Volvo Ocean Race
Auf den letzten Meilen bis zum Kap

Nur noch ein paar Stunden vom legendären Wegpunkt im Südpolarmeer entfernt, empfängt die Crews schweres Wetter

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 17.03.2009

Green Dragon Racing Schweres Wetter vor Kap Hoorn

Mit weit gestreutem Feld passierte letzte Nacht die Flotte der Volvo Ocean Racer die Crews des Portimao Global Ocean Race und erlebte ähnlich unwirtliches Wetter. Die Rundung des Kaps steht nun für "Ericsson 3" kurz bevor.

Das Wetter des Südpolarmeeres gibt sich grau und stürmisch, während die fünf Boote mit Durchschittsgeschwindigkeiten von nahezu 20 Knoten die Wellenberge hinabsurfen. "Perfekte Gegebenheiten, um Bruch bei Booten, Masten, Segeln und Menschen zu erleiden", gab Ian Walker, Skipper der an vorletzter Stelle liegenden "Green Dragon", kurz und knapp. Für ihn ist es das erste Mal im Südpolarmeer. "Wir sind einen etwas vorsichtigeren Kurs gesegelt, um die starken Winde des Tiefdruckgebiets zu umgehen und haben speedmäßig einen Gang zurück geschaltet, als das Knallen der Wellen gegen den Rumpf unerträglich wurde. Tief im "Southern Ocean", tausend Meilen von jeglichem Land entfernt — das ist kein Ort, um den Helden zu spielen".

Während sich die Favoriten bereits kurz vor dem Kap befinden, segelt "Telefonica Blue" weit abgeschlagen vom Feld hinterher. Nachdem am 6. März ihr Vorstag gebrochen und das Großsegel delaminiert war, mussten sie unter notdürftig geflicktem Rigg auf Sparflamme weitersegeln und befinden sich mit ihren 760 Meilen hinter der führenden "Ericsson 3" außerdem in einem ganz anderen Wettergebiet. Dennoch scheinen sie mehr als genug Wind für ihr angeschlagenes Schiff abzubekommen.

"Ericsson 3" befindet sich weiterhin in Führung. Navigator Aksel Magdahl kommentierte: "Wir segeln an der Grenze dessen, was Boot und Crew ertragen können". Nach den vergangenen Wochen moderater Winde zeigt das Südpolarmeer den Crews nun, was in ihm steckt. Rick Deppe von Bord der "Puma": "Das ist nun das, wofür wir uns angemeldet haben. (...) Windstärke neun bis zehn — das ist schon eine Menge für diese Boote".

Und das Wetter wird bis nach Kap Hoorn vorerst so bleiben, wie der Wetterdienst ankündigte. Derzeit (10.00 Uhr unserer Zeit) befindet sich "Ericsson 3" nur noch 90 Meilen vor dem Kap, gefolgt in 40 Meilen Abstand vom Schwesterschiff "Ericsson 4". Puma ist noch 250 Meilen von der erwarteten Landmarke im Süden Amerikans entfernt, wird verfolgt von "Green Dragon". Ganz am Ende liegt "Telefonica Blue", die noch 850 Meilen bis zum Kap vor sich haben.

Ein Treffen mit den Schiffen des "Portimao Global Ocean Race" hat es offenbar nicht gegeben, obwohl sich das deutsche Schiff "Beluga Racer" mit den Skippern Boris Herrmann und Felix Oehme zu diesem Zeitpunkt kaum 180 Meilen westlich von Green Dragon befindet.


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Themen: Kap HoornVolvo Ocean Race

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