Volvo Ocean Race
Drama am Start

"Telefonica Blue" strandet kurz nach dem Start der Etappe nach Stockholm auf einem Fels und wird schwer beschädigt

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 15.06.2009

Volvo Ocean Race "Telefonica" on the rocks

Es begann wie erhofft als packendes Duell um den zweiten Platz in der Gesamtwertung und endete in einer Katastrophe. Kurz nachdem "Telefonica Blue" und "Puma" als Erste und Zweite über die Startlinie gingen, lief die spanische Yacht von Bouwe Bekking mit 16 Knoten auf einem Fels auf.

Der Aufprall war so heftig, dass das Boot hoch und trocken auf dem Steinbrocken saß und erst nach zwei Stunden durch einen Schlepper befreit werden konnte. Die Crew blieb unverletzt, die Yacht wurde aber stark beschädigt. (Sehen Sie hier unsere Bildergalerie "Telefonica Blue aufgelaufen!")

"Telefonica Blue"-Skipper Bouwe Bekking äußerte sich wenig später zu dem Vorfall so:

"Wir segelten unter Code Zero und liefen ungefähr 16 bis 17 Knoten und haben den Fels genau getroffen." Auf die Frage, ob der Stein nicht richtig in der Karte eingezeichnet gewesen wäre, sagte er: "Es ist eindeutig unser eigener Fehler. Wir dachten, wir wären in Lee des Felsens. ‚Puma&apos war direkt hinter uns und musste ziemlich stark den Kurs ändern, um an uns vorbeizukommen. So ein Sch … passiert, auch wenn er nicht passieren sollte. Ganz klar unser Fehler."

Volvo Ocean Race

"Puma"-Skipper Ken Read schilderte, wie er den Vorfall erlebte: "Wir segelten etwa zehn Bootslängen hinter ‚Telefonica Blue'. Unser Navigator Andrew Cape sagte mir, dass wir demnächst entweder abfallen oder anluven müssten. Dann sahen wir, wie "Telefonica" auflief. Das ganze Heck kam durch den Aufprall aus dem Wasser! Ich rief Capey zu: "Wohin?", und er sagte: "Anluven!". So haben wir sie in etwa drei Bootslängen Abstand passiert. Es tut weh, so etwas zu sehen …"

Direkt nach dem Unfall zeigte sich Bouwe Bekking zunächst pessimistisch über das Ausmaß des Schadens: "Es sieht nicht gut aus. Wir haben viel Wasser an Bord, und der Schwertkasten ist ins Boot gedrückt worden. Ein Ruder ist abgebrochen. Die gute Nachricht ist, dass der Kiel noch da ist."

Mittlerweile ist der Schaden an Land begutachtet worden, und es sieht aus, als ob das Boot repariert werden kann und sogar noch rechtzeitig zum In-port Race in Stockholm am Start sein wird.

Das Ganze ist umso tragischer, da die beiden Teams in der Gesamtwertung nur ein Punkt trennt und das Duell um den zweiten Platz, den "Puma" erst auf der letzten Etappe den Spaniern abgenommen hatte, ein Highlight des Rennens zu werden versprach.

Von dem Vorfall ungeachtet ist die Flotte mittlerweile weiter auf dem Weg nach Stockholm. Es führt erneut "Ericsson 4" vor "Puma", die damit ihren Vorsprung auf die Pechvögel von "Telefonica Blue" entscheidend ausbauen könnte.


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Themen: OceanRaceVolvo

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