EM 49er und 49er FX
Bronze für Heil/Plößel nach Finalkrimi

Erik Heil und Thomas Plößel haben bei der 49er-EM Bronze gewonnen. Ein Tagessieg und konzentrierte Deckungsarbeit reichten zum Podiumsplatz

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 07.07.2013

49er Europeans/Mick Anderson Entschlossen und konzentriert: Heil/Plößel erledigten ihre Deckungsarbeit im EM-Finale erfolgreich

Am Ende waren die gelungenen Starts der Schüssel zum Erfolg für Erik Heil und Thomas Plößel. Die Berliner 49er-Crew verpatzte in komplizierten ablandigen Winden am Finaltag der Titelkämpfe zwar die eine oder andere Halse, hatte es aber nach dem Tagessieg im ersten von drei Medaillenrennen selbst in der Hand, die mit ihnen heftig um Bronze ringenden französischen Konkurrenten Julien D'Ortoli und Noé Delpech unter Kontrolle zu halten. Im zweiten Medaillenrennen gelang das nicht ganz.

49er Europeans/Mick Anderson Erik Heil und Thomas Plößel im 49er-Glück

So starteten die Franzosen in der flauen Spätnachmittagsbrise vor Aarhus mit zwei Punkten Vorsprung in das dritte und letzte Medaillenrennen, das sich zum Sonntagskrimi entwickelte. Erik Heil und Thomas Plößel gewannen das entscheidende Duell nach konzentrierter Deckungsarbeit mit 30 Zentimetern Vorsprung im Ziel. "Wir sind mehr als zufrieden, wir sind überwältigt", sagte Steuermann Erik Heil kurz vor der Siegerehrung über die erste Medaille des Teams bei einer Europameisterschaft.

Den Gesamtsieg sicherten sich bei diesen offenen Titelkämpfen die Neuseeländer Peter Burling und Blair Tuke knapp vor den Briten Dylan Fletcher und Alain Sign. Und auch diese beiden Teams machten es spannend, denn die überragend segelnden Kiwis waren im ersten der drei Medaillenrennen nach ihrem Frühstart und einer aggressiven Halse bei der Aufholjagd überraschend gekentert, kämpften jedoch in den verbleibenden beiden Sprintrennen erfolgreich um ihren verdienten Sieg.

49er Europeans/Mick Anderson Im 49er FX beste deutsche Mannschaft vor Aarhus: Tina Lutz und Susann Beucke

Diskutiert wurde in Dänemark einmal mehr die Frage, ob denn Neuseeländer eine Europameisterschaft gewinnen dürfen. Selbst den Seglern war am Abend vor der Siegerehrung nicht klar, ob sich nur die Neuseeländer oder auch die Briten künftig Europameister nennen dürfen. Es wäre an der Zeit, dass der Welt-Seglerverband diesbezüglich klare Vorgaben macht.

Vor dem Finale der Männer mussten Tina Lutz aus Bergen und Susann Beucke aus Strande bei den ersten europäischen Titelkämpfen der neuen Olympiaklasse 49er FX im selben Revier als beste und einzige deutsche Mannschaft im Finale mit dem neunten und letzten Platz zufrieden sein. In den drei Medaillenrennen lief es für die Kieler-Woche-Siegerinnen trotz guter Starts nicht nach Plan. Sie fielen immer wieder zurück und konnten den Spitzenmannschaften im Kampf um die Podiumsplätze nur zuschauen. Die 49er-FX-Europameisterschaft gewannen die dänische Co-Favoritinnen Ida Marie Baad Nielsen/Marie Thusgaard Olsen vor Martine Soffiati Grael/Kattena Larsen Kunze aus Brasilien und Alexandra Maloney/Molly Meech aus Neuseeland.

Die drei führenden Teams sowie weitere erfolgreiche 49er-FX-Mannschaften hatten die Kieler Woche aufgrund der zeitlichen Nähe zur EM ausgelassen und sich stattdessen schon im dänischen EM-Revier vorbereitet. Das hätten auch die deutschen Mannschaften gern getan, doch ihr Heimspiel konnten, wollten und durften sie nicht verpassen. Für Aufmerksamkeit sorgte in Dänemark einmal mehr Martine Soffiati Grael mit ihrem zweiten Platz. Die Brasilianerin segelt weiter erfolgreich im Heckwasser ihres berühmten Vaters Torben Grael, der bei Olympischen Spielen insgesamt fünf Medaillen gewinnen konnte.

49er Europeans/Mick Anderson Verpassten den Sprung ins Finale der besten neun Mannschaften im Hoffnungslauf nur knapp: Victoria Jurczok und Anika Lorenz


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