Match Race Germany
Der "Weiße Hai" beißt sich durch

Das Match Race Germany geht vor Langenargen mit Karol Jablonski, aber ohne die Teams von Philipp Buhl und Sven-Erik Horsch in Runde zwei

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 19.05.2013

© Brian Carlin / AWMRT Match Race Germany 2013: Segelduelle vor prächtiger schneebedeckter Alpenkulisse

Unverhofft kommt im Matchrace oft. So unverhofft aber, wie Karol Jablonski am Samstag nach seinem vermeintlichen Aus im Match Race Germany vor Langenargen doch noch ins Viertelfinale segelte, kommt es sogar bei den Duellseglern selten. Trotz Negativ-Bilanz (5:6 Siege) nach abgeschlossener Vorrunde gelang dem Deutsch-Polen der Sprung in die Zwischenrunde. Zuvor hatte sich der siebenmalige Eissegel-Weltmeister und ehemalige America's Cup-Steuermann mehrere Stunden lang sicher ausgeschieden gewähnt, wäre beinahe nach Hause gefahren. "Wir waren überzeugt, dass nur fünf Siege in elf Matches der Vorrunde nicht zum Weiterkommen reichen", sagte Jablonski, "wir haben schon so oft bei großen Rennen den Kürzeren im Cut gezogen. Dieses Mal sind die Würfel endlich einmal zu unseren Gunsten gefallen. Wir sind happy."

WMRT/Brian Carlin Spannendes Duell: Das Jablonski Sailing Team im Match gegen Adam Minoprios Team Alpari FX

Was war passiert? Jablonski lag nach der Vorrunde punktgleich mit dem Teams von Phil Robertson (Neuseeland) und Pierre-Antoine Morvan (Frankreich) auf Platz sieben. Doch nur eine der drei Mannschaften konnte noch die nächste Runde erreichen. Da sie sich untereinander "im Kreis" geschlagen hatten, war die beste Mannschaft des Trios nicht klassisch rechnerisch zu ermitteln. Nach internationalem Reglement gab dann den Ausschlag, dass Jablonski als einziger den Vorrundensieger Ian Williams hatte besiegen können. So zog das Jablonski Sailing Team ins Viertelfinale ein.

© Brian Carlin / AWMRT Kam mit dem STG/NRV Youth Team, aber ohne Match-Erfahrung: Philipp Buhl konnte im Profifeld immerhin zweimal punkten

© Brian Carlin / AWMRT Schied arm an Punkten, aber reich an Erfahrung aus: Der Deutsche Match Race Meister Sven-Erik Horsch und sein Hamburger NRV Team

Deutschlands führende Matchrace-Regatta, einziger Stopp der World Match Racing Tour, servierte am Samstag vor prächtiger Alpenkulisse und schneebedeckten Bergen bei fünf bis zwölf Knoten Wind Segeln satt auf dem Bodensee. Bis zum frühen Nachmittag konnte die Vorrunde beendet werden. Die beiden jungen deutschen Crews konnten im Kampf mit den internationalen Matchrace-Profis nicht viel ausrichten. Der Deutsche Match Race Meister Sven-Erik Horsch und sein Hamburger NRV Match Race Team mussten die Heimfahrt ohne Sieg antreten. Doch dem STG/NRV Youth Team um Skipper Philipp Buhl und Taktiker Erik Heil gelangen immerhin zwei Siege, darunter der besonders süße Triumph im Duell mit Karol Jablonski, den diese Niederlage beinahe die Viertelfinalteilnahme gekostet hätte. Aber eben nur beinahe.

Nach kurzer Pause und Auslosung der Viertelfinalbegegnungen konnte Wettfahrtleiter Rudi Magg vom ausrichtenden Yachtclub Langenargen am späten Samstagnachmittag noch die ersten beiden Flights der drei Viertelfinalbegegnungen starten. Der nach der Vorrunde zweitplatzierte Mathieu Richard wählte sich mit Karol Jablonski den Mann mit dem Spitznamen "Weißer Hai" zum Gegner (1:1). So wird Jablonski aufgrund seiner hellen Haare und seines offensiven Segelstils genannt.

Der drittplatzierte Taylor Canfield von den Amerikanischen Jungferninseln bat Johnie Berntssons Team aus Schweden (0:2) zum Duell. Im dritten Viertelfinal-Match trafen die Teams von Björn Hansen aus Schweden und Adam Minoprio (1:1) aufeinander. Alle drei Begegnungen werden am Sonntagvormittag fortgesetzt. Wer zuerst drei Siegpunkte verbuchen kann, zieht zu dem bereits im Halbfinale lauernden Ian Williams in die Vorschlussrunde ein. Finale und Siegerehrung sind für Pfingstmontag geplant. Bis dahin erwarten die Veranstalter rund 30.000 Menschen im Regattadorf im Langenargener Gondelhafen.


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