Finale bei der 83. Warnemünder Woche
Titeljäger im Traumrevier

900 Aktive, 500 Boote, 50 Nationen: Nach der Corona-Zwangspause 2020 ist die Warnemünder Woche trotz anspruchsvoller Auflagen stark durchgestartet

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 11.07.2021
Das EM-Feld der First / Seascape 18 vor Warnemünde Das EM-Feld der First / Seascape 18 vor Warnemünde Das EM-Feld der First / Seascape 18 vor Warnemünde

Pepe Hartmann/Warnemünder Woche Das EM-Feld der First / Seascape 18 vor Warnemünde

Im vergangenen Jahr musste die Warnemünder Woche in der Corona-Pandemie wie fast alle Segel-Großveranstaltungen pausieren. In diesem Jahr gelang das Comeback trotz anspruchsvoller Auflagen erfolgreich. Die 83. Warnemünder Woche ging am Sonntag nach neuntägigem Segelfestival mit den letzten Titelvergaben zu Ende. Trotz beschränkter Teilnehmerfelder haben sich im Traumrevier vor Warnemünde rund 900 Aktive aus 50 Nationen in 500 Booten miteinander gemessen. Zwölf Bootsklassen waren gefordert. Sportdirektor Peter Ramcke, seit sechs Jahren Dirigent der Warnemünder Woche, schwärmte von den "fantastischen Meldezahlen" dieser 83. Auflage und sagte: "Wir haben trotz erschwerter Rahmenbedingungen mit den Corona-Vorgaben und dem Umbau der Mittelmole eine hervorragende Warnemünder Woche abgeliefert."

Pepe Hartmann/Warnemünder Woche Svenja Thoroe und Karsten Bredt sind die alten und neuen Deutschen Meister im Piraten

Am Finaltag wurden Ausrichter und Aktive bei der 1926 erstmals ausgetragenen Segelwoche für ihr Engagement und ihre Leidenschaft mit Kaiserwetter belohnt. "Heute hatten wir noch einmal super Wind und Sonne", sagte Wettfahrleiterin Carola Volkmann. Zum "Happy End" trugen eine ganze Reihe von Erfolgen der besten deutschen Segler bei. Max Billerbeck (WSV Kollmar) feierte den Gewinn der Vize-Europameisterschaft im Contender hinter dem Dänen Jesper Armbrust. Julia Büsselberg (Berlin) setzte sich im Laser Radial gegen 76 Konkurrenten durch.

Pepe Hartmann/Warnemünder Woche Schneller als 76 Konkurrenz-Boote im Laser Radial: Julia Büsselberg

Die Deutsche Meisterschaft im 505er gewannen die gemeinsam dreimaligen Weltmeister Wolfgang Hunger/Holger Jess (Strande/Eckernförde) so souverän, dass sie zur letzten Wettfahrt nicht mehr antreten mussten. Da fragte sich der eine oder andere halb so alte Konkurrent durchaus, wann die Dauerbrenner wohl endlich einmal zu schlagen sein werden. Der 60-jährige Steuermann und sein 58-jähriger Vorschoter hatten sich konzentriert auf die Meisterschaft vorbereitet und bleiben das Maß der Dinge in der schnellen und anspruchsvollen Gleitjolle. "Wir waren mit einer neuen Rumpfform am Start und hätten eigentlich gern noch mehr Wind gehabt", sagte Holger Jess. "Wir haben die letzten fünf Wochen intensiv trainiert. Unser Zielwettkampf ist in diesem Jahr die Kieler Woche im September."

Svenja Thoroe und Karsten Bredt vom Steinhuder Meer sind die alten und neuen Deutschen Meister im Piraten. Die German Open der J/70 gewann der Hamburger Michael Grau mit seiner Crew.

Pepe Hartmann/Warnemünder Woche Keine Überraschung: Wolfgang Hunger und Holger Jess gewannen die Deutsche Meisterschaft im 505er souverän

Bei der Zweihand-Seesegel-Meisterschaft siegten Michael Höfgen vom Kieler Yacht-Club und Eckart "Ecki" Kaller vom Bodensee als erfolgreiches Nord-Süd-Gespann. Das Duo holte sich den Titel im Rahmen von Rund Bornholm, war mit der JPK 10.30 „Lightworks“ sowohl nach gesegelter Zeit (1 Tag, 23 Stunden, 56 Minuten, 6 Sekunden) als auch nach berechneter Zeit (2 Tage, 19 Minuten, 58 Sekunden) die erfolgreichste Doublehand-Crew. Zweite wurden Rasmus Töpsch (Yacht-Club Strande) und Max Gurgel (Hamburger Segel-Club) auf der JPK 10.10 "Sharifa" vor Andreas Linke und Johannes Stricker auf der First 305 "Okidoki".

Pepe Hartmann/Warnemünder Woche Michael Berghorns "Halbtrocken 4.5" holte den Sieg in der ORC-Wertung von Rund Bornholm

Insgesamt schnellste Yacht auf der 270-Seemeilen-Leichtwind-Langstrecke Rund Bornholm war Holger Streckenbachs TP 52 "Imagine". Michael Berghorns Mills 45 Custom "Halbtrocken 4.5" aber siegte nach berechneter Zeit in der ORC-Wertung. "Es war ein hartes Rennen, aber es hat sich gelohnt, immer konsequent die Segel zu wechseln, auch wenn das nachts nicht so angenehm ist", berichtete Crewmitglied Linus Döpp nach der Siegerehrung. Thomas Reineckes "Edelweiss" segelte in ORC auf Platz drei

Die Einheitsklasse Dehler 30 od bildete eine eigene Wertungsgruppe im Startfeld der Rund-Bornholm-Teilnehmer. Sechs Schiffe gingen an den Start. Minitransat-Ass Morten Bogacki (Düsseldorfer Yacht-Club) und Felix Köster (Kieler Yacht-Club) hatten die besten Antworten auf die Kursherausforderungen und gewannen das Kräftemessen vor der Crew um Skipperin Lena Weißkichel (Segler-Verein Großenheidorn) und dem Team von Thomas Schurig vom Yachtclub Strelasund.

Bei der Europameisterschaft der First/Seascape 18 blieb das Podium beinahe ganz in slowenischer Hand: Hier setzten sich Blaz Kmetec und Jure Jerkovič gegen ihre Landsmänner Dejan Presen und Matija Jezersek durch. Auf Platz drei segelten die Österreicher Angelika Strak und Martin Pöll vor Jure und Urband Jerman – ebenfalls aus Slowenien. Bestes deutsches Team waren Wolfgang Gutacker und Hajo Hensel vom Rostocker Yachtclub. Alle Ergebnisse der Warnemünder Woche finden sich hier (bitte anklicken!) .


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Themen: Warnemünder Woche

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