America's Cup
Ainslie geht den nächsten Schritt

Englands Segelsuperstar Ben Ainslie steht laut übereinstimmenden Berichten britischer Medien kurz vor der Präsentation seines Cup-Teams

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 13.05.2014

onEdition Ben Ainslie ist fest entschlossen: Der America's Cup soll endlich heimgeholt werden

Britische Medien berichten übereinstimmend, dass der viermalige Olympiasieger Ben Ainslie sein neues America's-Cup-Team bereits im Juni offiziell vorstellen will. Obwohl die Cup-Welt inzwischen immer ungeduldiger auf das längst überfällige Protokoll für den 35. America's Cup wartet und mangels der darin enthaltenen wichtigen Rahmendaten zur nächsten Cup-Auflage nicht optimal operieren kann, will Ainslie laut Insidern den Schritt in die Öffentlichkeit wagen. Dazu haben ihm offenbar Finanzspritzen privater Förderer verholfen.

"The Telegraph" meldet: "Während die potenziellen America's-Cup-Herausforderer auf die Bekanntgabe der Details für den 35. America's Cup warten, hat Sir Ben Ainslie die private Startfinanzierung für eine britische Kampagne gesichert, die im kommenden Monat vorgestellt werden soll." Doch auch die britischen Medien räumen ein, dass Ainslie die gleichen Probleme hat wie alle anderen in den Startblöcken ausharrenden Teams.

AC / G. Martin-Raget Da feierten Sie noch zusammen: Renstallbesitzer und America's-Cup-Sieger Larry Ellison mit seiner Afterguard Tom Slingsby (l.), James Spithill (2.v.l.) und Ben Ainslie (r.), der Ellison im 35. America's Cup mit seinem eigenen Team die Silberkanne abjagen will

Kein Team kann ohne Informationen zum Austragungsjahr (angedacht ist 2017), ein festgelegtes Format (wird schon die vorgeschaltete Weltsiere in die Ertung einfließen und womöglich über den späteren Herausforderer entscheiden?) und den ausgewählten Austragungsort (bleibt es San Francisco oder ziehen die amerikanischen Verteidiger um Rennstallbesitzer Larry Ellison einen Überraschungs-Veranstalter aus dem Hut?) sowie entscheidende Rahmendaten zu den neuen Booten (vorgesehen sind voraussichtlich 62-Fuß-Katamarane mit Flügelsegel und Foils) nicht vernünftig in die Sponsorenaquise gehen.

J.P. Morgan BAR/Lloyd Images In der Extreme Sailing Series übt sich Ainslie als Katamaran-Steuermann

Ainslies Wunschbudget liegt bei etwa 100 Millionen Pfund. Dafür soll der älteste britische Segeltraum wahr werden. Doch ohne ein gemeinsam von Verteidiger Oracle Team USA und Team Australia als "Challenger of Record" beschlossenes Protokoll kann Ainslie nicht seriös mit möglichen Partnern verhandeln. Das Protokoll sollte ursprünglich im März veröffentlicht werden, doch die Bekanntgabe verzögert sich nun immer weiter. Inzwischen ist nur noch von "später im Jahr" die Rede. Als einer der Diskussionspunkte gilt der Austragungsort. Neben Ellisons Hawaii-Insel Lanai und Favorit San Francisco sind offenbar immer noch Chicago, Newport und San Diego im Gespräch. Ob sie das vor allem aus taktischen Gründen sind, um San Francisco in Verhandlungen hinter den Kulissen Druck zu machen, ist noch unklar.

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Ainslie will im kommenden Monat – so oder so – sein voraussichtlich extrem national geprägtes Segelteam bekanntgeben. Als Finanziers im Hintergrund gelten unter anderen Sir Keith Mills, dessen Name für die Erfindung von Bonusmeilen in der Luftfahrt, die Tottenham Hotspurs und die erfolgreiche Londoner Olympiabewerbung steht, und Sir Charles Dunstone, der Mitbegründer der Telefonshop-Kette Carphone Warehouse. Nicht nur sie träumen davon, dass erstmals in der Geschichte des America's Cup seit seiner Premiere 1851 in britischen Gewässern um die Isle of Wight tatsächlich auch ein englisches Team die begehrteste Kanne des internationalen Segelsports gewinnen kann.


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Themen: America's CupBen AinslieOracle Team USASan FranciscoSir Keith Mills

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