Silverrudder 2018
Demolition Derby in der Dänischen Südsee

Nach einem haarigen Start in bis zu 35 Knoten Wind und etlichen Havarien hat beim Silverrudder inzwischen fast die Hälfte der Soloskipper aufgegeben

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 22.09.2018
Matthias Bröker auf seinem One-off "Pyleia" beim Start Matthias Bröker auf seinem One-off "Pyleia" beim Start Matthias Bröker auf seinem One-off "Pyleia" beim Start

YACHT/S. Jürgensen Matthias Bröker auf seinem One-off "Pyleia" beim Start

Von den etwas über hundert Teilnehmern, die nach der Startverschiebung gestern erneut für das Einhandrennen rund Fünen gemeldet hatten, sind am Samstagnachmittag nur noch 55 im Rennen. Der Rest hat bereits einen Nothafen angelaufen oder ist auf dem Rückweg nach Svendborg.

Kein Wunder!

Das Wetter entwickelte sich bisher exakt so, wie in den pessimistischeren Synopsen vorhergesagt: Mittelwind 6 bis 7 Beaufort aus West, in Böen 8. Dazu eine steile, knüppelharte Welle, die vor allem ausgangs des Svendborgsunds, wo nach dem Start starker Strom gegen starken Wind stand, die Ostsee brodeln ließ. Eigentlich keine Bedingungen, in denen man eine Solo-Wettfahrt entlang der Küste segeln sollte.

Erwartungsgemäß gab es schon in den ersten beiden Stunden zahlreiche Havarien. Drei Skipper schrammten an der Brücke südlich von Svendborg vorbei. Eine Luffe krachte sogar vierkant gegen eine Mole. Mehrere Yachten liefen auf Grund. Auch leichte Kollisionen und zahlreiche Beinahe-Crashs zeigten, dass die schon legendäre Veranstaltung in ihrem verflixten siebten Jahr an Grenzen stoßen würde.

Und so ging es weiter. In der Dänischen Südsee, die zu einer einzigen Kreuz wurde, landete ein Boot auf den Felsen. Die eigens fürs Silverrudder modifizierte Open 40 "Black Maggy", die bereits Rekordhalterin in der Klasse M ist, verlor nördlich von Lyø den Kohlefasermast.

windy.com Wind in Böen heute Abend

Gegen 15 Uhr zeigte der Tracker bereits Boote in mehreren Ausweichhäfen und einen regelrechten Treck zurück nach Svendborg. Es brauchte offenbar einige Stunden Knüppelei, bevor viele der Einhandsegler sich den Regeln guter Seemannschaft besannen und abdrehten. Das hatten einige andere Teilnehmer bereits kurz nach dem Start getan; manche ersparten sich sogar den Nervenkrieg, unter der Brücke durchzusegeln. Ein sicher schmerzlicher, wenngleich weiser Entschluss. Denn der extrem giftige Wind mit in Böen weit über 30 Knoten soll erst gegen 22 Uhr nachlassen. Bis dahin wird die Zahl der Aufgaben ohne Zweifel noch weiter ansteigen.

Um 15:30 lagen drei deutsche Skipper unter den Top Fünf, alle drei führten in ihrer jeweiligen Klasse: Jochen Denkena auf seiner SunFast 3200 "Arrabbiata", Jonas Hallberg auf der JPK 10.10 "Hinden" und Bernd Petrick auf der JPK 10.80 "Milou".

Hier geht es zum Silverrudder-Livetracker von TracTrac, den es auch als App gibt.


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Themen: Dänische SüdseeEinhand-RegattaRund FünenSilverrudder 2018Svendborg

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