America's Cup
Die Europäer trommeln für den Cup

Vier Herausforderer werben für Frieden, Freundschaft und ein gutes Format für den 35. America's Cup. Natürlich nicht ohne Eigeninteresse …

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 25.07.2014

BAR/Lloyd Images Mahnt zur Konzentration auf die anstehenden Aufgaben: Sir Ben Ainslie bekennt sich zum aktuellen Cup-Format

Nach dem überraschenden Rückzug des australischen Challengers of Record (Hamilton Island Yacht Club) in der vergangenen Woche haben sich vier weitere potenzielle Herausforderer in einem offenen Brief zum geplanten Format für den 35. America's Cup bekannt. Die europäischen Teams Ben Ainslie Racing (Großbritannien), Luna Rossa Challenge (Italien), Artemis Racing (Schweden) und Team France (Frankreich) proben den Schulterschluss und sprachen den Cup-Organisatoren ihre volle Unterstützung aus, obwohl noch immer kein Austragungsort festgelegt ist.

Gleichzeitig versicherte das Quartett den Verteidigern seine Bereitschaft zur Kooperation, "um den sportlichen und kommerziellen Erfolg des America's Cup" sicherzustellen. Man wolle die Regatta mit Blick auf die Medien, die Show, die Öffentlichkeit und den intensiven sportlichen Wettbewerb, die den America's Cup stets geprägt hätten, gemeinsam an die Spitze des internationalen Profisports führen.

In ihrem Statement betonen die vier Herausforderer ihr Interesse daran, einen kontinuierlichen Dialog mit Verteidiger Oracle Team USA pflegen zu wollen. Erklärte Absicht sei es, das Cup-Prinzip des "freundlichen Wettbewerbs zwischen verschiedenen Nationen" aus der Cup-Stiftungsurkunde zu bewahren. Man wolle aktiv mit den Verteidigern dort am Regelwerk arbeiten, wo es notwendig sei und den Zeitplan für die America's-Cup-Weltserie festlegen. Gleiches gelte für das Format der Herausfordererserie und das Finale um den America's Cup.

Carlo Borlenghi/Luna Rossa Luna Rossas Skipper Max Sirena (im Bild mit Prada-Boss Patrizio Bertelli) glaubt: "Alle Elemente für den Erfolg sind beisammen"

Max Sirena, Skipper der Luna Rossa Challenge, erklärte: "Alle Elemente für den Erfolg sind beisammen: Nach dem 34. America's Cup ist es keine Frage mehr, wie spektakulär die foilenden Flügel-Katamarane sind! Auch an der Spannung, am intensiven Wettbewerb und dem Adrenalinrausch, den diese Art der Rennen auslöst, kann nicht mehr gezweifelt werden!"

Ben Ainslie sagte für sein Team Ben Ainslie Racing: "Wir konzentrieren uns wirklich darauf zu helfen, einen erfolgreichen und nachhaltigen America's Cup für die Zukunft aufzubauen. Im America's Cup geht es darum, die technischen Grenzen des Sports durch Innovation immer wieder zu verschieben. Auch die Katamarane vom Typ AC 62 werden sehr aufregend anzusehen sein, sowohl auf dem Wasser als auch an Land. Das sind all die Zutaten, die man für eine große Sportveranstaltung braucht."

Gilles Martin-Raget/ACEA Iain Percy kann "den Start kaum noch abwarten"

Ainslies Freund Ian Percy, ebenfalls Olympiasieger und Teamchef von Artemis, sagte: "Der nächste America's Cup dürfte der am härtesten umkämpfte, der spannendste und tragfähigste aller Zeiten werden. Wir können unseren Start kaum noch abwarten."

Ähnlich äußerte sich Franck Cammas für das Team France: "Wir glauben daran, dass das Format für den nächsten America's Cup für einen freundlichen und zugleich heftigen Wettbewerb zwischen den besten Seglern und den spektakulärsten Maschinen sorgen wird. Einen Wettbewerb, wie ihn der America's Cup noch niemals erlebt hat. Der 35. America's Cup wird eine neue Ära für den Segelsport einläuten, aber auch für den Sport im Allgemeinen und die damit verbundenen Technologien. Der Wettbewerb wird so intensiv sein wie nur irgendwie möglich, und Team France wird stolz darauf sein, ein Teil davon zu sein!"

Weitere Fakten, Forderungen oder Ideen enthielt der offene Brief der vier europäischen Teams zunächst nicht. Dafür einige Ausrufezeichen am Ende der Äußerungen der prominenten Absender, die unter anderem darauf schließen lassen, wie sehr die Herausforderer-Gemeinde die schlechte Cup-Stimmung leid ist und wie wichtig ihr eine friedliche Atmosphäre und ein vernünftiges Format in der entscheidenden Phase der Partner- und Sponsorensuche sind. Nicht unter den Absendern: Team New Zealand. Der offenbar eingeläutete "Schmusekurs" mit den Verteidigern wirkt schon bei den vier Europäern aufgrund seiner totalen Kritiklosigkeit ein wenig künstlich. Team New Zealands Boss Grant Dalton würde man einen solchen Kurs vermutlich noch weniger abkaufen.


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Themen: America's CupBen AInslie RacingLuna Rossa ChallengeOracle Team USATeam ArtemisTeam France

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