America's Cup
Der Gegner als große Unbekannte

Die Kiwis können fliegen, aber können sie auch die Verteidiger gefährden? Team New Zealand ist in Gedanken schon beim 34. Duell um den Cup

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 31.07.2013

Guilain Grenier/Oracle Team USA Catch us if you can: Wie schnell sind die Boote der Verteidiger?

In 38 Tagen fällt der erste Startschuss im 34. Match um den America's Cup. Die Karten für das Duell David gegen Goliath scheinen schon vor Halbfinale und Finale der Herausfordererrunde verteilt zu sein. Niemand zweifelt mehr daran, dass es der zweimalige America's-Cup-Gewinner Team New Zealand sein wird, der die Verteidiger vom Oracle Team USA ab 7. September zum Duell bittet. Zu überlegen der Auftritt der Kiwis in der Vorrunde des Louis Vuitton Cup, zu schwach die Leistung der anderen Herausforderer. Deswegen wird längst die alles entscheidende Frage diskutiert: Werden die Kiwis schnell genug sein um die Amerikaner ernsthaft fordern können?

Guilain Grenier/Oracle Team USA Das wüssten nicht nur die Kiwis gerne: Wie schnell sind die beiden US-Boote wirklich?

Eine Antwort darauf hätten vielleicht die Verteidiger, denn sie kennen die Leistungsdaten des neuseeländischen AC-72-Katamarans "Aotearoa" (Land der langen weißen Wolke) aus den Analysen der Vorrundenauftritte und können sie mit den eigenen Daten abgleichen. Umgekehrt gilt das nicht: Team New Zealand hat zwar auch gestern wieder die beiden US-Katamarane bei Training auf dem Wasser studiert, doch Zugriff auf verlässliche Daten haben die Neuseeländer bislang nicht. Den fordern sie nun ein. Dazu hat Team New Zealand einige offizielle Fragen an die Internationale Jury gerichtet. Darunter auch diese: Warum werden keine Daten von den Zweiboot-Testserien der Amerikaner veröffentlicht?

Chris Cameron/ETNZ Rasant unterwegs, aber auch schnell genug für das 34. Duell um den America's Cup? Team New Zealands "Aotearoa" fliegt über die Bucht von San Francisco

Zweirumpf-Spezialist Glenn Ashby, der zuletzt Dean Barkers Position als Steuermann der Neuseeländer übernommen hatte, sagte dem neueeländischen Online-Magazin "Stuff": "Sie kennen unsere Leistungsdaten ziemlich genau. Sie können unsere Zahlen und unsere Winkel analysieren. Wir hatten diese Möglichkeit noch nicht. Also haben sie uns gegenüber einen kleinen Vorteil, weil sie wissen, was wir können. Wir können die Leistungsfähigkeit ihrer Boote bislang nur theoretisch annehmen."

Bis zum Herausfordererfinale ab 18. August, in dem Team New Zealand auf den Sieger des Duells zwischen Luna Rossa und Artemis Racing treffen wird, bleiben den Neuseeländern 18 Tage für die Optimierung ihres Katamarans. Ashby sagt: "Wir haben einige Teile neu gebaut und werden die gute Gelegenheit nutzen, sie in das Boot zu integrieren. Wir müssen schnell sein, wenn wir den Cup gewinnen wollen. Und natürlich gut segeln."

Chris Cameron/ETNZ So soll es für Team New Zealand weitergehen: Mit Siegen auf dem Wasser

Bislang scheinen die Neuseeländer für ihre nationale Mission gut gerüstet zu sein. Für den hochmotivierten Griff nach der Silberkanne blieben nicht nur die Sponsoren Emirates, Toyota, Omega und Camper an Bord. Nespresso stieg ein und die neuseeländische Regierung fördert ihr erfolgreiches Segelteam auf der Jagd nach der ältesten internationalen Sporttrophäe mit knapp 22 Millionen Euro. Bei der letzten publikumsträchtigen Cup-Auflage in der neuseeländischen "City of Sails" Auckland hatte die damalige Premierministerin Helen Clark den America’s Cup 2003 als den am schnellsten wachsenden Wirtschaftszweig ihres Landes identifiziert. Auch deswegen soll die verschnörkelte Silberkanne zurückgeholt werden in das Land der langen weißen Wolke.


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