Laser-WM
Buhl bleibt dran, Scheidt überzeugt

Philipp Buhl konnte auch am zweiten Tag der Laser-WM glänzen. Bundestrainer Thomas Piesker traut ihm sogar den Griff nach einer Medaille zu

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 18.11.2013

Mark Lloyd/Oman Sail Überzeugte am zweiten WM-Tag erneut mit guter Geschwindigkeit und Rang drei im dritten Rennen: Philipp Buhl

Sein überragender Tagessieg zum Auftakt war keine Eintagsfliege: Philipp Buhl hat bei der Laser-Weltmeisterschaft im Oman erneut bewiesen, dass er der Weltspitze als feste Größe zuzuordnen ist. Mit Rang drei im dritten Rennen verbesserte sich der Sonthofener Steuermann auf Platz acht im Zwischenklassement. "Es hätte heute auch Rang zwei sein dürfen, aber ich freue mich trotzdem über das Ergebnis", sagte Buhl nach dem einzigen Rennen des Tages. Knapp 50 Meter vor dem Ziel musste Buhl den stark aufkommenden Brasilianer Bruno Fontes passieren lassen, hatte aber im Rennen wieder seine überragende Grundschnelligkeit in den frischen Winden um 3 bis 4 Beaufort unter Beweis gestellt.

"In diesen Windbedingungen", erklärte Buhl, "kann ich das Feld neben zwei, drei weiteren Leuten tatsächlich dominieren. In leichteren Winden dagegen muss es für mich optimal laufen, um in der Spitzengruppe zu segeln." Trainer Thomas Piesker traut seinem Schützling bei den Titelkämpfen in der Bucht von Mussannah einiges zu und sagte gegenüber YACHT online vor Ort: "Mit dem dritten Rang heute bleibt Philipp im Geschäft. Es war ein sehr wichtiges Rennen für ihn. Es gibt nun einige Jungs, die sich langsam vom Feld absetzen. Philipp gehört dazu. Wir müssen in den kommenden Tagen hart für die Stabilisierung dieser Leistung arbeiten. Wenn Philipp konstant weitersegeln kann, dann hat er auch eine Chance, um die Medaillen zu kämpfen." Den Tagessieg sicherte sich in Buhls Gruppe der Kroate Tonci Stipanovic vor Bruno Fontes. Ein weiteres Rennen gab es nicht, weil Buhls Vorrundengruppe aufgrund mehrerer Massenfrühstarts viermal zurückgerufen werden musste. So vergingen fast zwei Stunden bis zum geglückten Start.

Mark Lloyd/Oman Sail Eindrucksvolle Segelszene eines US-Sportlers, eingefangen vom britischen Fotografen Mark Lloyd

Pünktlich zum Nationalfeiertag der Gastgeber stieg am Montag die Spannung in der Al-Mussanah Sports City am Golf von Oman. Am zweiten Tag der Titelkämpfe konnten sich die Favoriten eindrucksvoll in Szene setzen. Nur Spitzenreiter Nick Thompson fiel nach seiner Frühstart-Disqualifikation zunächst auf Platz 34 zurück, nahm die Hiobsbotschaft aber mit Fassung auf: "Es war eine enge Entscheidung, aber sicher nicht nur Pech, denn das ist im Segelsport selten. Ich bin ein bisschen enttäuscht, denn diese Disqualifikation wird mir das Leben an den nächsten Tagen schwerer machen."

Mark Lloyd/Oman Sail Sie reisten aus aller Welt zur Laser-WM an: 126 Starter aus 51 Nationen kämpfen bei der 39. Laser-WM um Titel und Plätze

Einen Trost aber gibt es für Thompson: Ab der vierten Wettfahrt können die WM-Segler ihr schlechtestes Vorrundenergebnis streichen. Dann wird sich nicht nur Thompsons Platzierung wieder sprunghaft verbessern. Kann Philipp Buhl weiter auf der Erfolgswelle segeln, könnte er seinen 17. Rang vom Auftakt aus der Wertung nehmen und am Dienstag ebenfalls einen Satz in Richtung der Podiumsplätze machen. Die Vorrunde mit maximal acht Wettfahrten endet am Mittwoch, bevor sich ohne Pause die dreitägige Finalrunde anschließt, in der ebenfalls täglich zwei Wettfahrten geplant sind. Ab der zehnten Wettfahrt können die Segler dann im Finale ein zweites Ergebnis streichen.

Mark Lloyd/Oman Sail Bereits am zweiten Tag hat Robert Scheidt nach achtjähriger Abstinenz von Laser-Weltmeisterschaften wieder alles im Griff und gewinnt die dritte Wettfahrt

Spitzenreiter sind nach den ersten drei Wettfahrten mit jeweils zehn Zählern punktgleich der Kroate Tonci Stipanovic, der achtmalige Laser-Weltmeister Robert Scheidt und der Zypriote Pavlos Kontides. Segelstar Robert Scheidt feierte am Montag seinen ersten Tagessieg und sagte lachend: "Ich bin echt glücklich! Man kann also auch im Alter von 40 Jahren noch Rennen gewinnen..." Es war das Understatement des Tages, denn der fünfmalige olympische Medaillengewinner zählte schon vor Beginn der Titelkämpfe zum erweiterten Favoritenkreis, obwohl er zum ersten Mal seit acht Jahren wieder an einer Laser-Weltmeisterschaft teilnimmt. Anzumerken ist ihm das auf dem Wasser nicht.

Mark Lloyd/Oman Sail Robert Scheidt kämpfte, spielte mit den Drehern, raste auf dem Vormwindkurs davon und gewann Wettfahrt drei


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Themen: Laser WM OmanOmanPhilipp BuhlRobert ScheidtTonci StipanovicTopnews_24_2013

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