Regatta-News
„ABN Amro One“ übernimmt Führung im Volvo Ocean Race

„Movistar“-Schaden durch schwimmendes Objekt hervorgerufen

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 17.11.2005

M. Muina moviestar sailing „Movistar“ nach Kollision mit unbekanntem Objekt

Auf dem Weg in die Doldrums hat das favorisierte Team „ABN Amro One“ mit Skipper Mike Sanderson die Führung übernommen. Auf dem zweiten Rang segelt derzeit „Brasil 1“, gefolgt von „Ericsson Racing Team“.

Während sich die führenden Boote gen Süden bewegen, ist den Seglern der „Movistar“ im Hafen von Portimao/Portugal gestern klar geworden, warum ihre Kielaufhängung Schaden genommen hat. Als der Open 70 aus dem Wasser gehievt wurde, offenbarte sich den Betrachtern, dass sowohl Ruderblatt als auch das Seitenschwert auf der Backbordseite wie von einer Rasierklinge abgeschnitten worden waren. „Irgendetwas Hartes muss uns getroffen haben, etwas wie ein Container“, sagte Team-Manager Pedro Campos angesichts des Schadens.

Das Team dürfte damit in gewisser Hinsicht sogar erleichtert sein, deutet dies doch an, dass es schon einer Kollision bedurfte, um dem VO 70 derlei Schäden und letztlich auch einen Bruch an den Hydraulik-Fundamenten des Kiels beizubringen. Das Team stellt nun die gleichen Überlegungen an, wie sie Paul Cayard von der in Cascais festliegenden „Pirates of the Caribbean“ in den letzten zwei Tagen durchdachte: Das Schiff ausbessern, dann weitersegeln und noch einige Punkte auf dem Weg nach Kapstadt ergattern oder es sofort nach Südafrika verschicken und dort in Ruhe reparieren?

Cayard hat sich unterdessen für die zweite Variante entschieden. Er hat einen Lufttransport für den 25. November organisiert. Über die Probleme mit seinem Neigekiel war der Amerikaner so besorgt, dass er alle Konkurrenten, die mit einem ähnlichen Farr-Design-Boot wie er und seine Crew unterwegs sind, kontaktierte, um ihre Wahrnehmung bezüglich der Dichtungen über dem Kiel zu schärfen.

Beängstigend, wie Cayard beschreibt, als sein Crewmitglied Erle Williams die Box um den Kiel inspizieren wollte. „Es war wie ein Schnellkochtopf, der kurz vor der Explosion stand“, erklärte Cayard. Wenn die Box geplatzt wäre, ist sich der Skipper sicher, wäre die „Pirates of the Caribbean“ binnen weniger Minuten gesunken.

Nicht auszudenken, wenn solche strukturellen Probleme im Southern Ocean aufreten würden. Um diese Gefahr auszuschließen, werden wohl einige Ingenieure in Kapstadt während der vierwöchigen Etappenpause noch eine Menge Inspektions- und eventuell Reparaturarbeiten leisten müssen.

Zwischenstand:
1. ABN Amro One, 4805 Seemeilen bis zum Etappenziel nach Kapstadt
2. Brasil 1, 15 Seemeilen zum Führenden (SzF)
3. Ericsson Racing Team, 18 SzF
4. ABN Amro Two, 25 SzF
5. Sunergy and Friends, 575 SzF
6. Movistar, 1350 SzF
7. Pirates of the Caribbean, 1408 SzF


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Themen: RegattaVolvo Ocean Race

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