Rekordyacht
"Comanche" geht bald auf Jagd

100 Fuß lang, 26 Knoten schnell, aber keine Toilette: So definiert sich die neue Yacht von Milliardär Jim Clark, der Rekorde knacken will

  • Lars Bolle
 • Publiziert am 22.10.2014

George Bekris Kompromisslos: „Comanche", die neue 100-Fuß-Yacht von Jim Clark

Clark, 70, der milliardenschwere Gründer von Vorzeigeunternehmen wie Silicon Graphics und Netscape sowie Eigner exquisiter Megayachten wie "Hyperion (47m/Frers), "Athena" (90 m/Dykstra) und "Hanuman" (J-Class-Replik), wird nun zum Rekordjäger. Sein neuestes Boot ist "Comanche," eine 100-Fuß-Rennflunder, die von den französischen Designern VPLP und Guillaume Verdier mit dem expliziten Auftrag konstruiert wurde, jeden Geschwindigkeitsrekord für Monohulls bei Ozeanregatten zu brechen.

"Bei diesem Boot gibt es keine Kompromisse", sagte Verdier gegenüber dem Fachmagazin "Yachting World". "Keine Einrichtung und auch keine Schiffstoilette – wie auf einem Open 60." Diese Aussage kommt nicht von ungefähr, denn VPLP und Verdier waren auch die Konstrukteure der beiden Top-Boote "Macif" und "Banque Populaire" bei der letzten Vendée Globe. "Der Freibord ist nicht höher als beim Open 60, deshalb war Sicherheit an Deck ein großes Thema." Ausgestattet mit Neigekiel, U-förmigen Steckschwertern und einer Batterie von Coffeegrindern für den manuellen Betrieb der gigantischen Winschen, soll "Comanche" auf Raum- oder Halbwindkursen bis zu 26 Knoten schnell sein.

George Bekris Viele Menschen: Im manuellen Modus braucht „Comanche" Muskelkraft 

Das Boot, das bei Hodgdon Yachts im US-Bundesstaat Maine gebaut worden war, absolvierte unlängst die ersten Testfahrten an der US-Ostküste und wird nun nach Australien verschifft, wo es zu Weihnachten beim Sydney-Hobart-Rennen seine Regattapremiere geben und dabei auf andere 100-Fußer wie den Titelverteidiger und Inhaber des aktuellen Streckenrekordes "Wild Oats XI" treffen wird oder auf "Perpetual Loyal", die früher unter dem Namen "Speedboat" lief und als Vorbild für das Konzept von "Comanche" diente.

Dykstra & Partner Jim Clark und Kristy Hinze

Das ambitionierte Projekt wird vom Amerikaner Ken Read geleitet, der sich als Steuermann beim America's Cup und als Skipper von Puma beim Volvo Ocean Race einen Namen machte. "Unser Ziel ist es, das Boot bei allen wichtigen Regatten an den Start zu bringen", sagte Read, der auch Geschäftsführer von North Sails ist. Gemeint sind damit Veranstaltungen wie Transatlantic Race, Transpac, Fastnet, Newport–Bermuda und Middle Sea Race.
Clark, der mit dem australischen Fotomodell Kristy Hinze, 35, verheiratet ist und mit ihr auch zwei Kinder hat, könnte fallweise auch selbst steuern, doch das sei "abhängig vom Wetter", wie Read es formulierte. "Wenn wir uns beim Transat vor eine Kaltfront legen, würde er es wohl auch für 20 Millionen nicht machen."

Comanche 100-Fuß-Supermaxi

13 Bilder

Die ersten Segelbilder der "Comanche", Jim Clarks 100-Fuß-Supermaxi fürs Sydney Hobart


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