Champions League
Deutsches Liga-Modell stürmt Europa

Der gelungenen Etablierung der Deutschen Segel-Bundesliga folgt nun die internationale Ausweitung des Erfolgsmodells "Made in Germany"

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 18.08.2014

Sailing Champions League Wie hier in der Deutschen Segel-Bundesliga soll es ab Oktober auch auf europäischer Ebene zur Sache gehen

Sailing Champions League Das Logo für den neuen europäischen Club-Wettbewerb nach Fußball-Vorbild

Erfolgreich ist, wer von anderen nachgeahmt wird. Noch erfolgreicher ist, wer bei der Nachahmung selbst mitwirkt und in Kooperation mit anderen ein eigenes Modell von der nationalen auf die breite internationale Bühne trägt. So geschieht es gerade mit der hierzulande 2013 so fulminant durchgestarteten Deutschen Segel-Bundesliga, die nun ähnlich auch in anderen Ländern aufgebaut wird und noch in diesem Jahr vom 17. bis 19. Oktober von der Premiere einer europäischen Sailing Champions League in Kopenhagens Binnenhafen gekrönt werden soll.

Zum ersten Mal in der europäischen Segelgeschichte soll im Herbst 2014 bei der neu gegründeten Sailing Champions League der beste europäische Segelclub gekürt werden. 36 Vereine aus 23 Nationen sind dazu geladen. Die Veranstalter der Deutschen Segel-Bundesliga, der Dänischen Sejlsportsligaen und der Europäische Seglerverband (Eurosaf) erwarten mindestens 20 Starter zum europäischen Club-Gipfel, der bei seiner Premiere noch als Einladungsregatta ausgetragen wird. 2015 werden sich die Teilnehmer am Champions-League-Finale über Top-Platzierungen in ihren nationalen Ligen qualifizieren.

Das Format der Deutschen Segel-Bundesliga (DSBL) und auch die Idee zur Sailing Champions League hat die Hamburger Konzeptwerft zusammen mit führenden deutschen Yacht-Clubs und dem Deutschen Segler-Verband entwickelt. "Wir haben schon nach kürzester Zeit Anfragen aus ganz Europa erhalten", sagt Sailing-Team-Germany und Liga-Gründer Oliver Schwall in seiner neuen Rolle als Geschäftsführer der Sailing Champions League. Die europäische Liga für die Meister der Länder sei die logische Schlussfolgerung des Trends.

Sailing Champions League Die Darlinge der Liga-Stürmer: Gesegelt wird sowohl in Deutschland als auch international auf den populären Sportbooten vom Typ J 70

Neben der Deutschen und der Dänischen Segel-Bundesliga ist der Königlich Dänische Yachtclub (KDY) Gastgeber der ersten Sailing Champions League, für das aus Deutschland die erfolgreichsten drei Vereine der Liga-Saison 2013 eingeladen sind, weil die Deutsche Segel-Bundesliga 2014 noch nicht abgeschlossen ist. Nach Kopenhagen fahren der Norddeutsche Regatta Verein, der Württembergische Yacht-Club und der Verein Seglerhaus am Wannsee. "Wir haben führende Yachtclubs bei uns zu Gast und erwarten Segelsport auf höchstem Niveau", sagte KDY-Vizekommodore Lars Ive. "Kopenhagen bietet für eine Regatta dieser Größenordnung ideale Rahmenbedingungen."

Teilnehmende Clubs stellen vierköpfige Mannschaften. Gesegelt wird in Fleetraces auf sechs Booten der so populären und sportlichen Einheitsklasse J 70. Kurze Rennen, einheitliche Boote, ein genormtes Spielfeld sollen einen Wettbewerb auf höchstem Niveau sichern. "Das klare und einfache Konzept der Deutschen hat uns dazu motiviert, zusammen mit den Gründern der DSBL die 'Sejlsportsligaen' ins Leben zu rufen", so Hans Natorp, Präsident des Dänischen Segler-Verbandes. "Die Sailing Champions League wird weitere Länder von der Einführung eigener nationaler Ligen überzeugen."

Ab 2015 sollen sich für einen Startplatz in der Sailing Champions League automatisch die beiden besten Liga-Vereine aller teilnehmenden Länder qualifizieren. Existiert noch keine nationale Liga in einem interessierten Land, qualifizieren sich die Clubs gemäß ihrer Platzierung in den Weltranglisten der olympischen Bootsklassen. Zudem werden Wild Cards an ausgewählte Clubs vergeben.

Die Schirmherrschaft der Eurosaf als kontinentaler Segel-Verband sichert den Rahmen für das Wachstum der neuen Sailing Champions League. "Der Verband hat uns in Kiel angesprochen", berichtet Oliver Schwall, der in der Auftaktregatta der Sailing Champions League auch die große Chance sieht, anderen Ländern bei der Formation ihrer eigenen Ligen eine weitere Attraktion mit auf den Weg zu geben. "Die Idee der nationalen Club-Ligen ist ein wegweisendes Format mit großem Zukunftspotenzial", so Marco Predieri, Präsident der Eurosa, der damit die deutschen Impulsgeber ausdrücklich lobt. Predieri weiter: "Die Sailing Champions League ist die logische Konsequenz aus den nationalen Ligen, und wir sind stolz, als Partner die Entwicklung dieses innovativen Projekts zu begleiten."


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Themen: Deutsche Segel-BundesligaEurosafKopenhagenOliver SchwallSailing Champions League

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