America's Cup
Ärger mit dem Personal: Boot in Haft

US-Marshals haben zu Wochenbeginn einen Oracle-Katamaran an die Kette gelegt. Ex-Crewmitglied Spooner fordert nach Rausschmiss Kompensation

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 11.03.2015

OTUSA/Balasin Grenier Klagt gegen Oracle Racing Inc.: Ex-Teammitglied und Grinder Joe Spooner

"Wir befinden uns in einem Matchrace und führen an der ersten Marke." Mit dieser passenden Fachterminologie beschrieb Joe Spooners Anwältin Patricia Barlow den Status Quo der Klage ihres Mandanten gegen sein ehemaliges Oracle Team USA in einer E-Mail an die amerikanische Nachrichtenagentur AP. Im Kern der Klage geht es um Spooners Kündigung, die der neuseeländische Segelprofi nicht akzeptieren will. In einem ersten erfolgreichen Schritt ist es Spooners Anwältin nun gelungen, einen AC-45-Katamaran des Teams von US-Marshals an die Kette legen zu lassen. Den "Haftbefehl" dafür hatte ein Amtsgericht in San Francisco bereits am 6. März ausgestellt.

OTUSA Joe Spooner

Spooner war im 34. America's Cup vor San Francisco als Grinder erfolgreich für die Verteidiger im Einsatz. Ein Disput über die künftige Zahlung von Gehalt und Aufwandsentschädigung für das Umsiedeln von Spooners Familie nach Bermuda soll nach Spooners Angaben zu seiner Entlassung geführt haben. Dagegen wehrt sich der Cup-Segler nun mit einer saftigen Klage vor einem amerikanischen Bundesgerichtshof. Dabei geht es um eine Summe in einer Höhe von mindestens einer dreiviertel Million US-Dollar als Kompensation für die aus Klägersicht unrechtmäßige Kündigung.

Gestritten wird zwischen den Parteien darüber, ob Joe Spooner einen unbefristeten festen Arbeitsvertrag oder ein jederzeit fristlos aufkündbares Arbeitsverhältnis mit dem Oracle Team USA hatte. Die Argumentation der Anwältin gründet sich unter anderem darauf, dass Joe Spooner ein Visa erhalten habe, das nur Personen mit festem Arbeitsvertrag bekämen. Beklagte sind die Oracle Racing Inc. und der AC-45-Katamaran des Oracle Team USA mit der Rumpfnummer 4, nicht aber Rennstallbesitzer Larry Ellison direkt. Peter Rush, Sprecher für das Oracle Team USA, sagte in einem Statement gegenüber AP, dass "das Gericht die Haftstrafe hoffentlich aufheben wird".

Die vorläufige "Haftstrafe" für das Boot hatte am vergangenen Montag mit der Versiegelung diverser Container des Oracle Team USA in San Francisco durch die US-Marshals begonnen. Das Boot wird als sogenanntes "Pfandrecht" bis zu weiteren gerichtlichen Entscheidungen gesichert.

Spooner hatte im Alter von 40 Jahren ein letztes Mal gemeinsam mit den amerikanischen Cup-Verteidigern nach der Kanne greifen wollen. "Ich freue mich sehr darauf, meine Karriere mit diesem Team zu beenden", hatte er dem Online-Magazin "definingnz" vor einem Jahr gesagt. Dieser Traum ist inzwischen geplatzt. Ob Spooner zumindest seine Klage durchbringen kann, müssen nun die US-Gerichte entscheiden.

OTUSA/Balasz Gardi Mit dem schönen "Segelfliegen" ist es für den zur Zeit von US-Marshals "in Haft" genommenen AC-45-Katamaran einstweilen vorbei


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Themen: America's CupJoe SpoonerKlageOracle Team USA

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