Sailing World Cup
Dämpfer für die DSV-Flotte

Beim Weltcup vor Hyères konnte die Nationalmannschaft nicht an ihre gute Frühform anknüpfen, doch einige Teams sorgten dennoch für Glanz

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 27.04.2013

JM Liot/DPPI/Hyères Fünf Siege in zehn Wettfahrten: Heiko Kröger gewinnt vor Hyères souverän

Nach dem gelungenen europäischen Weltcup-Auftakt vor Palma de Mallorca musste die Segel-Nationalmannschaft Audi Sailing Team Germany bei der Weltcup-Regatta vor Hyères in Frankreich einige Dämpfer einstecken. Shooting Star und Laser-Europameister Philipp Buhl aus Sonthofen fand seinen Rhythmus nicht und sich selbst am Ende der einwöchigen Serie nur auf Platz 17 wieder. "Er hat es sich selber etwas schwer gemacht und ist dann in eine Negativ-Spirale reingeraten. Ein Drama ist Platz 17 in diesem extrem stark besetzten Weltklassefeld aber auch nicht", urteilte Lasertrainer Thomas Piesker, der seit Januar auch als Trainer-Koordinator für den Deutschen Segler-Verband (DSV) im Einsatz ist. Buhl agierte ein wenig wie einst, als ihm Extremschläge den Spitznamen "Mr. Other Side" eintrugen. "Technik und Speed aber stimmten", sprach Piesker seinem Schützling dennoch Lob aus.

Die neu formierte deutsche 49er-FX-Frauengruppe setzte sich mit einer guten Gesamtleistung in Szene: Leonie Meyer raste mit ihrer französischen Ersatzvorschoterin Caroline Vandame und zwei Siegen in den drei Medaillenrennen der Highperformance-Jollen nur knapp am ersten Podiumsplatz ihrer Karriere vorbei, belegte Platz vier. Tina Lutz und Susann Beucke hatten das Medaillenrennen der besten acht Teams ebenfalls erreicht, kamen aber dort nicht so gut in Fahrt wie zuletzt und beendeten den Weltcup auf Platz acht. Platz zehn erreichten Victoria Jurczok und Anika Lorenz aus Berlin. Als Zwölfte beendeten die Kieler Zwillinge Jule und Lotta Görge den Weltcup-Lauf in Frankreich.

Jean-Marie Liot/DPPI/FFVOILE 49er-Feld vor Hyères: Jan Hauke Erichsen und Max Lutz links im Bild

Erik Heil und Thomas "Tomi" Plößel, vor wenigen Wochen noch umjubelte 49er-Weltcupsieger vor Palma de Mallorca, zeigten mit dem erneuten Erreichen der Medaillenrennen, dass ihr Sieg in Spanien keine Eintagsfliege war. In der Gesamtwertung musste die NRV-Crew dieses Mal aber mit Platz acht zufrieden sein. Auch Jasper Wagner und Dustin Baldewein vom Verein Seglerhaus am Wannsee zogen nach der 470er-Hauptrunde in die Medaillenrennen ein und belegten Platz zehn. Ihre Vereinskameradinnen Annika Bochmann und Lisa Panuschka wurden Achte im 470er Frauenfeld.

Das Fehlen der RS:X-Surfer Toni Wilhelm und Moana Delle, die sich im nacholympischen Jahr auf ihr Studium konzentrieren wollen und müssen, machte sich schmerzlich bemerkbar. Bei ihrem einzigen Weltcup-Start vor Palma de Mallorca waren der Olympia-Vierte und die Olympia-Fünfte fast "aus dem Stand" auf die Plätze zwei und drei gesurft. Ohne sie blieben die Olympiasegler in Frankreich ohne Podiumsplätze.

Claire ADB/ISAF Sailing World Cup Jens Kroker und seine Sonar-Mannschaft segeln auf Platz 2

Als verlässliche Punktgaranten erwiesen sich dagegen einmal mehr die Paralympics-Segler: Heiko Kröger aus Jersburg ersegelte sich den Sieg vor Hyères mit einer souveränen Leistung und fünf Wettfahrtsiegen in zehn Rennen. Das Sonar-Team um Skipper Jens Kroker rauschte auf Gesamtplatz zwei und unterstrich damit: Die deutschen Paralympics-Segler sind schon die Macht, die das Audi Sailing Team Germany im olympischen Segelsport noch werden will. Chef im Segelring bleiben einstweilen die Briten, die vor Hyères in zehn olympischen Disziplinen drei Siege und insgesamt acht Podiumsplätze einfuhren. Und das auch ohne ihren viermaligen Goldjungen Ben Ainslie, der sich in den America's Cup verabschiedet hat.

Claire ADB/ISAF Sailing World Cup Drückende britische Überlegenheit im Finn: Weltmeister Giles Scott musste vor Hyères mit Platz zwei zufrieden sein, weil sein Landsmann Andrew Mills noch besser war ...


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Themen: BeuckeHeilHyèresKrögerKrokerLutzMeyerPhilipp BuhlPlößelThomas PieskerWeltcup

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