Portimão Global Ocean Race
"Beluga Racer" im Anflug auf die Karibik

Kaum mehr 1.200 Meilen trennen sie noch von der Ziellinie – und nur 60 Meilen von den Palmenstränden Antiguas

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 11.05.2009

Felix Oehme Beluga Racer Herrmann an der Pinne der "Beluga Racer"

Über das vergangene Wochenende konnten Boris Herrmann und Felix Oehme ihren Vorsprung noch weiter ausbauen. Allein in den vergangenen 24 Stunden machten sie gegenüber ihren Verfolgern weitere 10 Meilen Abstand gut.

Mittlerweile segelt "Desafio Cabo de Hornos" gut 85 Meilen weit im Kielwasser des deutschen Bootes und für die Skipper an Bord des chilenischen Bootes hat sich der Wille aufzuholen fast schon zu einer Art Besessenheit entwickelt. Sie versuchen jeden möglichen Trick, um die schnellstmögliche Geschwindigkeit aus ihrem Schiff herauszuholen.

Aber sie haben ein großes Handycap gegenüber den Deutschen, von dem Felipe Cubillos am Sonntag berichtet: "Wir haben alle mögliche Segelkombinationen ausprobiert: Wenn der Wind mit einer Stärke von 18 Knoten und aus einem Winkel von 110 bis 115 Grad auf das Boot trifft, sind beide Boote in etwa gleichschnell und machen Geschwindigkeiten von 12 Knoten. Wenn der Wind allerdings auf unter 18 Knoten herab sackt, fällt auch unsere Geschwindigkeit, weil wir dann unweigerlich unserem schweren Spinnaker setzen müssen, der relativ klein ist im Gegensatz zu dem mittelgroßen, den die Deutschen dann wahrscheinlich nutzen."

Wie bereits vor einer Woche berichtet war den Chilenen noch vor der brasilianischen Küste der mittelschwere Spinnaker jenseits aller Flickmöglichkeiten geplatzt, sodass ihnen nun dieses an die Passatwinde angepasste Segel fehlt. Aktuelle Wetterberichte zeigen, dass "Beluga Racer" und "Desafio Cabo de Hornos" derzeit in Winden um 16 Knoten aus nord-östlicher Richung segeln — genau das Schema, das Cubillos bereits gestern vorraussah. Daher ist "Beluga Racer" derzeit oft einen halben Knoten schneller und baut den Abstand aus. Cubillos erklärt weiter: "Die Vorhersage gibt an, dass der Wind etwas östlicher drehen wird und erneut auf 18 Knoten zunehmen wird: Ziemlich schlechte Vorraussetzungen für uns." Aber dennoch verliert der Chilene seinen Optimismus nicht. Vor allem, wenn er auf den oberen Teil der Wetterkarte sieht: "Wann wird sich das Szenario ändern? — Wir denken, dass in etwa drei oder vier Tagen, etwa 800 Meilen von unserer jetzigen Position entfernt etwa auf Höhe der Bahamas, ein Wetterwechsel stattfinden wird."

Was genau wird passieren? — "Vom Nordatlantik wird ein Hochdruckgebiet auf uns zu ziehen, das den Wind herum schwingen und von hinten wehen lassen wird", erklärt der chilenische Skipper, "Von dem Punkt an sind wir wieder zurück im Spiel, die Karten werden neu gemischt und gleichmäßig verteilt. Das Rennen wird von vorne beginnen. Wichtig ist jedoch bereits jetzt, ihnen keinen allzu großen Vorsprung zu gönnen. Von dem Windwechsel an liegen nur noch 800 Meilen vor uns, um sie zu überholen."

Der Zieleinlauf verspricht also, ähnlich wie auf der dritten Etappe, erneut ein spannendes Kino zu werden.


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Themen: BelugaBoris HerrmannKaribikOehmePortimão

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