Regatta-News
Comeback geglückt

Der ehemalige Weltranglisten-Erste im Match-Race Sten Mohr aus Dänemark besiegt am Bodensee Team Shosholoza und die deutsche Spitze

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 25.04.2005

speedwave/visioneo

Vor fünf Jahren war Sten Mohr der beste Match-Racer der Welt. Der Däne lag als Amateur an der Spitze der Weltrangliste, während sich die America's-Cup-Teams für den Showdown in Auckland formierten. Mohr schlug die Coutts, Barkers und Gilmours nach Belieben, dann hörte er auf.

Er wollte nicht warten, bis die Profis beginnen würden, ihn zu besiegen. Die Familie mit drei kleinen Kindern forderte seine Aufmerksamkeit. Ein Abgang mit Stil.

Doch jetzt ist er wieder da. Am Bodensee gewann er überlegen den Qualifikationswettkampf für das Match Race Germany. Er besiegte im Finale der Grade-3-Regatta das südafrikanische Shosholoza-Team um Steuermann Ian Ainslie 2:0. Der Erfolg kam nicht zufällig. Vor wenigen Monaten lief ihm die Crew des Weltranglisten-Zehnten Lars Nordbjerg sozusagen zu. Sie hatte sich nach fünf Jahren mit ihrem Ex überworfen.

Eine bessere Chance für den Wiedereinstieg gab es nicht. Den ganzen Winter trainierte Mohr vor Kopenhagen im Match Race Center und gewann prompt nicht nur ein dänisches Grade-4-Event souverän, sondern auch eine Freundschaftsserie, bei der er Doppel-Olympiasieger Jesper Bank und den dänischen Ausnahme-Match-Racer Jesper Radich schlagen konnte. Im vergangenen Monat tauchte auch Russell Coutts für ein Training in Dänemark auf.

speedwave/visioneo

Folgerichtig gewann er am Wochenende in der Vorrunde die ersten acht Rennen, bis er überraschend vom Lokalmatadoren Tino Ellegast besiegt werden konnte, der sich damit einen Platz unter den letzten vier Teams sichern konnte. Ian Ainslie landete mit fünf Siegen auf Platz zwei vor der Fresh-Seventeen-Nachwuchshoffnung Jan Eike Andresen.

Aber der Bodensee ließ keine Halbfinals zu. Nach guten Bedingungen am Freitag schaffte es die Wettfahrtleitung des Yachtclub Langenargen unter der Leitung von Wettfahrtleiter Rudi Magg nicht mehr, die vorgesehenen Läufe aussegeln zu lassen.

Im Finale trafen deshalb die Führenden nach der Round-Robin-Serie Mohr und Ainslie aufeinander. Der ehemalige Finnsegler und Match-Race-Anfänger aus Südafrika unterlag erwartungsgemäß mit 0:2, zeigte aber eine erstaunliche Lernkurve.

speedwave/visioneo

Spannend wurde das kleine Finale, weil durch die Absage des Franzosen Luc Pillot beim Match Race Germany ein weiterer Platz vergeben werden konnte. Das Duell der beiden Nachwuchssegler Andresen (Hamburg) und Ellegast (Konstanz) wurde mit aller Härte geführt und konnte erst nach dem Eingreifen der internationalen Schiedrichtercrew um Chiefumpire Rüdiger Schuchardt (Essen) zugunsten von Jan Eike Andresen entschieden werden. Seine Crew kam mit den werftneuen Yachten vom Typ Bavaria 35match besser zurecht und siegte mit 2:0.

Das Match Race Germany 2005 mit der Weltelite der Segler findet vom 11. bis 16. Mai 2005 vor der Schlosskulisse in Langenargen in Ufernähe statt. Die Veranstalter Eberhard Magg (Speedwave, Kressbronn), Harald Thierer/Bernhard Müller (Visioneo, Langenargen) und der Yachtclub Langenargen e. V. (Präsident Jens Krose) präsentieren ein hochattraktives Rahmenprogramm.

Doppeldecker-Flugschauen, ein spektakulärer Fallschirmsprung mit 8er-Formation, ein ganztägiges Unterhaltungs- und Musikprogramm soll die Langenargener Uferpromenade in eine fröhlich-bunte Landmeile verwandeln. Am Abend sorgen das Open-Air-Kino direkt am Wasser, ein Empfang im Schloss, Jürgen Waideles Conversation und Elisa K., Trash for Fun, The Bluesblasters, Dixies Treibhausventil für eine der größten Wassersportveranstaltungen in Deutschland.

Ergebnisse:

1. Sten Mohr
2. Ian Ainslie
3. Jan Eike Andresen
4. Tino Ellegast
5. Carsten Kemmling
6. Eric Monin
7. Andreas Willim
8. Undine Hopsch

www.matchrace.de


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Themen: EventsMaiMatch Race Germany 2005Regatta

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