Rekorde
Der grüne Gigant auf Rekordkurs

Thomas Coville rast mit "Sodebo Ultim" in atemberaubenden Tempo um die Erde. Kap Leeuwin ist passiert. In der Vendée führt Armel Le Cléac'h

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 27.11.2016

Jean-Marie List/DPPI/Sodebo Thomas Coville pflügt mit "Sodebo Ultim" durch die Meere: Heute passierte er auch Kap Leeuwin in neuer Bestzeit

Es ist der Beginn seiner vierten Woche auf See und seine dritte Bestzeit: Thomas Coville jagt seinen Trimaran "Sodebo Ultim" in atemberaubendem Tempo um den Gobus. Der Franzose liegt weiter klar auf Rekordkurs und könnte die Bestmarke für Solo-Nonstop-Weltumsegelungen aus dem Jahr 2008 deutlich unterbieten. Damals benötigte Francis Joyon 57 Tage, 13 Stunden und 34 Minuten.

Jean-Marie List/DPPI/Sodebo Covilles Trimaran liegt weiter auf Rekordkurs

Covilles bisherige Referenzzeiten seit seinem Start am 6. November um 14.49 Uhr sind beeindruckend: Für die Passage von Ouessant zum Äquator benötigte er nur 5 Tage, 15 Minuten und 2 Sekunden. Den ersten Atlantik-Abschnitt von Ouessant zum Kap der Guten Hoffnung absolvierte der rasende grüne Trimaran in 14 Tagen, 4 Stunden, 43 Minuten und 48 Sekunden. Für die ersten beiden Abschnitte von Frankreich am Kap der Guten Hoffnung vorbei bis Kap Leeuwin, das Coville heute passierte, reichten gerade einmal 21 Tage, 3 Stunden, 9 Minuten und 8 Sekunden. Damit hat Coville zu diesem Zeitpunkt 1 Tag, 12 Stunden. 9 Minuten und 18 Sekunden Vorsprung auf die von Joyon vor acht Jahren aufgestellte Rekordzeit.

Thomas Coville hat auch Kap Leuwin hinter sich und segelt mit "Sodebo Ultim" weiter auf Rekordkurs. Sein Bericht von Bord ist zwar nur in französischer Sprache zu hören, doch die Bilder aus dem Südpolarmeer zeugen von Kälte, Speed und der Einsamkeit im Southern Ocean auf Kurs Kap Hoorn

Mark Lloyd/Sodebo Thomas Coville auf "Sodebo Ultim"

Coville muss die Start- und Ziellinie vor dem 3. Januar 2017 um 4.22 Uhr und 57 Sekunden erreichen, will er Joyons Rekordmarke knacken.

Yvan Zelda / Sodebo Ein Mann, ein Boot und ein Rekordversuch: Bislang läuft es gut für Thomas Coville auf der Jagd nach dem ultimativen Einhandrekord

Sodebo Thomas Coville am Grinder seiner "Sodebo Ultim"

Wende in der Vendée?

Armel Le Cleas'h/Vendée Globe Armel Le Cléac'h

Während Coville der Vendée-Globe-Flotte weit vorausprescht, liefern sich an der Spitze des Vendée-Feldes weiterhin Armel Le Cléac'h auf "Banque Populaire VIII" und Alex Thomson auf "Hugo Boss" ein packendes Duell. Am Sonntagabend lag der Franzose acht Seemeilen vor dem Briten, war auch etwas schneller unterwegs. Thomson hatte seine lange verteidigte Führung am Wochenende abgegeben, zwischendurch zurückerkämpft und wieder verloren. Ist das die von Le Cléac'h herbeigesehnte Wende? Der zweimalige Vendée-Zweite ist hungig auf den Sieg wie nie zuvor. Doch auch Thomson gibt alles, um als erster Brite aufs Siegerpodest bei der härtesten Regatta der Welt zu segeln.

Vendée Globe Alex Thomson

Die Konkurrenz muss sich nun sehr sputen, will sie noch in den Zweikampf eingreifen. Der drittplatzierte Sébastien Josse lag mit seiner "Edmond de Rothschild" am Sonntagabend 470 Seemeilen hinter der führenden Booten. Doch weiterhin gilt die wichtigste Weisheit bei Langstrecken: "To finish first, first you have to finish!" – wer siegen will, der muss erst einmal ankommen. Drei der 29 Starter sind bislang ausgefallen. Für die Härteprüfung ist das im Vergleich zu früheren Auflagen eine eher geringe Prozentzahl.


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Themen: Kap der Guten HoffnungKap LeeuwinRekordSodebo UltimThomas CovilleTrimaran

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