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Das Destruction Derby geht weiter

Der Atlantik zeigt weiter seine Zähne: Der nächste Sturm kommt, zwei weitere Open 60 scheiden aus, ein 50-Fuß-Tri rammt einen Container

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 29.10.2015

Mark Lloyd Der letzte Ausfall: Alex Thomsons "Hugo Boss" läuft nach Vigo ab

Die Hiobsbotschaft des Tages kam gestern vom 50-Fuß Tri "La French Tech Rennes Saint-Malo" von Gilles Lamiré und Yvan Bourgnon. Das Boot rammte in voller Fahrt einen treibenden Container, worauf sich die Bugpartie des Backbord-Schwimmers abbrach. Die beiden Skipper sind aber wohlauf und versuchen, das Boot derzeit langsam zur Küste zurück zu segeln.

In Sicherheit sind auch Lionel Lemonchois und Roland Jourdain, die gestern nach der Kenterung ihres Maxi-Tris "Prince de Bretagne" zunächst im Boot blieben, um auf die Bergung durch ihr Shoreteam zu warten. Da sich das Wetter zunehmend verschlechterte, ließen sich die beiden dann doch von einem Hubschrauber der spanischen Coastguard abbergen. Die Rettungsaktion lief so schnell und reibungslos ab, dass die beiden Skipper keine 15 Minuten nach Ankunft des Helis auf dem Weg zum Festland waren.

La French Tech Der Backbord-Rumpf von "La French Tech" nach dem Crash mit dem Container

Auch die Flotte der Open 60 wurde weiter dezimiert. Heute morgen meldeten Alex Thomson und Guillermo Altadill nicht näher geschilderte technische Probleme mit ihrer brandneuen "Hugo Boss". Zunächst drehte das Duo bei und versuchte, den Schaden selbst zu beheben, doch da dies nicht richtig gelang, läuft das Boot nun nach Vigo ab. Auf dem Rückweg ist auch Arnaud Bossières mit Stan Maslard, die das Großsegel ihrer "Le Bateau des Métiers by Aerocampus" zur Hälfte zerissen. 

Auch bei den Class 40 gab es Ausfälle, "Team Concise" und "Bretagne Crédit Mutuel" mussten gestern das Rennen aufgeben.

Derweil hat die Gruppe der Open 60s, die kurz nach dem Start nach Westen in den Sturm segelten, die Führung übernommen. Vincent Rious "PRB" hat Yann Eliès und Charlie Dalin ("Queguiner Leucémie Espoir") knapp von der Spitze verdrängt. 20 Meilen dahinter folgen Armel Le Cléac'hs "Banque Populaire VIII" und "SMA" mit Michel Desjoyeaux und Paul Meilhat. Die Führungsgruppe liegt westlicher als der Rest des Feldes, der sich weiter östlich positioniert hat. Dort wollen letztere dem Sturmtief etwas ausweichen, auf das die Führungsgruppe heute Vormittag trifft, und erneut um die 35 Knoten Wind bekommt.

Transat Jaques Vabre Die Positionen der Open 60 heute Morgen

Die Maxi-Trimarane sind dem härtesten Wetter schon entkommen, segeln bereits auf Höhe der Kanaren. Die Führende "Sodebo Ultim" von Thomas Coville und Jean-Luc Nélias hält dabei das hochgewettete Duo von Vendée-Globe-Gewinner François Gabart und Pascal Bidégorry auf "Macif" weiter auf Distanz, der Rückstand beträgt rund 40 Meilen. Dieses Duell verspricht ein heißes zu werden. Die neue "Macif", ein VPLP-Design, gilt zurzeit als das modernste Boot des Maxi-Tri-Zirkus, doch Covilles "Sodebo", die eigentlich uralte, aber massiv umgebaute "Gemini" von Tri-Legende Olivier de Kersausson, scheint bislang auf Augenhöhe zu segeln. Man darf gespannt sein, wie das in den Passat-Bedingungen sein wird. Zurzeit sieht es so aus, als ob beide Boote sich recht lange dicht unter der Küste Afrikas weiter gen Süden hangeln.

Das schwerste Los haben sicherlich die Class-40-Skipper im Feld: Nach dem rauen Start wird sie auch der zweite Sturm voll treffen, da sie die Biskaya gerade erst verlassen haben und dem aufziehenden Tief nicht ausweichen können.


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Themen: CovilleHugo BossPRBPrince de BretagneSodebo UltimTransat Jacques Vabre

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