Extreme Sailing
Alinghi schießt Gäbler ab

Es war nicht viel Platz für Alinghi. An Red Bull kam man noch vorbei, doch dann war da noch Roland Gäbler. Und der hätte Vorfahrt gehabt

  • Dieter Loibner
 • Publiziert am 28.05.2011

Alinghi schießt Gäbler ab

Unglaubliche Bilder aus Istanbul. Bei fast 20 Knoten Wind im vierten Lauf  der Extreme Sailing Series am Freitag versuchte sich das Schweizer „Alinghi" Team mit Steuerbordschoten vor dem deutschen Boot von „Team Extreme" vorbeizupressen. Das mislang ganz gründlich und den Krach der Kollision konnte man noch einen halben Kilometer weit entfernt hören. Der Anprall schleuderte einen Segler ins Wasser und hinterließ an Gäblers Boot ein gähnendes Loch am Heck des Backbordrumpfes. Es war der bisher wohl ärgste Crash in der Geschichte der Extreme Sailing Series.

Lloyd Images Roland Gäbler nimmt das Schadensausmaß unter die Lupe

Es war ein massiver und lauter Crash,” sagte Gäbler nach dem Vorfall. „Es war beängstigend, weil da eine Masse von 1,2 Tonnen ineinanderfuhr. Es war unvorstellbar laut. Wie mit einem Auto von 200 kmh auf null runter, so stoppte auch das Boot augenblicklich.” Der „Alinghi” Segler Yves Detrey wurde dabei am Arm verletzt, glücklicherweise nur leicht.

Lloyd Images Der Patient wird für die Kohlefaserchirurgie vorberietet

„Wir waren nach zwei schlechten Wettfahrten unter Druck”, erklärte Alinghi Skipper Tanguy Cariou. „Wir versuchten abzufallen, verloren aber die Kontrolle über’s Boot, was zur Kollision führte. Ich fiel ins Wasser und unser Bugmann wurde gegen eine Winsch geschleudert.  Natürlich sind wir enttäuscht und uns tut der Vorfall für Team Extreme auch leid, aber das gehört dazu.”

Lloyd Images Dichter Verkehr bei böigem Wind schuf den Seglern einigen Stress

„Team Etreme” mit riesigem Leck am Heckwurde wude mit vereinten Kräften vor dem Sinken bewahrt und zwecks masiver Kohlefaserchirurgie sofort ausgekrant. Bei Alinghi muss dagegen nur ein neuer Bugspriet dran. Mit Überstunden an Land sollen aber beide Boote für die heutigen Rennen wieder fit werden.

Lloyd Images Schrammen am Bug waren nach diesem Tag kaum der Rede wert

Insgesamt wurden am Freitag neun Wettfahrten in großer Enge und unmittelbarer Ufernähe gesegelt. Bei böigem Wind tauschte „Alinghi” schon vor dem Gäbler-Crash mit „Team New Zealand” und „Artemis” Rumpffarbe aus. Gewinner des Tages war „Groupe Edmond de Rothschild” mit zwei ersten und zweiten Plätzen. Das reichte, um „Artemis” an der Spitze abzulösen. Dritte sind die Neuseeländer, aber auch die nächsten drei Boote, „Luna Rossa”, „The Wave, Muscat” und „Red Bull Extreme” haben noch Chancen aufs Podest.

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Themen: AlinghiExtreme Sailing SeriesIstanbulKollisionRoland GäblerTeam Extreme

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