Youth America's Cup
Die nächste Generation will zum Cup

Nach der Premiere im Red Bull Youth America's Cup 2013 ist erneut eine Gruppe junger deutscher Segler mit ehrgeizigen Zielen durchgestartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 17.10.2016

Next Generation Team Germany Das Next Generation Team Germany will am Red Bull Youth America's Cup teilnehmen

Schon die Premiere des Red Bull Youth America's Cup 2013 hatte mit deutscher Beteiligung stattgefunden: Damals war der Mannschaft um Skipper Philipp Buhl mit Steuermann Erik Heil, David Heitzig, Max Boehme, Max Kohlhoff, Michael Seifarth und Justus Schmidt die Teilnahme mit viel Mut, Eigeninitiative und der Hilfe einiger Förderer gelungen. Mit schmalem Budget gelang Platz neun vor San Francisco.

AIR/Jens Hoyer Vorgänger war das Team "All in Racing" mit Skipper Philipp Buhl und Steuermann Erik Heil, der in diesem Jahr in Rio de Janeiro eine olympische Bronzemedaille gewann.

Eine Wiederholung und Verbesserung des Resultats war für diese Mannschaft aber nicht möglich, denn die Segler sind inzwischen älter, als es das Reglement erlaubt: Starter im 2. Red Bull Youth America's Cup müssen am 31. Dezember 2017 mindestens 19 Jahre, aber unter 25 Jahren alt sein. Diese Anforderung kann nur noch Max Kohlhoff erfüllen, der als einziger deutscher Segler zum zweiten mal dabei sein wird.

Wie die Teams zur Teilnahme kommen und was Segelstars wie America's-Cup-Gewinner Jimmy Spithill über die Talent-Schau vor großem Publikum sagen

Next Generation Team Germany Next Generation Team Germany (v. l. n. r.): Jacob Clasen, Max Kohlhoff, Tim Fischer, Phillip Kasüske, Fabian Graf, Steuermann Paul Kohlhoff (auf dem Bild fehlen Johann Kohlhoff, Fritz Waßner, Moritz Burmester und Magnus Simon)

Für die zweite Auflage hat sich ein neues hoffnungsfrohes Team formiert. Nukleus des Next Generation Team Germany sind Nacra-17-Steuermann Paul Kohlhoff, sein bereits erfahrener Bruder und Finnsegler Max Kohlhoff (beide aus Kiel, KYC), Finn-Junioren-Weltmeister Phillip Kasüske (Berlin, VSaW) und Jacob Clasen (Wedel, KYC). Inzwischen ist die Crew nach einem Casting in Kiel auf insgesamt zehn junge Männer angewachsen: Mit an Bord sind auch Tim Fischer (Kiel, NRV), Fabian Graf (Berlin, VSaW), Fritz Waßner (Kiel, KYC), Moritz Burmester (Kiel, SVI), Johann Kohlhoff (Kiel, KYC) und Magnus Simon (Hamburg, MSC).

Ein kleines Budget für die ersten Schritte haben die ehrgeizigen jungen Segler selbst zusammengetragen. Als Gesamtbudget sind rund 200.000 Euro angestrebt. Voraussetzung für den Start im 2. Red Bull Youth America's Cup ist, dass die Finanzierung bis Jahresende steht. Ein  Crowd-Funding-Projekt  ist gestartet. Das erste Intensivtraining in Brest steht noch in dieser Woche unter den wachsamen Augen von Roman Hagara auf dem Programm. Der Doppel-Olympiasieger leitet gemeinsam mit Hans-Peter Steinacher – beide sind Sportdirektoren des Jugend-Cups – die Auswahl der Bewerber für den Red Bull Youth America's Cup.

Bis zu 16 junge Mannschaften werden vom 13. bis zum 22. Juni vor dem 35. Duell um den America's Cup am 2. Red Bull Youth America's Cup vor Bermuda teilnehmen. Gesegelt wird auf den AC45F-Katamaranen, die auch in der Louis Vuitton America's Cup World Series eingesetzt werden und mit moderner Foiling-Technologie Geschwindigkeiten bis zu 70 Stundenkilometern erreichen. Sechs Segler formieren jeweils ein Nationalteam. Sechs Crews sind direkt mit den aktuellen America's-Cup-Mannschaften aus England (Land Rover BAR), Frankreich (Groupama Team France), Schweden (Team Artemis), Japan (Softbank Team Japan), Neuseeland (Emirates Team New Zealand) und Amerika (Oracle Team USA) verbunden und werden mit entsprechenden Vorteilen durch ihre Partnerschaften in den Talent-Cup starten.

Vor drei Jahren hatten der damals 25 Jahre junge Neuseeländer Peter Burling und sein Team den Red Bull Youth America's Cup gewonnen. In der Folge sicherte sich Burling mit seinem Vorschoter Blair Tuke die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Rio. Nacra-17-Silbermedaillen-Gewinner Jason Waterhouse und auch Bronzemedaillen-Gewinner Erik Heil vom Norddeutschen Regatta Verein waren vor ihren olympischen Erfolgen im Red Bull Youth America's Cup im Einsatz.

Rückenwind für das Projekt gibt es hierzulande auch vom Deutschen Segler-Verband (DSV). DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner sagte: "Der DSV begrüßt das Engagement des Next Generation Team Germany und ist mit den Seglern im Gespräch. Initiativen wie diese, die vor allem eine Horizonterweiterung auf höchstem internationalen Niveau und eine Leistungssteigerung im olympischen Segelsport im Fokus haben, werden künftig Teil unserer Strategie sein und von uns initiert werden." Zur Homepage des Next Generation Team Germany geht es hier .


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Themen: Jacob ClasenMax KohlhoffPaul KohlhoffPhillip KasüskeRed Bull Youth America's Cup Team

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