Teakdeck-Pflege

So bleibt das Teakdeck lange fit

Teakholz ist gar nicht so pflegeintensiv wie oftmals angenommen. Für lange Freude am Edelbelag reicht meist das Beachten einiger simpler Tricks

Felix Keßler, Michael Rinck am 25.10.2018
HSC-5312583
YACHT/H. Schmidt

Besonders wichtig für den Erhalt des Teakdecks ist meist das, was man womöglich ein wenig vernachlässigt. Teak selbst ist zwar sehr witterungsbeständig, aber das nur, wenn die Nässe auch ungehindert abtrocknen kann. Staunässe unter einer Leinenwuhling oder, noch schlimmer, unter vermeintlich schiffigen Tauwerksschnecken setzt dem edlen Holz zu. Auch Dreck speichert Feuchtigkeit.

Weiterhin sollten Segler mit Blick auf das Wohl ihres Decks keinen Hochdruckreiniger auf die Holzstäbe richten. Der harte Wasserstrahl dringt tief in die Fasern ein und spült holzeigene Öle heraus. Das wirkt sich negativ auf die Lebensdauer aus. Ebenfalls nicht verwendet werden sollten aggressive Reinigungsmittel. Auch sie greifen die natürlichen Öle im Holz an. Wenn es nicht anders geht, ist Spüli-Wasser in Ordnung. Besser sollte das Teakdeck mit reinem Wasser und einem weichen Tuch oder einer weichen Bürste geputzt werden, und zwar quer zur Faser. Mit einer harten Bürste werden die weichen Holzfasern aus der Oberfläche gerieben, und es entstehen Rillen. In diesen wiederum bleibt Nässe stehen, und es bildet sich Bewuchs – ein Teufelskreis.

Besonders hartnäckige Verunreinigungen können auch mithilfe eines weichen Schleifpads weggerieben werden. In welche Richtung man arbeitet, ist Ansichtssache: Mit der Faser wischen ist nicht so gut für die weichen Fasern im Holz; es quer zur Faser zu tun birgt die Gefahr, die Flanken der Fugen stark zu beanspruchen.

Fotostrecke: Machen oder sein lassen? Was Sie bei der Pflege eines Teakdecks beachten sollten

Auch bei der Frage, ob das Teak eingeölt werden soll, streiten sich die Experten. Eigentlich, so das Argument der Ölgegner, hat das Teakholz schon von sich aus genug Öl, um gegen Umwelteinflüsse gewappnet zu sein. Es gibt aber auch Argumente für das nachträgliche Ölen: Ein neues Deck behält dadurch seine frische Farbe und wird nicht grau. Bei älteren Decks kann es auch nicht schaden, da hier holzeigene Öle schon weitestgehend ausgespült wurden. Segler, die sich für das Einölen entscheiden, müssen dann auch regelmäßig nacharbeiten, sonst kann das Deck fleckig und kratzig werden.

Für alle Teakdecks mit Verfärbungen durch Algen, Pilze und andere Mikroorganismen gibt es Boracol. Das Holzschutzmittel kann einmal im Frühjahr aufgetragen werden. Der Bewuchs wird dadurch vernichtet und wäscht sich in der Zeit nach der Behandlung langsam aus. Das Holz wird dann Schritt für Schritt heller.


Wird die Oberflächenstruktur des Teaks zu spröde, kann es sinnvoll sein, das Deck abzuschleifen. Das bringt den goldenen Schein wieder hervor und glättet die Oberfläche. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie im ersten Refit-Teil unseres Teakdeck-Spezials

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Felix Keßler, Michael Rinck am 25.10.2018

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