Neue Blogs von Boris
Drittes Reff für den Fall der Fälle

Der 29jährige Hochseeprofi schreibt exklusiv für YACHT online über das Barcelona World Race. Vor den nahenden Sturmtiefs hat er keine Bange.

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 28.02.2011

BWR/Boris Herrmann "Was für ein Privileg": Neutrogena im Südmeer

Gleich zwei Mal meldete sich Boris heute. In seinem jüngsten Blog berichtet er über die schweren Fronten, die in Kürze ihren Kurs streifen werden. Sie sollen bis zu 38 Knoten Wind bringen, Boris rechnet lieber mit 45 Knoten. Das wäre ein Fall fürs dritte Reff – das er und sein Co-Skipper Ryan Breymaier bisher noch nie eingebunden haben.

"Wir sind schon einige Male in bis zu 38 Knoten Wind mit zweiten Reff und Solent gesegelt. Wäre uns das zu viel geworden, wäre der nächste schritt die Stagfock (auch ORC genannt). Doch selbst dafür hatten wir noch nie genug Wind.

Na gut: 38 Knoten mit dem zweiten Reff und Solent ist schon brutales Reachen, da muss man sich wirklich gut festhalten und darf keine empfindlichen Ohren haben. Lange Rede, kurzer Sinn: Wir haben hier noch erheblich Spielraum zu reffen – sogar noch eine Sturmfock, die auf dem Schiff in sechs Jahren erst zweimal genutzt wurde. Das Schiff ist halt an sich schon ziemlich steif."

Sorge klingt anders. Aus seinen Worten spricht Vorsicht, aber auch jede Menge Selbstbewusstsein.

„Wir kommen gut voran und wenn wir mit diesem Durchschnitt weitermachen, sind wir etwa am 7. März am Kap Hoorn.“

Schon am vergangenen Freitag hatte er sich per Mail gemeldet. In dem Blog, der es irgendwie nicht vom Bord-PC der "Neutrgena" in die Redaktion nach Hamburg geschafft hatte, schwärmt er vom Privileg, auf einem Open 60 durchs Südmeer zu rasen – auch wen sich das mehrheitlich eiskalt, fahlgrau und unwirtlich präsentiert.

Gerne würde ich täglich schreiben, Videos drehen, minütlich twittern, zehn Fotos am Tag senden und zwei Videokonferenzen machen. Außerdem ein Radiointerview pro Tag. An machen Tagen wäre das sogar fast möglich. Tage an denen nichts los ist. Nur leider hab ich dann irgendwie nicht viel Sendebedürfnis. Wisst Ihr, wir hatten diese Phasen mit tagelangem Grau in Grau und unspektakulären Bedingungen. Diese Kontraste sind enorm, zwischen innerer Wüstenleere und adrenalinpumpender Aufgeregtheit.

Hier geht’s direkt zum Blog:  http://borisherrmann.yacht.de/


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Themen: Barcelona World RaceBlogBoris HerrmannNeutrogena

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