alle Chancen auf den Einzug ins Medaillenrennen der besten zehn Teams am 31. Januar. "Ferdi" Gerz berichtete: "Die Bedingungen waren am Mittwoch ähnlich wie am Vortag: 15 bis 18 Knoten ablandiger Wind. Dadurch war es relativ böig und drehend. Der Tagessieg war super! Wir hatten guten Speed und haben uns auf der zweiten Kreuz an die Spitze gesetzt. Mit unserer Entwicklung sind wir sehr zufrieden. Bei der Nordamerikanischen Meisterschaft vor zehn Tagen konnten wir auch schon eine solide Leistung abrufen und landeten auf dem fünften Gesamtrang. Donnerstag und Freitag stehen hier vor dem Medaillenfinale am Samstag noch jeweils zwei Rennen auf dem Programm. Wir greifen weiter an!"

Vorgenommen haben sich das auch die anderen Leistungsträger in der deutschen Segel-Nationalmannschaft, doch inkonstante Leistungen verhindern bislang bessere Platzierungen. Die 49er-Europameister Erik Heil und Thomas Plößel aus Berlin liegen nach neun Rennen mit gechartertem Boot nur auf Platz 18. "Die schlechten Ergebnisse haben wir aber selbst zu verantworten", sagte Erik Heil, "es fehlt noch an Überblick und Speed." Mit 28 Punkten Rückstand auf Platz zehn wird es das Duo schwer haben, sich in den verbleibenden Rennen noch für das Medaillenfinale zu qualifizieren.

Das gilt auch für Laser-Radial-Europameisterin Svenja Weger, die mit den starken Winden im US-Revier nur teilweise zurechtkommt. Ihre bisherigen Ränge 7, 17, 1, 17, 34 und 23 zeigen, dass es der gebürtigen Heidelbergerin trotz sehr guter Einzelplatzierungen zu Saisonbeginn noch an Konstanz fehlt. Das gilt auch für das deutsche 49er-FX-Quartett, von dem jeden Tag eine neue Mannschaft in den Top Ten zu finden ist, andere dafür wieder zurückfallen. Zur Halbzeit konnten sich bis Mittwochabend allein die Kieler Zwillinge Jule und Lotta Görge als Achte in den Top Ten behaupten. Leonie Meyer und Elena Stoffers, die am Vortag sogar bis auf Platz drei vorgedrungen waren, rutschten wieder auf Platz elf zurück. Auch Teamkamerad Toni Wilhelm kämpft noch um Konstanz. Der Olympia-Vierte ringt als Achter um seinen Einzug ins Medaillenrennen. Auch seine bisherige Regattabilanz weist mit den Rängen 8, 5, 11, 4, 14, 11, 4, 27 und 6 viel Licht und Schatten auf.


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Themen: 470erFerdinand Gerz/Oliver SzymanskiIsaf Sailing World CupJule Görge/Lotta GörgeLaserMiamiPhilipp BuhlThomas Piesker

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