Briten triumphieren im SailGP
Süßer Sieg für Sir Ainslies Team

Nach schwachem Start gelang den Engländern beim SailGP-Saisonauftakt vor Bermuda ein starkes Comeback

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 26.04.2021
Im ehemaligen America's-Cup-Revier vor Bermuda kam es am Sonntag in der mit Segelstars gespickten Flotte zum spektakulären Showdown Im ehemaligen America's-Cup-Revier vor Bermuda kam es am Sonntag in der mit Segelstars gespickten Flotte zum spektakulären Showdown Im ehemaligen America's-Cup-Revier vor Bermuda kam es am Sonntag in der mit Segelstars gespickten Flotte zum spektakulären Showdown

Bob Martin for SailGP Im ehemaligen America's-Cup-Revier vor Bermuda kam es am Sonntag in der mit Segelstars gespickten Flotte zum spektakulären Showdown

Überholmanöver, Kollisionen und eine Kenterung: Der Saisonauftakt im hochkarätig besetzten SailGP vor Bermuda endete am Finaltag mehr als dynamisch. Und mit einer Überraschung, denn Sir Ben Ainslies britischem Team –  im America's Cup gerade noch im Finale der Herausfordererrunde geschlagen – gelang nach schwachem Auftakttag ein imposantes Comeback. Im Finalrennen um die Podiumsplätze setzten sich die Briten gegen die zuvor noch dominanten Australier mit Tom Slingsby am Steuer und die französische Equipe um Billy Besson durch. In dieser Reihenfolge wurden im Traumrevier Gold, Silber und Bronze verteilt.

Simon Bruty for SailGP America's-Cup-Gewinner, Olympiasieger und Weltmeister machen den SailGP zur Starparade

Für das Team aus Down Under bedeutete Platz zwei schon eine Enttäuschung, denn die Australier hatten zuvor vier der fünf Fleetraces gewonnen und waren als Favoriten ins Triple-Finale gestartet. Doch inzwischen hatten der anfangs strauchelnde Sir Ben Ben Ainslie und sein Crew Boot und Gegner längst besser im Griff. Im entscheidenden letzten Durchgang gelang dem viermaligen Olympiasieger mit Luke Parkinson, Iain Jensen, Matt Gotrel, Geburtstagskind Neil Hunter und Richard Mason der Druchbruch. Mit nur vier Sekunden Vorsprung im Ziel sicherten sie sich den ersten Grand-Prix-Sieg der Saison. "Das war ein packendes Rennen, einfach unglaublich. Wir haben uns am Tag zuvor wirklich schwergetan, aber wir haben analysiert, was da falsch gelaufen ist. Heute war ein viel besserer Tag. Ich bin begeistert vom Ergebnis. Das ist ein großartiger Start in die Saison."

Bob Martin for SailGP Gewinnen macht Spaß: Sir Ben Ainslie nach dem Erfolg seines SailGP-Teams vor Bermuda

Tom Slingsby stimmte seinem Rivalen und ehemaligen Teamkameraden im Oracle Team USA nur in einem Punkt zu: “Es war ein großartiges Rennen." Darüber hinaus versteckte der Australier seine Enttäuschung nicht: "Wir finden das Ergebnis ein bisschen hart. Wir sind die ganze Woche so gut gesegelt. Aber das sind die Regeln. Du musst dieses letzte Rennen gewinnen. Wir waren dicht dran, aber nicht dicht genug." Für die Franzosen markierte Rang drei die erste Podiumsposition in ihrer SailGP-Geschichte.

SailGP/Bob Martin Stark durchgestartet und nur knapp von den Briten auf Platz zwei verwiesen: das australische SailGP-Team mit Tom Slingsby am Steuer

Kollision, Kenterung und Triple-Penalty

Die rasend schnellen F50-Katamarane erwiesen sich an diesem Wochenende mit ihren kleineren 18-Meter-Flügelsegeln in knackigen Windbedingungen als überaus anspruchsvoll zu bändigen. SailGP-Neueinsteiger Jimmy Spithill hatte vor dem Finale im ersten Rennen des Tages als Steuermann für das amerikanische SailGP-Team eine Kollision mit dem japanischen Team um Steuermann Nathan Outteridge. Beide Teams mussten sich danach mit Reparaturbedarf für den restlichen Verlauf der Serie abmelden. Spithills Boot kippte nach der Kollision auch noch auf die Seite. Einen dreifachen Penalty hatten der ehemalige neuseeländische Matchrace-Weltmeister Phil Robertson und das spanische Team wegzustecken. Der Strafen-Hagel hat die Spanier bei nur einem Punkt Rückstand auf Platz drei den möglichen Podiumsplatz gekostet.

Besser lief es am Finaltag auch für die neuseeländischen Überflieger Peter Burling und Blair Tuke. Die Kiwis rückten bei ihrer SailGP-Premiere vom letzten Platz am ersten Abend noch auf den respektablen fünften Platz vor. Es ist damit zu rechnen, dass sich die multitalentierten America's-Cup-Gewinner und 49er-Olympiasieger auch weiter in diesem Tempo nach vorne arbeiten. Die Plätze dahinter belegten Dänemark, Japan und die USA.

SailGP/Simon Bruty

Russell Coutts: "Das beste Segeln, das es je im Fernsehen gab"

SailGP-Gründer Russell Coutts überschlug sich nach dem Finale vor Begeisterung: "Das war einfach das beste Segeln, das je im Fernsehen zu sehen war. Was für ein Tag! Es gab Dramen, eine fantastische Regatta-Qualität, viele Führungswechsel – da war alles dabei. Unglücklicherweise auch eine Kollision. Aber das passiert beim Regattasegeln auf hohem Niveau immer wieder einmal. Es war wirklich aufregend."

Die Weltserie wird für die kommenden fünf Grand-Prix-Veranstaltungen nach Europa weiterziehen. Das nächste Gipfeltreffen findet am 5. und 6. Juni im italienischen Taranto statt. Weiter geht es kurz vor den Olympischen Spielen in Plymouth (17./18. Juli) und dann in Aarhus (20./21. August), St. Tropez (11./12. September) und Cadiz (9./10. Oktober). Gastgeber des vorletzten Grand Prix der Saison 2021/22 ist das neuseeländische Christchurch (29./30. Januar 2022), bevor das große Finale in San Francisco (26./27. März 2022) steigt

SailGP/Bob Martin Flotter Dreier im Finale: Australien, Großbritannien und Frankreich (v. r.) kämpfen um den Sieg zum Saisonauftakt


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Themen: SailGP

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