Route du Rhum
Die wichtigsten Rhum-Regeln im Überblick

Die ersten Pitstops bei der Route du Rhum haben Fragen aufgeworfen: Was ist den Solisten bei ihrer Transatlantik-Passage erlaubt? Wichtiger noch: Was nicht?

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 05.11.2018
"Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson "Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson "Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson

Alex Thomson Racing "Hugo Boss"-Skipper Alex Thomson

Nach den ersten beiden Pitstops in Folge von Bruch ist ein genauer Blick aufs Reglement gefragt: Können Skipper wie Armel le Cléac'h, der seinen ersten Reparatur-Halt an der bretonischen Küste zur Behebung von Problemen mit der Energieversorgung an Bord von "Banque Populaire IX" bereits hinter sich hat, oder auch Seb Josse, der Bruch am Steuerbord-Schwimmer seiner "Maxi Edmond de Rothschild" beheben muss, einfach einen Hafen anlaufen und danach weitersegeln? Die einfache Antwort lautet: Sie können. Jedenfalls in einem gewissen Rahmen.

Yvan Zedda Nach Problemen mit der Energieversorgung und einem Pitstop an der bretonischen Küste wieder im rennen und schon auf Rang 2 hinter François Gabart vorgerückt: Armel Le Cléac'h auf "Banque Populaire IX"

Innerhalb eines Radius' von 150 Seemeilen nach dem Start – kreisförmig rund um den Starthafen St. Malo gezogen und sowohl den Kanal als auch das Revier der Scilly-Inseln und der französischen Küste bis zum Längengrad von Bordeaux abdeckend – können die Skipper ungestraft so viele technische Stopps einlegen, wie sie es selbst wünschen. Werden dabei technische Ausrüstungsteile ausgetauscht, muss dieser Vorgang allerdings von der Wettfahrtleitung genehmigt werden.

Stichelbaut/Gitana Dem Steuerbordschwimmer des Trimarans "Maxi Edmond de Rothschild" mit Skipper Sébastien Josse geht es inzwischen nicht mehr so gut wie auf diesem Bild. Auch Josse muss einen Reparatur-Stop einlegen

Über den 150-Seemeilen-Radius hinaus ist auf Kurs ist es den Skippern dann noch maximal einmal gestattet, einen Stopp einzulegen, der dann jedoch mit einer Zeitstrafe von mindestens vier Stunden verbunden ist. Die einzige Ausnahme bilden die Multi-50-Mehrrümpfer, die so viele Stopps einlegen dürfen wie sie wollen. Das Wetter-Routing ist in den Klassen Ultime, Multi50 und den beiden Rhum-Klassen Multi und Mono erlaubt, nicht jedoch den Imoca- und Class40-Skippern, die ohne Hilfe von außen agieren müssen. Sollte ein Skipper trotz Verbot für seine oder ihre Klasse Wetter-Routing von außen in Anspruch nehmen, wird das mit der Disqualifikation bestraft.

Auch ein Zeitlimit wurde für die Route du Rhum festgelegt. Das Fenster schließt sich nach 28 Tagen am 2. Dezember um 14 Uhr. Skipper, die das Ziel erst danach erreichen, werden nicht in die Wertung genommen. Darüber hinaus kommen bei der Route du Rhum die klassischen Wettfahrtregeln zu Anwendung. Ein Vorfahrts-Foul kostet zwei Strafkringel, bevor das Rennen fortgesetzt werden darf. Das Durchfahren von Verbotszonen kostet Zeitstrafen von vier bis sechs Stunden. Der Einsatz von Motoren als Antrieb ist natürlich verboten. Dennoch können die Maschinen laufen, um die für einige Instrumente an Bord benötigte Energie zu prduzieren. Daher sind einige Ausrüstungsteile versiegelt, andere erlaubt zur Nutzung.

Zum Abschluss noch ein kurzer Zwischenstand nach den ersten knapp 24 Stunden: Bei den Imocas ist Boris Herrmann auf "Malizia 2 – Yacht Club de Monaco" in den vor dem Sturm sehr unbeständigen Winden bei den Imocas auf Platz 13 abgerutscht. Angeführt werden die Imocas weiter vom Briten Alex Thomson auf "Hugo Boss". Im größten Feld der Class40-Yachten konnte sich Arnt Bruhns auf "Iskareen" erneut verbessern, rückte auf Rang 37 vor.

Team Iskareen Arbeitet sich langsam, aber beharrlich vor: Arnt Bruhns (Hamburg) mit seiner Class40 "Iskareen"


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Themen: RegelnReparaturRoute du RhumTransatlantik-Regatta

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