Regatta-News
Achtbar geschlagen

Team Germany wird zum Abschluss des MedCups Fünfter und belegt diesen Platz auch zum Ende der Gesamtserie.

  • Carsten Kemmling
 • Publiziert am 22.09.2008

Martinez MedCup "Platoon" (l.) im Zweikampf mit Paul Cayard auf der spanischen "Desafio"

Vor dem Finaltag hatte sich die „Platoon“ von Skipper und Eigner Harm Müller-Spreer beim Audi MedCup eigentlich ausgezeichnet platziert. Nach einem schwachen Start in die Serie im portugiesischen Portimão und grandiosem Zwischenspurt fehlten nur sieben Punkte zum Sieg.

Und der letzte Tag begann gut mit dem zweiten Laufsieg in Folge. Das brachte Rang drei in der Zwischenwertung und nur noch fünf Punkte Abstand zum Sieg.

Mit Platz neun im siebten Rennen erfolgte zwar ein kleinen Rückschlag, aber die Konkurrenz patzte auch. Alles war noch drin. Das letzte Rennen musste entscheiden.

Aber dieser achte Lauf ging für das Team um Jochen Schümann daneben. Keine Lücke am Startschiff gefunden. Start aus der zweiten Reihe. Platz 12. Das langte zwar für einen achtbaren fünften Rang in Portugal wie auch in der Gesamtserie 2008. Aber es wäre mehr drin gewesen.

So spiegelt das Ende der Portugal-Regatta den Saisonverlauf für das deutsche Boot. Immer ordentlich dabei, einige echte Highlights, aber zum Schluss fehlt noch das letzte Quäntchen.

Bei den sechs MedCup Veranstaltungen erreichte „Platoon“ die Plätze 5/4/9/3/6/5. Eine konstante Serie. Ohne den Ausrutscher mit Platz 9 in Sardinien wäre der angestrebte dritte Gesamtrang durchaus möglich gewesen.

Insgesamt ersegelte die deutsche Mannschaft fünf Laufsiege und sieben zweite Plätze. Das zeigt, dass Potenzial für die absolute Spitze schon vorhanden ist. Material und Einstellung stimmen. Selbst nach einem schlechten Start in die Portugal-Serie gelang das Comeback mit Tagessiegen und zweiten Plätzen.

Deshalb zieht Jochen Schümann ein positives Saison-Resümee: "Wir sind eine neue Mannschaft und haben uns in diesem Klassefeld auf Anhieb behauptet. Gerade hier beim Finale in Portugal haben wir mit zwei Siegen bewiesen, dass wir vorn dabei sein können."

Tatsächlich hat das Platoon-Projekt viel Respekt für den deutschen Segelsport erarbeitet. Respekt, der besonders nach dem Auftreten beim vergangenen America´s Cup, verloren gegangen war.

Denn die Konkurrenz beim MedCup zählt nach wie vor zu dem Besten was der Profi-Segelsport zu bieten hat. So setzte sich nach insgesamt 53 Rennen "Quantum Racing" mit dem ehemaligen Taktiker von Team New Zealand Terry Hutchinson am Steuer durch.

Auf Platz zwei landete Hutchinsons ehemaliger Steuermann bei Team New Zealand Dean Barker, der die spanische „Bribon“ von König Juan Carlos steuerte.

Francesco Bruni, italienische Taktiker der drittplatzierten „Matador“ erklärt den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg beim MedCup: „Die Boote liegen mit ihrem Speed sehr eng beieinander. Es ist sehr gut für die Klasse, dass zwei Boote vom vergangenen Jahr auf den Plätzen zwei und drei liegen. Sie hätten auch gewinnen können.

‚Quantum&apos lag am Ende nicht deshalb vorn, weil es ein neues Boot ist und das schnellste in der Flotte wäre. Sie sind einfach sehr konstant gut gestartet. Immer aus der ersten Reihe.

Ihr Speed ist etwa so wie bei den ersten fünf Booten. Aber die Stärke lag an der Startlinie. Ich habe sie nie zu spät an der Linie gesehen.“

Ergebnisse


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Themen: Platoon

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