Global Ocean Race
Bruch und Chaos auf der dritten Etappe

Die beiden Top-Boote sind bei Sturm mit Defekten ausgefallen. Und der angeschlagene Ross Field fordert den Abbruch des Teilstücks

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 11.02.2012

GOR Vom ersten Platz aufs Abstellgleis: BSL mit Ross und Campbell Field

Richard Gladwell/Sail World Verletzt und schlechter Laune: Ross Field beim Krankenhausbesuch in Neuseeland

Schwerer Sturm und gewaltige Wellenberge haben beim Global Ocean Race die beiden Top-Boote, BSL (NZL) und Campagne de France (FRA), zur Aufgabe der dritten Etappe gezwungen. Ross Field, der Skipper der bisher führenden BSL, musste bei seiner Rückkehr nach Neuseeland im Krankenhaus wegen einer Rückgratverletzung behandelt werden. Und zu allem Überfluss entschloss sich die Rennleitung kurzerhand, das Pflichtgate weiter nach Süden zu verlegen, womit man den im Rennen verbleibenden drei Booten die Taktik kräftig durcheinanderbrachte. Alles in allem: chaotische Zustände.

„Wir waren schon immer gegen ein zwingend vorgeschriebenes Gate”, ereiferte sich Field gegenüber "Sail World". Er und sein Sohn Campbell hatten sowohl die Etappe als auch das Gesamtklassement angeführt, als ihre Class 40 BSL bei Sturm auf einem für diese Boote völlig unpassenden Kreuzkurs von einer Monsterwelle in die Tiefe krachte. Field Senior verletzte sich dabei am Rücken, und auch das Boot nahm Schaden: Sowohl die Windinstrumente als auch beide Autopiloten fielen aus. „Wir warnten die Rennleitung, dass dieses Gate die Teilnehmer zwingen werde, bei widrigen und gefährlichen Bedingungen aufzukreuzen. Und genau das ist passiert. Und das Gate nun auch noch während des Rennens zu versetzen ist absolut lächerlich”, so Field.

GOR Derzeit in Führung: Cessna Citation

Der Neuseeländer plädierte für einen Abbruch der Etappe und den Neustart des Rennens in Uruguay und kündigte an, einen Protest zur Wiedergutmachung zu erwägen. Während die drei verbleibenden Teams weiterkämpfen, wurde das umstrittene Gate von 47 Grad Süd auf 50 Grad Süd, also um ganze 180 Seemeilen, verlegt. „Lachhaft”, ätzte Nick Leggat, Skipper von Phesheya Racing, der sich durch das Manöver benachteiligt fühlt. „Es hat unseren taktischen Plan über den Haufen geworfen und verhöhnt die Entscheidung zum Rückzug von BSL und Campagne de France.”

GOR Ebenfalls wieder im Hafen: Die bisher zweitplatzierte Campagne de France

Gestern früh passierte das führende Boot, Cessna Citation, mit Conrad Colman und Adrian Kuttel besagtes Gate in Rauschefahrt. Dafür kassierten sie sechs Punkte und nahmen sofort Kurs auf die Screaming Fifties, wo sie die nächsten 2.000 Meilen segeln werden, bevor sie das folgende Gate passieren (wo aber keine Punkte vergeben werden) und sich aus dem südlichen Ozean verabschieden dürfen. Auf Platz 2 folgt Financial Crisis mit dem Italiener Marco Nannini, der soeben in seiner Heimat zum Segler des Jahres gekürt wurde, und dem Spanier Hugo Ramon, die zuvor jedoch ihren großen Spinnaker eingebüßt hatten.

GOR Die Positionen der verbleibenden drei Boote

Wie’s mit den Ausgefallenen weitergehen soll, ist derzeit unklar. Die dritte Etappe führt bis Punta del Este in Uruguay, von wo es am 1. April nach Charleston/South Carolina geht und dann zum Ziel nach Les Sables d’Olonne in Frankreich.

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