Kieler Woche
Das Generationsduell: Buhl vs. Scheidt

Philipp Buhl will nach durchwachsenem Saisonstart zurück auf die Erfolgswelle: Ein Sieg über Scheidt käme als Motivationsschub gerade recht

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 18.06.2013

okPress Dieses Gefühl möchte Titelverteidiger Philipp Buhl noch einmal erleben: 2012 gewann der Allgäuer den Kieler-Woche-Krimi im Laser

Der eine will seinen 2012 spektakulär im Duell mit Landsmann Simon Grotelüschen gewonnenen Kieler-Woche-Titel gern verteidigen, der andere hätte ihn – passend zum olympischen Comeback in der Laserklasse – gern zurück: Der junge Europameister Philipp Buhl fordert den mit allen Wassern gewaschenen Doppel-Olympiasieger und fünfmaligen olympischen Medaillengewinner Robert Scheidt zum Kieler-Woche-Duell.

Pierrickcontin/Coych Medaillen und Erfahrung sprechen für Robert Scheidt als Top-Favorit im Laser

Der 23-jährige Allgäuer will sich am 40 Jahre alten Brasilianer messen. Die beiden Ausnahmetalente treffen vom 22. bis 26. Juni in der olympischen Hälfte der Kieler Woche im hochkarätig besetzten Feld der Laser aufeinander, müssen aber im Kampf um den Titel auch noch eine Reihe weiterer internationale Top-Segler im Auge behalten. "Für mich hat die Saison nicht perfekt begonnen, aber ich möchte meinen Titel gern verteidigen", sagte Philipp Buhl, der zu den größten deutschen Olympiahoffnungen des Segelsports zählt und Anfang September das Team "All in Racing" in den Youth America's Cup führen will. Der Jungstar sagte bei der Pressekonferenz zur Kieler Woche: "Kiel ist für mich immer etwas Besonderes, das Heimrevier. Wie hier Segeln präsentiert wird, ist weltweit einmalig."

Neben dem Gipfeltreffen der Generationen zwischen Buhl und Scheidt gibt es weitere faszinierende Duelle, Drei- oder Vierkämpfe, die zur 119. Kieler Woche die Fans begeistern könnten, die mit Live-Übertragungen und Kommentaren im Olympiazentrum informiert und unterhalten werden. Das gilt sowohl für die olympischen Disziplinen, in denen mit dem Sailing Team Germany nahezu die gesamte Nationalmannschaft antritt, als auch für die internationalen Klassen in der zweiten Hälfte der Kieler Woche, in der die anspruchsvolle 505er-Klasse ins Rampenlicht segeln dürfte: Weltmeister und Kieler-Woche-Rekordsieger Wolfgang Hunger wird an der Seite von Vorschoter Julien Kleiner versuchen, seine Bestmarke von 20 Titeln um einen weiteren Sieg zu erhöhen. Doch nicht nur die amtierenden Hamburger Weltmeister Claas Lehmann und Leon Oehme wollen Hungers Höhenflug stoppen – auch die vor Kiel so oft erfolgreichen Europameister Meike Schomäker und Holger Jess möchten Hunger neben weiteren starken 505er-Crews Einhalt gebieten.

Christophe Favreau/SAP So freuten sich Claas Lehmann und Leon Oehme über ihren 505er-WM-Titel. Können sie Rekordsieger Hunger und Julien Kleiner bei der Kieler Woche in Schach halten?

Neu ist bei dieser Kieler Woche das radikal veränderte Reglement für die olympischen Disziplinen, das vorzeitige Siege verhindern und Spannung bis zum Schluss gewährleisten soll: Nur die sechs besten Mannschaften ziehen nach der Vor- und Hauptrunde in das Medaillenfinale ein, nehmen alle bis dahin erbrachten Leistungen lediglich als ein im Durchschnitt ermitteltes Rennergebnis mit. So startet jedes der sechs Teams mit Siegchance in den Endlauf.

Im 131. Jahr seit der Premiere der weltgrößten Regattaserie werden rund 4500 Aktive aus 50 Ländern erwartet. Acht Tage lang sind neben den kleineren Jollen und Kielbootklassen auch die "BigBoats" gefordert. Zu den prominenten Teilnehmern zählt auch Olympiasieger und America’s-Cup-Gewinner Jochen Schümann, der mit der 100-Fuß-Maxiyacht "Esimit" erstmals in die Ostsee kommt und am Auftaktrennen von Kiel nach Eckerförde teilnimmt. Die Kieler Woche endet nach insgesamt neun Regattatagen am 30. Juni.


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Themen: 505erBuhlHungerKieler WocheLaserSchümann

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