Regatta-News
Blitz-Regatta auf dem Bodensee

Die Eiserne 2001, Saisonabschluss im Süden

  • Nora Roberts
 • Publiziert am 03.12.2001

Die Eiserne ist die letzte Regatta der Saison auf dem Bodensee und wurde schon oft zum Härtetest für die Segler.

Doch diesmal wurde es ein kurzes Zwischenspiel, nach rund 40 Minuten segelte der Schweizer Steuermann Stefan Rüeger auf Michael Piepers "TBS" über die Ziellinie bei Konstanz.

Es gab Jahre, da herrschten bei der Eisernen Regatta Frosttemperaturen, Schneefall und ähnlich widrige Verhältnisse. Der mitgebrachte Kaffee aus der Thermoskanne wurde eher fürs Auftauen der Winschen und Schoten als fürs leibliche Wohl benutzt. Andere schwören auf das Salzen des Decks gegen gefrierendes Spritzwasser. Doch in diesem Jahr meinte es Petrus gut mit den Seglern, die mit ihren Booten aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich nach Konstanz anreisten um im sportlichen Gegen- und Miteinander im Konstanzer Trichter zu segeln. Die Temperaturen lagen deutlich über dem Gefrierpunkt, nur der Nieselregen rann etwas unangenehm den Nacken hinunter. Doch solches Ungemach konnte die gute Laune der rund 720 Segler nicht trüben, die bei dichtem Nebel die Regattabahn kaum erkennen konnten

Die 231 Boote wurden in drei Kategorien in jeweils 20 separate Gruppen unterteilt und nach Yardstick gewertet. Der leichter Wind aus Südost ließ die Organisatoren vom Deutsch-Schweizerischen Motorboot-Club von Konstanz auf einen ruhigen Regattaverlauf hoffen. Doch schon beim ersten Start kam es zum Gedränge, wobei sich traditionelle Boote und moderne Hightech-Yachten gegenseitig über die Linie schoben: zwei Yachten fuhren auch prompt ineinander. Erst beim zweiten Versuch ging es dann gesitteter zu, obwohl es nicht ganz klar war, ob es nicht auch hier um einen Massen-Frühstart handelte...

Nach kurzer Zeit führte die "TBS" von Michael Pieper, die vom Schweizer 18-Footer Segler Stefan Rüeger gesteuert wurde; sein Schweizer Konkurrent aus der Skiff-Szene, Tom Rüegge - Olympiateilnehmer in der Klasse 49er und Sieger der Skiff Pro Tour 2001 - ihm dicht auf den Fersen. Wäre da nicht ein Tornadosegler gewesen, der Tom Rüegge in seiner Aufholjagd behinderte, hätte Rüeger auf seiner "TBS" kein leichtes Spiel gehabt. Doch so vergrößerte sich der Abstand der beiden Rivalen und Rüeger ging als Sieger über alles aus dieser 26. Eisernen hervor.

Für alle ist die Regatta der Eisernen eine besondere Herausforderung und natürlich auch ein gesellschaftliches Ereignis. Nicht zuletzt ist es eine Chance, das lange Regatta-Winterloch zu überbrücken. Doch an diesem ersten Adventssamstag galt es vorerst die Flaute zu überwinden, die rund eine Stunde nach dem Startschuss einsetzte. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer kamen kaum mehr vom Fleck, wobei es die Jollensegler besonders hart traf, waren sie doch als letzte ins Rennen geschickt worden. Nur nicht Kentern hieß das oberste Gebot, denn das Ziel war noch weit entfernt...

Doch schließlich kamen alle bis kurz vor Einsetzen der Dunkelheit an. Nur 30 Boote, die vermutlich den nervlichen Härtetest nicht bestanden, gaben vorher auf.


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Themen: BodenseeRegattaWinter

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