Route du Rhum
Ausgeschleust, startbereit und 50 Knoten Wind vor Augen

Die letzten Stunden bis zum Start heute um 14 Uhr laufen. Über Nacht haben die Solisten den Hafen von St. Malo verlassen. Die Wettervorhersage ist harsch

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 04.11.2018
Vor dem Start Vor dem Start Vor dem Start

CharalSailingTeam Vor dem Start

Tausende kleine und große Flaggen wehten über Nacht im französischen St. Malo auf den Booten und entlang der Ufer, während die Teilnehmer der Route du Rhum den Hafen verließen um sich auf den Start HEUTE um 14 Uhr vorzubereiten. Zehntausende Fans scheuten sich nicht, die Nacht zu durchwachen, um dem Spaktakel des traditionellen Ausschleusens beizuwohnen, ihren Helden adieu zu sagen und ihnen eine erfolgreiche Hatz über den Atlantik zu wünschen. Das traditionelle Vorspiel zu Frankreichs Regatta-Klassiker hat einmal mehr für Gänsehaut-Stimmung an Land und auf dem Wasser gesorgt.

Alexis Courcoux Die Fans sind bereit für das Spektakel…

1100 akkreditierte Journalisten, darunter auch YACHT-Chefredakteur Jochen Rieker, sind vor Ort und begleiten die Vorbereitungen der 123 Starter, von denen 100 aus Frankreich kommen. Die 23 anderen Transatlantik-Herausforderer kommen aus weiteren zehn Ländern, darunter mit Boris Herrmann mit seiner Imoca "Malizia 2 - Yacht Club de Monaco" und Arnt Bruhns mit seiner Class 40 "Iskareen" zwei aus Hamburg.

Yvan Zedda Auflauf im Starthafen St. Malo: Jeder will einen Blick auf die Helden erhaschen

Route du Rhum - Destination Guadeloupe Der Blick auf das Startrevier, den freuzuhaltenden Korridor und die Sicherheitsbestimmungen

Als der Hafen heute am frühen Morgen leer war, herrschte nach dem Trubel der vergangenen Woche für kurze Zeit eine fast unheimliche Stille, während sich die Atlantik-Herausforderer draußen an der Küste auf den Start vorbereiteten und einige auch ein paar letzte Stunden Schlaf fanden. Der Brite Phil Sharp ("Imerys") sagte: "Das hier ist der Höhepunkt, auf den ich das ganze Jahr gewartet habe. Die große Herausforderung wird es sein, das Boot sicher und in einem Stück ohne das Eingehen irgendwelcher Risiken durch die ersten Tage zu bekommen. Es wird hart, durch das große Tief und nach Süden zu kommen."

Yvan Zedda Die Plätze in der ersten Reihe sind in St. Malo begehrt und werden über Stunden und manchmal auch über Nacht schon eingenommen

Alexis Courcoux Auf geht's zum Start…

In der Biskaya erwarten die Route-du-Rhum-Flotte nach jüngsten Wetterprognosen 50 Knoten Wind und meterhohe Wellen. Auch die erfahrene Imoca-Skipperin Samantha Davies sagte: "Ich bin nervös, ja, aber nicht beunruhigt. Wir haben uns ja selbst dazu entschieden, hier zu sein. Du musst wissen, wann du den Fuß vom Gaspedal nehmen musst. Um Erster zu werden, musst du erst einmal ankommen. Da kommt es auch darauf an, die Segelfläche rechtzeitig zu reduzieren, so dass man keine Probleme bekommt."

Loick Peyron Freuen sich trotz Schwerwetter-Aussichten auf den transatlantischen Ritt: Titelverteidiger Loick Peyron, der in diesem Jahr auf "Happy" in der Klassiker-Divison Rhum Multi startet, und Sam Davies, die in der Imoca-Klasse zum erweiterten Favoritenkreis zählt, posteten dieses fröhliche Doppel-Selfie vor dem Start

Renndirektor Jacques Caraës sagte: "Für den Start werden wir mit süd-südwestlichen Winden um 15 bis 20 Knoten gute Bedingungen haben. Die Schwierigkeit besteht im schweren Tiefdruckgebiet, dass die Flotte am Dienstag erreichen wird. Es ist ein riesiges System, also starten wir so oder so. Aber danach wird es für die Boote ab Dienstagmittag sehr hart. Das ist für diese Jahreszeit normal. Es ist keine schlechte Sache, Schutz in einem anderen Hafen zu suchen, wenn es nötig wird. Wir werden ihnen dabei helfen. Die Strategie, dieses Rennen zu beenden, bedeutet sehr vorsichtig in wirklich rauen Bedingungen zu segeln."

Alexis Courcoux Adieu aus St. Malo!

Halvard Mabière und Miranda Merron Gestern noch überbordend voll, heute gespenstisch leer: der Hafen von St. Malo nach dem Ausschleusen der Teilnehmer

Entsprechend vorsichtig gehen die Solisten das Rennen an. Arnt Bruhns sagte: "Wenn ich am Mittwoch noch schwimme, dann kann ich über den Rest des Rennens nachdenken. Bis dahin versuche ich einfach, in einem Stück zu bleiben. Kann sein, dass ich zwei Tage nur etwas Orangerotes vorn am Mast gesetzt habe. Bei mehr als 40 Knoten im Mittel ist die Sturmfock genug. Es lohnt sich nicht, das Groß zu riskieren, obwohl es vier Reffs hat. Wenn das Schaden nimmt, kriege ich es kaum repariert. Mein Ziel ist Ankommen.Und das wird schon gar nicht so einfach, weil es ein Drittel der Boote gar nicht bis Guadeloupe schaffen wird. Schon gar nicht bei den Bedingungen!"

Sönke Bruhns Arnt Bruhns und sein Sohn Reemt am Abend vor dem Start des Papas in dessen Route-du-Rhum-Premiere

Der französische Fernsehsender France 3 überträgt den Start live ab 13 Uhr – hier geht es direkt zum Sender.

(Nachtrag: Leider kann die Übertragung bei France 3 nur in Frankreich, nicht aber in Deutschland gesehen werden, weil für die Route-du-Rhum-Berichterstattung aus Rechtegründen das Geoblocking aktiviert ist.)

(Nachtrag: Und es geht doch live! Via Facebook kann die Übertragung von France 3 auch in Deutschland gesehen werden. Hier geht es los.)

Das Spektakel kann aber auch via Veranstalter-Seite bei Facebook verfolgt werden.

Und hier geht es ab Rennstart zum Tracking .


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Themen: Arnt BruhnsBoris HerrmannFrançois GabartMaliziaRoute du RhumSt. MaloStart

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