Isaf-Segel-Weltcup
Die hohe Kunst des Überlebens

Trotz leichter und drehender Winde sind in Hyères wieder die Guten vorn. Auch wenn einer über den „Scheißtag” jammert und „gepestet" ist

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 28.04.2011

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Viel Verkehr und wenig Wind. Da macht Kolonnefahren wenig Spaß

Alle Winde Frankreichs haben keine Puste mehr. Auch gestern, am ersten Tag der geteilten Flotten, war’s eher wie auf einem Alpensee denn an der Côte d'Azur. Manche wurden dabei nach hinten gereicht, manche schwammen nach vorn. Besonders die Spanier. Die führen nämlich mittlerweile in drei Klassen.

Jean-Marie Liot FFV/DPPI Weiter gut im Rennen auf dem zweiten Platz ist Simon Grotelüschen, der vergessen zu haben scheint, dass er eigentlich Starkwindspezialist sein sollte

Sailing Team Germany hatte einmal mehr mit Simon Grotelüschen das heißeste Eisen im Feuer. Der praktizierte erfolgreich die Kunst des Überlebens, wohl weil er vom Vortag noch so gut drauf war. Mit einem zweiten Platz in der neunten Wettfahrt schob er sich im Gesamtklassement frech auf Platz 2 vor, hinter dem neuen Leader Havier Hernandez (ESP), aber vor Weltmeister Tom Slingsby (AUS). Gut auch Malte Kamrath, der beständig agierte und einen Riesensatz auf Rang 13 hinlegen konnte. Er müsste allerdings 11 Punkte gutmachen, um noch ins Medalrace zu kommen. Knapper dran ist Jan Kurfeld im Finn, der sich ebenfalls auf Platz 13 etablieren konnte, dem aber nur sieben Punkte auf das Ticket zum Medalrace fehlen. Grausam: Ben Ainslie (GBR), der fünf von sieben Wettfahrten gewinnen konnte, egal bei welchen Bedingungen …

STG Bei Heiko Kröger läuft in Hyères nicht viel zusammen, dennoch steht er bei den 2,4 mR auf Platz 6

Im 2,4 mR gab es im sechsten Lauf für Heiko Kröger eine Jurystrafe, die ihn auf Rang 6 zurückwarf, hinter seinem Mannschaftskollegen Lase Klötzing. „ Echter Scheißtag auf See”, postete er sich auf Facebook den Frust von der Seele. „Nix geht so auf, wie ich es geplant habe. Bin gepestet.” Bei den Staren bleiben Robert Stanjek/Frithjof Kleen als 6. beste Deutsche, während Johannes Babendererde/Timo Jacobs am 10. Platz um den Einzug ins Medalrace werden kämpfen müssen. Einen wesentlich weiteren Weg hat da Moana Delle bei den RS:X Damen vor sich. Momentan liegt sie auf Rang 17 und wird nur noch mit fehlerlosem Segeln und einer Portion Glück das Medalrace erreichen können.

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Themen: Ben AinslieHeiko KrögerHyèresIsaf-SegelweltcupSailing Team GermanySimon Grotelüschen

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