Segeln olympisch
Buhl gekentert, aber noch nicht k.o.

Ausgerechnet einen Tag vor dem Finale erlebt Lasersegler Philipp Buhl einen schwarzen WM-Tag, segelt aber trotzdem noch auf Medaillenkurs

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 07.07.2015

Team Buhl Am Finaltag geht es für Deutschlands besten Lasersegler um eine WM-Medaille

So hatte sich Deutschlands Hoffnungsträger Nummer eins seinen Vorschlusstag bei der Laser-WM vor Kingston in Kanada wahrlich nicht vorgestellt: In den drei Rennen am Dienstag gab es für den Sonthofener Sportsoldaten kein Durchkommen. In der ersten Wettfahrttag verhagelte ihm ein Frühstarter den eigenen gut angelegten Start, in der zweiten kenterte er, und in der dritten landete er nach gutem Beginn auf der rechten Seite, doch die Post ging links ab. Selten nur hört man den meist gelassenen und gut gelaunten Athleten schimpfen. An diesem Tag hat er es getan. Mit sich selbst. Am meisten ärgerte er sich über die Kenterung. Da wollte er einfach auf einer Welle abfallen, als plötzlich so viel Druck nach Luv entstand, "dass es mich reingehämmert hat". Er hat sich "geärgert ohne Ende" über diesen "banalen Sch... fehler". Unter dem Strich kam der Steuermann vom Segelclub Alpsee Immenstadt am Abend mit den Rängen 15, 16 und 27 zurück in den Hafen. Da war es um seine mit herausragenden Leistungen in den vergangenen Tagen so hart erkämpfte Führung geschehen.

Luca Bartuluvic/Laser World 2015 Kingston Kämpft am Mittwoch im ehemaligen Olympiarevier von Kingston um eine WM-Medaille: Philipp Buhl im Laser

Nun startet Deutschlands Segler des Jahres am Mittwoch von Platz drei aus ins Finale. Weil die Wettfahrtleitung aber gern noch etwas von dem durch zwei Flautentage reduzierten Programm nachholen möchte und das ja auch schon am Dienstag mit drei Rennen anteilig getan hatte, werden am letzten WM-Tag nach Möglichkeit noch einmal drei Rennen gesegelt. Das bedeutet drei Aufholchancen für Philipp Buhl – aber auch für die anderen Medaillenkandidaten. Es wird für alle schwer, denn der Brite Nick Thompson war am Dienstag als Einziger in der Spitzengruppe mit niedrigen einstelligen Ergebnissen durch den Tag gekommen, hat sich nun mit 27 Zählern auf dem Konto bereits 20 Punkte Vorsprung auf den auf Platz zwei vorgerückten Australier Tom Burton (47 Punkte) erarbeitet und kann sich sogar noch ein dickes Streichergebnis leisten. Hinter Burton liegt Philipp Buhl mit 52 Punkten auf Platz drei. Ihm folgen angesichts möglicher drei Rennen mindestens ein Dutzend erfolgshungriger Gegner, die mit einem perfekten Finaltag noch nach einer Medaille greifen könnten.

onEdition Muss und will am Mittwoch in den letzten drei Wettfahrten noch einmal alles geben: Philipp Buhl

Buhl selbst musste am Abend "erstmal mental klarkommen", klang aber im Gespräch mit YACHT online schon wieder optimistisch und berichtete von der guten Tagesleistung seines Sparringspartners Tobias Schadewaldt. Der Kieler-Woche-Sieger hatte sich nach missglückter Vorrunde unter Wert in der Silberflotte einreihen müssen, fand dort aber wieder zu guter Form. "Tobi hat heute super gesegelt. Ich gehe gleich zum Debriefing mit ihm. Mal sehen, ob ich da noch etwas lernen kann." Buhls Plan für den voraussichtlich arbeitsintensiven Finaltag ist in wenigen Worten zusammengefasst: "Einfach drei Rennen gut segeln."

KiWo/www.segel-bilder.de Der Kieler-Woche-Sieger Tobi Schadewaldt kam zum Auftakt der WM nicht in Fahrt, zeigt aber gute Leistungen in der Silberflotte der WM


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