Extreme Sailing
Alinghi bleibt das Maß der Dinge

Dritter Sieg bei der vierten Regatta: In der Extreme Sailing Series gewinnt Ernesto Bertarellis Team Alinghi vor St. Petersburg souverän

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 30.06.2014

ESS/Lloyd Images Eine Macht auch vor St. Petersburg: Ernesto Bertarellis Team Alinghi gab einmal mehr den Ton an

Lässig, selbstverständlich und gekonnt wie einst im America's Cup: Ernesto Bertarellis Team Alinghi hat auch beim vierten Act der Extreme Sailing Series den Ton angegeben und die Regatta nach 22 Rennen gewonnen, während Team New Zealand auf der Zielgeraden noch von The Wave, Muscat vom zweiten auf den dritten Platz verdrängt wurde. Die heftig umkämpften Wettfahrten wurden vor malerischer Kulisse und am Finaltag nach vielen flauen Stunden in besten Bedingungen mit Winden zwischen zehn und 15 Knoten ausgetragen.

Fünf Teams waren mit Aussichten auf einen Podiumsplatz in die Finalrennen gestartet. Dabei rangen Alinghi und The Wave, Muscat lange lange um den Sieg, den sich die Eidgenossen um Skipper Morgan Larson am Ende aber ungefährdet sicherten. Larson sagte: "Es ist schön, dass wir dem Event hier mit unserem Sieg unseren Stempel aufdrücken konnten. Die Jungs wissen jetzt alle, dass wir angetreten sind, in diesem Jahr die Gesamtwertung zu gewinnen. Die Mannschaft funktioniert sehr gut zusammen, und wir sind zuversichtlich, dass wir es dieses Mal packen."

ESS/Lloyd Images Am Ende noch von The Wave, Muscat abgefangen: Team New Zealand mit Skipper Peter Burling und Taktiker Ray Davies

Für The Wave, Muscat war Englands Olympiasiegerin Sarah Ayton als Taktikerin im Einsatz. Die Doppel-Olympiasiegerin hatte für ihre beiden Kinder und ihren damaligen Ehemann und Olympiasurfer Nick Dempsey auf die Chance einer dritten Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in ihrer Heimat England verzichtet, sich aber nach mehrjähriger Pause inzwischen wieder auf die Weltbühne des Segelsports zurückgekämpft. Ihrem Skipper Leigh McMillan und dem unter der Flagge des Oman segelnden Teams fehlten nach starker Leistung am Ende zwar im Vergleich mit Alinghi zwölf Punkte, doch zwei Punkte Vorsprung vor den Kiwis reichten nach gelungenem Endspurt zu Platz zwei.

ESS/Lloyd Images Sarah Ayton erhält die Land-Rover-Trophäe "Above and Beyond" von Markenbotschafterin Hannah White, weil die Doppel-Olympiasiegerin mit ihren Leistungen junge Segler inspiriert

Sarah Ayton erklärte die Angriffsstrategie ihres Teams nach der Regatta: "Wenn du in unserer Lage bist, dann musst du etwas unternehmen. Wir mussten vor allem angreifen. Am Gate haben dann eine Möglichkeit gesehen und sind vom Feld weggesegelt. Du musst dich eben entscheiden: Entweder fährst du hinterher, oder du machst etwas anders als die anderen. Wir sind sehr glücklich und zufrieden mit unserem Ergebnis. Es war eine harte Regatta. Das Niveau wird immer besser, und die Jungs vom Emirates Team New Zealand saßen uns im Nacken. Alinghi war erkennbar überragend. Das Spiel wird immer besser, das steht fest."

Im neuseeländischen Team freuten sich Steuermann Peter Burling und der erfahrene Weltklasse-Taktiker Ray Davies darüber, dass das Zusammenspiel ihrer neuformierten Crew immer besser funktioniert. Mit Rang drei vor St. Petersburg konnten die Kiwis auch ihren dritten Platz im Gesamtklassement festigen. Der Sieg in der Abschlusswettfahrt mag ein Fingerzeig in die Richtung gewesen sein, in die das Team New Zealand in Zukunft in der Extreme Sailing Series segeln will.

Ben Ainslies Team J.P. Morgan BAR startete nach viel Licht, aber auch immer noch Schatten bei dieser Regatta etwas übermotiviert in das Finalrennen, streifte das Startschiff auf dem Weg zur Linie und jagte der Wettfahrtleitung einen gehörigen Schrecken ein. Sicherer kann man sich den Unmut der Juroren nicht einfangen. Das Team musste neu starten und dadurch alle Ambitionen auf einen Podiumsplatz aufgeben. Dennoch bedeutete Platz vier vor St. Petersburg eine weitere Verbesserung für die Briten, die noch nicht lange in der Extreme Sailing Series dabei sind. AInslie frohlockte: "Wir werden besser, und das ist großartig. Ich glaube, dass wir diese Art von Rennen langsam immer besser verstehen, die Anforderungen besser begreifen und verstehen, wie man hier Erfolg hat."

Das Team SAP Extreme mit den dänischen Co-Skippern Jes Gram-Hansen und Rasmus Kostner gewann die SAP Speed King Challenge mit einer Spitzengeschwindigkeit von 21,6 Knoten und arbeitete sich mit Platz sechs in Russland von Platz neun auf Platz sieben im Gesamtklassement vor. Zum fünften Act der Extreme Sailing Series treffen sich die Profi-Teams vom 22. bis 25. August vor Cardiff in Großbritannien.


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