Rolex Sydney Hobart
Alter Sieger mit neuem Rekord

Die Hoffnung war eigentlich schon begraben. Aber mit Glück und Konzentration konnte „Wild Oats XI" den eigenen Rekord doch noch unterbieten

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 27.12.2012

Carlo Borlenghi/Rolex Richtung Ziel: „Wild Oats" beim Iron-Pot-Leuchtturm am Derwent River

Knapp 17 Minuten entschieden über Jubel oder Trübsal. In den frühen Morgenstunden des Donnerstags sah es danach aus, als ob „Wild Oats XI”, der 30-Meter-Maxi mit Neigekiel, zwar die Niederlage vom Vorjahr ausbügeln, dabei aber knapp außerhalb eines neuen Rekords bleiben würde. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, war dem guten Wind in der vorangegangenen Nacht und der cleveren Taktik des Teams zuzuschreiben, das mit der frischen Nordostbrise bis Storm Bay an der Ostküste Hobarts vorstieß.

Daniel Forster/Rolex Vor dem Felsen: „Ragamuffin-Loyal" musste sich diesmal deutlich geschlagen geben

Dann drehte der Wind auf West, und die letzten Stunden wurden zur Folter. Die prognostizierten Einlaufzeiten wurden ständig geändert. Zuerst war es 14 Uhr nachmittags, dann 8 Uhr morgens, dann gar 07:23, als „Wild Oats” mit 15 Knoten die letzten Meilen den Derwent River hinaufbretterte. Doch der Wind ließ nach, und eine größere Fock musste ran. Aber die Konzentration und der Einsatz der Mannschaft machten sich am Schluss bezahlt.

Der Schuss beim Zieldurchgang erlöste die Crew und alle, die mitfieberten: Der alte Streckenrekord von 1 Tag, 18 Stunden und 40 Minuten war Geschichte. Die neue Marke ist zwar nur knapp, aber doch um 16 Minuten, 58 Sekunden besser. Unter den Zuschauern und der Mannschaft brach Jubel aus. Und auch Schiffseigner Bob Oatley, der diesmal nicht an Bord war, stieß dazu, um seinen Skipper zu umarmen.

Carlo Borlenghi/Rolex Vor der Kamera (v.l.): Eigner Oatley, Skipper Richards und Rolex-Vertreter Boutellier

„Neue Flügel am Kiel haben sicher sehr geholfen und die neue Fock auch”, kommentierte Oatley den insgesamt sechsten Sieg seines Bootes. „Design, Mannschaft, Segel und Modifikationen machten das Schiff schnell.” Es sei ein relativ leichtes Rennen gewesen, gab Skipper Richards zu Protokoll. „Aber es war auch sehr hartes und schnelles Bergabsegeln dabei, bei dem ein Spinnaker aus den Lieken geblasen wurde und auch sonstiger Bruch passierte, es war also nicht nur gemütliches Segeln.”

Carlo Borlenghi/Rolex Vor dem Bug: Reparatur am Rüssel von „Ragamuffin"

Das Boot wurde von einer eingespielten Crew gesegelt, mit vielen, die schon beim Rekord-Ritt von 2005 dabei waren, wie Skipper Mark Richards, Taktiker Iain Murray, sonst Regattachef beim America’s Cup, und Co-Navigatorin Adrienne Callahan. Ebenfalls mit von der Partie war Steve Jarvin, den man zwar weniger gut kennt, der aber bei seinem 25. Sydney–Hobart schon zum zehnten Mal auf einem Schiff saß, das Line Honors gewann. Und das ist ein einsamer Rekord.

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Auf Platz 2, mit fast fünf Stunden Rückstand, lief Vorjahressieger „Ragamuffin-Loyal” mit Veteran Syd Fischer ein. In der Wertung nach berechneter Zeit (IRC-Handicap) bleibt „Wild Oats” einstweilen ebenfalls in Führung. In der Handicapwertung nach PHS liegt „Flying Fish Arctos” mit dem Deutschen  Matthias Söder  auf Rang 2. Dieses Boot wird nach Stand der Dinge am 30. 12. um 07:34 im Ziel erwartet.

Der  Tracker   und die  Regattaseite .


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