Segeln olympisch
Croce schließt Starboot-Comeback aus

Der neue Isaf-Präsident Carlo Croce glaubt nicht an das olympische Starboot-Comeback in Rio und verweist auf IOC-Präsident Jacques Rogge

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert vor 8 Jahren

onEdition Robert Stanjek und Frithjof Kleen bei ihrer Olympia-Premiere im Starboot vor Weymouth

"Schau mal, Carlo, das Starboot wird nicht in Rio sein." So klar und unmissverständlich hat sich IOC-Präsident Jacques Rogge laut Isaf-Präsident Carlo Croce ihm gegenüber zum Comeback-Begehren der ältesten olympischen Bootsklasse geäußert. Der Weltseglerverband (Isaf) hatte das Starboot selbst vor den Olympischen Spielen 2012 für 2016 aus dem Programm gestrichen.

segel-bilder.de/Kieler Woche Robert Scheidt hat sein Starboot zurzeit wieder gegen den Laser getauscht. In der Einhandklasse gewann er 1996 und 2004 olympisches Gold

Dennoch hatte nicht nur Brasiliens Segelstar und Starboot-Steuermann Robert Scheidt am Ende der olympischen Starboot-Regatta vor Weymouth im Spätsommer 2012 gesagt: "Ich weiß nicht, wie unsere Chancen stehen. Aber wir haben in dieser Woche eine gute Show geboten. Bis zum finalen Medaillenrennen war nichts entschieden. Wie schon vor vier Jahren. Es ist eine großartige Klasse mit großartiger Atmosphäre und wirklich guten Athleten. Ich denke, die Klasse verdient es, 2016 in Rio dabei zu sein." Das Starboot galt als Königdisziplin unter den olympischen Klassen.

"Sie werden nein sagen", glaubt aber Carlo Croce, "das ist mein persönliches Verständnis der Lage. Ich selbst habe viele Jahre Star gesegelt, liebe das Boot und die Klasse. Doch die Kosten übersteigen die Möglichkeiten zu vieler Länder. Natürlich sind Brasiliens beste Starbootsegler Nationalhelden. Überall auf dem Planeten gibt es berühmte Starbootsegler. Dieser Punkt spricht für den Star. Vor Weymouth ging es in der Starbootklasse spektakulär zu. Aber es waren nur 16 Boote am Start. Ist das gut genug für einen olympischen Wettbewerb? Der wichtigste Punkt ist der Anspruch des IOC an Allgemeingültigkeit. Die Laser haben Hundertschaften von Booten. Vielleicht kann das Nein in Richtung Starboot dem Kiteboard helfen, 2020 als elfte Disziplin aufgenommen zu werden."

Die weltweite Starbootgemeinde wird die aufgezeigte Chance für die Kiter kaum trösten. Sie haben ihre Hoffnungen auf den Einsatz als zusätzliche elfte Segeldisziplin im Olympiarevier vor Rio de Janeiro noch immer nicht aufgegeben, kämpfen hinter den Kulissen weiter für das Zweimann-Kielboot, das regelmäßig prominente Segler an die internationalen Startlinien lockt.

Zweimal gelang dem Starboot in der Olympia-Geschichte schon das Comeback. In Brasilien steht Segeln, verteilt auf 7400 Küstenkilometer, hoch im Kurs. Mit 16 bei den Olympischen Spielen gewonnenen Segelmedaillen ist der Sport die Nummer eins der künftigen Gastgeber der Olympischen Spiele. Mit dem fünfmaligen Medaillengewinner Torben Grael ist ein Segler der erfolgreichste Olympiateilnehmer Brasiliens in der Sportgeschichte des Landes. Und der ist: Starbootsegler! Zuletzt gewannen der zweimalige Olympiasieger Robert Scheidt und sein Vorschoter Bruno Prada in der Klasse Bronze in England.

Frühestens im September, möglicherweise sogar erst im Frühjahr 2014, soll endgültig entschieden werden. Die Starbootbefürworter ringen beharrlich um ihren verlorenen Status, setzen dabei auch auf die Möglichkeiten der brasilianischen Gastgeber, äußern sich aber nicht öffentlich zu ihrem Anliegen, um ihre Mission nicht zu gefährden. Bei der Kieler Woche werden die Starboote entsprechend ihres nicht olympischen Status im zweiten internationalen Teil ab 27. Juni starten.


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Themen: Carlo CroceComebackJacques RoggeOlympische SpieleRio de JaneiroStarbootTorben Grael

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