Route du Rhum
Der große Gabart: von Sieg zu Sieg

François Gabart hat sein Können mit einem weiteren Ausrufezeichen versehen und die Route du Ruhm in der Imoca-Klasse für sich entschieden

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 14.11.2014

Alexis Courcoux/RdR Feiern hat er schon bei seinem Vendée-Globe-Sieg gelernt. Jetzt ließ er als Route-du-Rhum-Gewinner mit seiner "Macif" auch auf Guadeloupe die Korken knallen

Nach dem umjubelten Rekordsieg von Loïck Peyron feierte die Route du Rhum am Freitag in Point-à-Pitre auf Guadeloupe den nächsten großen Helden: Vendée-Globe-Triumphator François Gabart hat sich bei seiner Rhum-Premiere mit "Macif" den Imoca-Klassensieg in neuer Rekordzeit gesichert.

Vendée Globe/Gabart So raste François Gabart mit "Macif" bei der Vendée Globe zum Sieg

Der französische Solosegler hat die Ziellinie um 18.38 Uhr deutscher Zeit gekreuzt. Die theoretisch 3542 Seemeilen lange Strecke absolvierte Gabart in zwölf Tagen, vier Stunden, 38 Minuten und 55 Sekunden in einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 12,10 Knoten. Tatsächlich hat Gabart sogar 3963 Rhum-Seemeilen unter dem Rumpf, die er mit durchschnittlich 13,54 Knoten im Eiltempo hinter sich brachte. Mit seinem Sprint von Saint Malo nach Point-à-Pitre unterbot er den Rekord, den Roland Jourdain 2006 auf einer Imoca aufgestellt hatte, um sieben Stunden, 20 Minuten und drei Sekunden.

Nach dem Zieldurchgang sagte Gabart: "Das hier ist groß. Es ist die Route du Rhum, nicht einfach irgend etwas. Ich habe mich selber wie nie zuvor angetrieben, um das hier zu gewinnen. Jetzt bin ich glücklich mit dem Ergebnis und meinem Weg dahin. Das Projekt ist erst vor vier Jahren entstanden. Ich bin um die Welt gesegelt und habe gewonnen und nun das. Ich hätte es mit diesem Boot nicht besser machen können. Wir haben nur drei Rennen miteinander absolviert und sie alle gewonnen (Red.: BtoB/Brasil to Brittany, Vendée Globe, Route du Rhum). Doch das hier ist jetzt das Ende unseres gemeinsamen Lebens, in dem wir wunderbare Dinge zusammen erreicht haben."

Gabart sagte weiter: "Ich habe mir selbst hohe Ziele gesteckt. Und ich war traurig, als Vincent (Red.: Riou) ausfiel. Ich hätte froh sein sollen, aber ich war enttäuscht. Wir hätten einen guten Kampf gehabt und uns gegenseitig angetrieben." Der Mann des Tages und neue Held der französischen Solo-Szene berichtete noch, dass er seinen großen Spinnaker bei den Azoren nach dem Passieren einer Front verloren hatte und deswegen keine andere Möglichkeit gehabt habe als schneller zu sein als sein Konkurrent Jérémie Beyou, der ihm bis zuletzt unter Druck gesetzt hatte. Nach der ersten Reaktion auf seinen Sieg wurde Gabart beim Blick auf das Siegerboot "Macif" für einen Moment sentimental: "Es ist nun traurig, dieses Boot zu verlassen. Aber in vier Jahren werde ich mit einem neuen Multi zurück sein."

Vendée Globe/J.M. Liot/DPPI Dieses Bild ist seinen Fans von der Vendée Globe in bester Erinnerung: François Gabart gewann die Nonstop-Weltumseglung für Solosegler

Gabart hat die Transatlantik-Regatta für Einhand-Skipper auf seinem 60 Fuß langen Einrumpfer nahezu fehlerlos absolviert und sich einmal mehr als Großmeister der taktisch klugen Positionierung erwiesen. Über sich selbst sagt der erst 31-Jährige Ingenieur aus La Forêt Fouesnant: "Ich bin ein Träumer, aber ich arbeite sehr hart, um meine Träume zu verwirklichen." Der Shooting-Star mit dem Robert-Redford-Charme schwärmt seit seiner Kindheit für das Meer, Boote und das Hochseesegeln. Wäre er aber nicht als Profisegler, sondern in einem ganz anderen Metier zu Hause, dann hätten es auch die Berge sein können. "Das sind zwar zwei ganz verschiedene Welten, aber sie haben auch Gemeinsamkeiten." Die Segelwelt ist mehr als gespannt darauf, wie dieser François Gabart in Zukunft auf mehr Rümpfen agieren wird.

Curutchet/DPPI Auf einem Rumpf scheint ihm die Welt zu gehören. Was wird ihm mit einer Mehrrumpfkampagne gelingen?


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Themen: François GabartLoïck PeyronMacifRoute du Rhum

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