Neue Rekorde bleiben in Sicht: Geht der „Comanche“-Plan auf?
Die Transat-Schnellsten rauschen der Karibik entgegen

An der Reihenfolge der Top-Boote hat sich an Atlantik-Tag vier wenig geändert: „PowerPlay“ prescht voran, „Comanche“-Crew bleibt in Rekordlaune. AKTUALISIERT

  • Tatjana Pokorny
 • Publiziert am 11.01.2022
Die "Comanche"-Crew um Skipper Mitch Booth segelt weiter auf Rekordkurs Die "Comanche"-Crew um Skipper Mitch Booth segelt weiter auf Rekordkurs Die "Comanche"-Crew um Skipper Mitch Booth segelt weiter auf Rekordkurs

Shannon Falcone/Comanche Die "Comanche"-Crew um Skipper Mitch Booth segelt weiter auf Rekordkurs

Nun hat auch das bislang mit „weißer Weste“ davongekommene RORC Transatlantic Race seinen ersten Ausfall zu verzeichnen: Shahid Hamids Crew auf der Swan 58 „Omii“ hat sich vom Rennen abgemeldet. Wieder im Rennen dagegen ist Remy Gerins 65 Fuß lange klassische Slup „Faïaoahé“ vom mitveranstaltenden Yacht Club de France. Das Zweihand-Team hatte sein Rennen am Montag unterbrochen, um ein Problem mit dem Autopiloten im Rahmen des Reglements zu beheben. Das ist inzwischen gelungen und das ambitionierte Duo wieder im Rennen. Gleichzeitig zeigt der Tracker deutlich, dass die Crew auf der Gunboat 68 „Tosca“ offenbar mit einem technischen Problem zu ringen scheint. Das Team, dem auch Vendée-Globe-Star Alex Thomson bei seiner ersten Transatlantik-Passage im Team auf einem Mehrrumpfer angehört, ist in der Zwischenwertung nach gesegelter Zeit auf Platz 27 im Feld der verbliebenen 29 Boote zurückgefallen. Eine offizielle Begründung für diese Talfahrt gab es bislang nicht.

James Mitchell/RORC Der Blick auf die "Tosca"-Männer hinter dem Steuer der Gunboat 68: Skipper Ken Howery und Co-Pilot Alex Thomson. Sie hatten die etwas ruppigere Nordoption gewählt und haben dafür möglicherweise mit einem technischen Schaden bezahlt. Die Auflösung des Absturzes in der Zwischenwertung stand am Dienstagnachmittag noch aus…

James Mitchell/RORC Als erste Crew aus dem Transat ausgeschieden: Shahid Hamids Team auf der Swan 58

James Mitchell/RORC Nach der erfolgreichen Reparatur des Autopiloten wieder im Rennen: Remy Gerins „Faïaoahé“ vom mitveranstaltenden Yacht Club de France

James Mitchell/RORC Der top-favorisierte 100-Fuß-Maxi "Comanche" war schon kurz nach dem Start dem Einrumpffeld davongezogen

An der Spitze des Feldes blieb am Dienstag alles wie gewohnt: Die MOD70 „PowerPlay“ preschte mit um die 20 Knoten Speed voran, verfolgt von ihren beiden Mehrrumpf-Rivalinnen „Argo“ und „Maserati“. Der schnelle 100-Fuß-Maxi „Comanche“ hat zwar inzwischen rund 300 Seemeilen Rückstand auf die drittplatzierte „Maserati“, die Crew ihre Rekordpläne aber weiter fest im Visier. Navigator Will Oxley hatte das aktuelle Szenario schon am Vortag beschrieben und vermeldet: „Bei uns auf ‚Comanche‘ läuft es gut. Unsere Ziele sind eine sichere Passage und eine sichere Crew, die ‚Line Honors‘ und ein neuer Rekord. Wir hatten das Gefühl, diese Ziele erreichen zu können, ohne zu weit in den Norden vorstoßen und die Front in zu viel Wind und Welle passieren zu müssen. Wir hatten zuletzt etwas langsame zwölf Stunden, sollten aber durch das Ärgste durch sein.“ Am Morgen des vierten Tages auf See kam „Comanche“ mit 24 Knoten Geschwindigkeit sehr zügig voran. Aktualisierte Berechnungen bescheinigten der Crew beste Aussichten, den bestehenden Einrumpfrekord (10 Tage, 5 Stunden, 47 Minuten) für das RORC Transatlantic Race zu brechen. Am Morgen des 11. Januar lautete die Prognose für die zu erwartende Gesamtsegelzeit von „Comanche“: 8 Tage, 9 Stunden und 28 Minuten.

RORC Transatlantic 2018/Arthur Daniel Dieses Bild stammt vom RORC Transatlantic Race 2018. Sowohl "PowerPlay"-Eigner Peter Cunningham als auch "Maserati"-Motor Giovanni Soldini und ihre Crews sind jetzt wieder mit von der Transat-Partie. Aktuell hat Cunninghams Team auf dem führenden Boot im Kampf um die "Line Honors" und einen neuen Rennrekord die besseren Karten in der Hand

In der IRC-Gesamtwertung nach berechneter Zeit dagegen wechselt die Führung ständig. Am Dienstagmittag hatte hier David Colllins Botin-IRC-52 „Tala“ die Bugspitze knapp vor der IRC 56 „Black Pearl“ von Stefan Jentzsch und der französischen Ker 46 „Tonnere de Glen“ von Dominique Tian. Auf Platz vier lag Maximilian Klinks Botin 52 „Caro“, die zwischenzeitlich schon mehrmals geführt hatte.

Auffallend stark ist das kleinste Boot der Flotte nach IRC platziert: Die JPK 10.10 „Jangada“ lag mit ihrer Zweihand-Crew an Tag vier auf Platz fünf bei dieser transatlantischen Prüfung. Jens Lindners Volvo Open 70 „Hypr“ segelte dem Ziel Grenada auf IRC-Platz 13 entgegen. Das britisch-deutsche Trio mit Skipper Richard Tolkien, Neal Brewer und dem Berliner Frank Sturm behauptet sich nach gesegelter Zeit auf Platz 17, der in der IRC-Zwischenwertung Platz 20 wert ist. Hier geht es zum Tracker (bitte anklicken!).

AKTUALISIERUNG, 11. Januar, 23.20 Uhr: Am Abend gab es endlich ein Zeichen der "Tosca"-Crew, die das Rennen inzwischen aufgegeben hat. Ohne weitere Angaben von Gründen für das Ansteuern der Azoren hieß es in einer kurzen Nachricht lediglich: "All safe, returning to port." Bis zum späten Abend hatte das Boot vom Typ Gunboat 68 laut Tracking den Hafen von Ponta Delgado auf der Azoreninsel São Miguel erreicht. Co-Skipper sind Ken Howery und Alex Thomson. Schon am Dienstagnachmittag war der extreme Nordkurs der "Tosca" vielen Beobachtern aufgefallen (siehe oben). Weitere Informationen zu möglichen Problemen an Bord aber hatte es auch auf Anfrage bis zum späten Dienstagabend weder von der Crew noch von der Rennleitung gegeben.

James Mitchell/RORC Jens Lindners VO70 "Hypr" in voller Fahrt


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Themen: Transat

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