Alternative Decksbeläge

Welcher Decksbelag für wen? Alternativen zu Teak und Co

Echtes Teakholz ist teuer, pflegeintensiv und ökologisch umstritten. Können die Alternativen aus Kork, Kunststoff und Komposit dem Original Konkurrenz machen?

Felix Keßler, Kristina Müller am 01.11.2018
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Andrews, Klaus

Hell leuchtende, makellose Decks aus echtem Teakholz galten lange Zeit gewissermaßen als die Könige unter den Decksbelägen. Tatsächlich – das haben wir im ersten Teil des Teak-Spezials gezeigt – sprechen noch heute viele Gründe für die Verwendung des klassischen Materials. Andererseits: Auch geringere Kosten, weniger Pflegeaufwand, ökologisches Bewusstsein und eine dauerhafte gleichbleibende Farbe sind mögliche Wünsche von Eignern. Für sie hält ein wachsender Markt Materialien in Teak-Optik bereit. Optisch sollen die Decksbeläge aus Kunststoff, Kork, Komposit oder Hartschaum überwiegend das klassische Teak-Stabdeck nachempfinden, teils mit verblüffendem Erfolg.

Welche Alternativen es gibt

Fotostrecke: Die Alternativen zu echtem Teak im Überblick

Verschiedene Hersteller bieten Decksbeläge aus flexiblem Kunststoff an, auch synthetisches Teak genannt. Ob Flexiteek, Permateek, Dek-King oder Tek-Dek – die Produkte ähneln sich stark und werden nahezu auf dieselbe Weise verarbeitet. Fast alle gibt es in einer Version, in der die Decksleisten in Eigenarbeit miteinander verklebt und verlegt werden sowie in einer Profi-Variante für die werftseitige Installation.

Für Selbstbauer sind Leisten als Rollenware in unterschiedlichen Abmessungen erhältlich (Isiteek, Dek-King, Tek-Dek). Mithilfe von in den Stäben eingearbeiteter Nut und Feder werden sie mit einem PVC-Kleber miteinander verbunden, anhand einer Decksschablone auf Form gebracht und auf das Deck geklebt. Fugen sind optisch bereits in die Planken eingearbeitet. Spezielle Randleisten und breitere Stäbe ermöglichen das Zuschneiden von Laibungen oder Fisch für das Vorschiff. Auch Zubehör wie Scheuerleisten und Handläufe aus dem Kunst-Teak haben die Anbieter im Programm, außerdem die passenden Kleber, Schneidewerkzeuge und Decksroller. Mit 15 bis 20 Prozent Verschnitt muss beim Do-it-yourself-Deck gerechnet werden. 

"Wenn man die eigene Arbeitszeit für das Verlegen noch einkalkuliert, ist das auch nicht ganz günstig", erklärt Christian Ubben, der den Vertrieb der schwedischen Produkte Flexiteek und Isiteek in Deutschland leitet. Wer sich die Arbeit nicht machen möchte oder zwei linke Hände hat, wendet sich an eine Refit-Werft oder einen spezialisierten Verlegebetrieb. Hier stehen wiederum zwei Optionen zur Auswahl: Entweder man fertigt die Decksschablone selbst an, etwa aus festem Packpapier, und verklebt später den werftseitig angefertigten Decksbelag. Oder die Fachleute übernehmen das volle Programm, was jedoch mit einigen hundert Euro mehr pro Quadratmeter zu Buche schlägt.

Der große Unterschied zwischen der Selbstbau- und der Profi-Version: Bei Letzterer werden die einzelnen Leisten chemisch miteinander verschweißt anstatt verklebt. "So werden die Nähte absolut dicht, und kein Wasser kann eindringen", sagt Ubben. Bei gründlicher Vorgehensweise im Selbstbau sollte das aber ebenfalls nicht passieren. Gegenüber einem verschraubten und verfugten Teakdeck ist das ein großer Vorteil. Außerdem versprechen die Hersteller, dass der Kunststoff in Holzoptik pflegeleicht ist: Flecken ziehen nicht ins Material, das nach Erfahrungsberichten einiger Anwender auch die Behandlung mit einem Hochdruckreiniger aushält.

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Felix Keßler, Kristina Müller am 01.11.2018

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