Barcelona World Race
Alex Thomson kann womöglich nicht starten

Der Brite, einer der Topfavoriten für die Nonstop-Regatta, zwei Tage vor Start am Blindarm operiert

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 29.12.2010

alexthomsonracing.com Not-OP oder Vorsichtsma

Nach Magenschmerzen ließ sich Thomson, beim ersten Barcelona World Race Zweiter mit Co-Skipper Andrew Cape, von einem Arzt untersuchen. Der Befund bewog ihn zur Blitz-OP. Konsequenzen: noch unklar.

Entweder ist das Rennen für ihn bereits gelaufen, bevor es überhaupt begonnen hat. Oder aber Thomson geht eventuell verspätet und sicher geschwächt an den Start zur Zweihand-Regatta um die Welt.

Zunächst war niemand groß verwundert, als sich der Brite heute morgen ins Krankenhaus fahren ließ. Denn in Barcelona grassiert eine Magen-Darm-Grippe. Doch inzwischen steht fest: bei dem Co-Skipper von "Hugo Boss" bestand Verdacht auf Blindarmentzündung. Auf seiner Website (alexthomsonracing.com) ist bisher nur dies bestätigt. Weitere Informationen gibt es noch nicht. Erst Donnerstagmittag um 13 Uhr ist mit einer Stellungnahme seiner Teamleitung zu rechnen.

Sollte es sich lediglich um eine Reizung des Blindarms gehandelt haben und die OP prophylaktisch erfolgt sein, um auf See kein Risiko einzugehen, kann Thomson vermutlich starten. Denn dann ist eine oprative Entfernung minimalinvasiv möglich, das heißt über Sonden, für die nur kleine Schnitte notwendig sind und die keine breite Durchtrennung von Bauchmuskeln erfordern. Das heißt, seine Einschränkungen wären relativ gering, die Rekonvaleszenz rasch.

Sollte die Operation komplizierter oder umfangreicher verlaufen, ist freilich mehr als fraglich, ob er überhaupt antreten kann. Allenfalls mit mehreren Tagen Verspätung, was angesichts der Größe und Klasse des Teilnehmerfeldes wenig Sinn machen würde.

Ein Ausfall des als Draufgänger bekannten Briten wäre für das Barcelona World Race bedauerlich. Denn er verfügt über das wohl potenteste Boot und mit seinem neuseeländischen Co-Skipper Andy Meiklejohn über einen Volvo-Ocean-Race-erprobten Mann an seiner Seite.

Womöglich war noch ein anderer Grund ausschlaggebend für die schnelle Operation als nur der Gedanke ans Rennen. Thomson wird im Januar Vater – der errechnete Stichtag ist der 4. Januar. Ein guter Grund, keine unnötigen Risiken einzugehen, selbst für einen Kerl wie ihn, dessen Ehrgeiz und Sportsgeist sonst kein Halten kennt.


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Themen: Alex ThomsonBarcelona World RaceHugo Boss

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