Transatlantic Race
Die nächste Schicht hat Schluss

Die bekannte „Zaraffa”, die kleine „Jazz” und die orange „Phaedo” haben in Falmouth festgemacht – vor der großen „Maltese Falcon"

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 13.07.2011

Amory Ross David gegen Goliath: vorn „Phaedo", der kleine orange Punkt, hinten „Maltese Falcon", der viermal so große Luxusschlitten

Gestern früh kreuzte die Reichel/Pugh 65 „Zaraffa", die schon vor acht Jahren die Daimler Chrysler North Atlantic Challenge gewinnen konnte, als drittes Schiff die Ziellinie vor der englischen Südwestküste, um sich den Sieg in IRC 3 beim Transatlantic Race zu sichern. Ihr 80-jähriger ehemaliger Eigner, Huntigton Sheldon, hatte nach dem DCNAC „Zaraffa” der US-Marineakademie in Annapolis geschenkt, charterte sie aber für diese Regatta nochmals.

Amory Ross Caramba „Zaraffa": Acht Jahre nach dem DCNAC gewinnt sie beim Transatlantic Race ihre Klasse

Ebenfalls schon im Ziel ist die im Vergleich zu den anderen Top-Schiffen beinahe lächerlich kleine Cookson 50 „Jazz”, der der Sieg in IRC 2 wohl kaum zu nehmen sein wird. Ein ähnliches Husarenstück gelang „Phaedo”, dem 66 Fuß (ca. 20 Meter) langen orangen Gunboat-Katamaran, der sonst zum Inselhüpfen in der Karibik umhersegelt. Der in China gebaute Kat war flott unterwegs und konnte die mehr als viermal so lange Luxusschaukel „Maltese Falcon”, eine 289-Fuß-Perini-Navi, in der offenen Klasse locker schlagen. Allerdings durften die Jungs auf „Phaedo” trotz gut sortierter Videobibliothek von Annehmlichkeiten wie Federbetten und Chefkoch, die auf „Maltese Falcon” zur Staffage gehören, nur träumen.

Amory Ross Respektabel: Die Cookson 50 „Jazz" war die Kleinste der Schnellsten und liegt in IRC 2 komfortabel vorn

Am Ende des Feldes liegt die wunderschöne „Sasha”, eine naturlackierte S&S 42 von Albrecht und Erika Peters aus Hamburg, die mit neuseeländischer Crew unterwegs sind. Derzeit geht’s mit rund 4 Knoten etwas zäh voran, was die 700 Meilen bis ins Ziel sehr lang erscheinen lässt. Das Ehepaar Peters kaufte die Slup, die 1970 gebaut wurde, nach einer Strandung in Dänemark, restaurierte sie von 1977 bis 1979 komplett (angeblich unter Anleitung von Olin Stephens) und ist damit seither mehr als 110.000 Blauwassermeilen gesegelt. Dagegen nimmt sich eine lange Atlantiküberquerung aus wie eine Träne im Ozean.

Amory Ross Exquisit: die über 40 Jahre alte „Sasha" aus Hamburg, ein S&S-Design mit bewegter Geschichte

Der Pulk mit den anderen deutschen Booten „Nordwind”, „Norddeutsche Vermögen”, „Scho-ka-kola”, „Shakti” und „Varuna” befand sich um Mitternacht etwa 300 Meilen westlich vom Ziel und segelte mit Geschwindigkeiten von 5,5 bis 9 Knoten.

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