Seite 5: Versicherungen
Welche Schäden sind abgedeckt?

Beim Werkeln im Winterlager macht sich kaum jemand Gedanken über Arbeits- und Brandschutz. Worauf es ankommt, damit keine unnötigen Risiken entstehen

  • Pascal Schürmann
  • Felix Keßler
 • Publiziert am 16.10.2019
Opfer der Flammen: Bootswerft Janssen & Renkhoff heute Nachmittag Opfer der Flammen: Bootswerft Janssen & Renkhoff heute Nachmittag Opfer der Flammen: Bootswerft Janssen & Renkhoff heute Nachmittag

YACHT/D. Kerhahn Opfer der Flammen: Bootswerft Janssen & Renkhoff heute Nachmittag

Pantaenius Axel zu Putlitz-Lürmann

Die wichtigsten Fragen rund um Risiken im Winter­lager und zum optimalen Versicherungsschutz beantwortet
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YACHT: Welche Schäden treten im Winterlager am häufigsten auf?
Zu Putlitz-Lürmann: Im Freilager sind es Schäden infolge von Regen, Schnee und Sturm. Außerdem Einbruchdiebstahl sowie generell Transport- und Lagerungsschäden. In der Halle kommen Brandschäden hinzu.

Wer haftet für Schäden, die beim Kranen oder beim Transport einer Yacht zum Lagerplatz entstehen?
Der Kranbetreiber oder der Transporteur. Aber Achtung, eine Erstattung von Schäden erfolgt nur in Höhe der gesetzlichen Haftpflicht. Daher ist auch im Winterlager eine Kaskopolice angeraten. Nur dann bleibt man nicht auf Kosten sitzen, wenn etwa der Mast beim Kranen derart beschädigt wird, dass ein neuer angeschafft werden muss, der Haftpflichtversicherer des Kranbetreibers aber nur den Zeitwert des alten Mastes erstattet. Wenn überhaupt. Denn beim Kranen gibt es enge Erstattungsgrenzen, die sich nach dem Gewicht des Krangutes bemessen.

Und wer haftet, wenn in Eigenregie oder im Verein gekrant und transportiert wird?
Jeder Verein ist über den Landessportbund haftpflichtversichert. Aber nicht alle Sportbünde decken über ihre Versicherung auch das Kranen ab. Und wenn, dann wird im Schadensfall wieder nur der Zeitwert ersetzt. Wer selber krant und transportiert, ist auch selbst für Schäden verantwortlich, die dabei entstehen. Ob die dann von der eigenen Bootskasko abgedeckt sind, sollte man zuvor sorgfältig prüfen.

Kann man sich die Kaskoprämie im Winter nicht sparen? Gegen Schäden am Schiff müsste doch der Lagerbetreiber versichert sein, oder?
Abgesehen davon, dass viele Lagerbetreiber nur ihre Halle, aber nicht den Inhalt, sprich, die Schiffe versichert haben, ist ein anderer Punkt von größerer Bedeutung: Die meisten Schäden entstehen durch Brände, und die gehen in der Regel von anderen Booten aus. Dann kommt es darauf an, ob der Schadensverursacher überhaupt versichert ist und auch, ob ihm ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Das gelingt selten. Falls doch, würde wieder nur der Zeitwert ersetzt. Einer dadurch im Zweifel entstehenden Deckungslücke kann man nur mithilfe einer eigenen Kaskoversicherung vorbeugen.

Ist das Rigg im Mastenlager mitversichert?
Ja.

Dieser Inhalt steht nicht mehr zur Verfügung.

Und die unter Deck verstaute Ausrüstung wie Segel, Polster, Ölzeug oder der Kartenplotter?
Die ist in der verschlossenen Kajüte ebenfalls versichert. Ob es Sinn macht, Ausrüstung an Bord zu lassen, ist eine andere Frage.

Gilt das auch für teures Werkzeug, wie Schleif­maschinen oder Industriestaubsauger, die eigens für die Arbeiten mit ins Winterlager gebracht werden und dort längere Zeit bleiben sollen?
Nein. Versicherungsschutz besteht allein für das Schiff, dessen Ausrüstung und Zubehör. Dazu gehört nur das, was zur Nutzung des Bootes erforderlich ist, also sich das ganze Jahr über üblicherweise an Bord befindet.

Und was ist mit Ausrüstung, die Eigner im Kel­ler oder in der Garage einlagern und die von dort ge­stohlen werden oder einem Brand zum Opfer fallen?
Eine gute Bootskaskopolice deckt auch solche Schäden.

Was müssen Segler tun, deren Schiffe im Freilager stehen, wenn sich ein schwerer Sturm ankündigt, um ihren Versicherungsschutz nicht zu gefährden?
In Fällen höherer Gewalt ist zunächst einmal das Schiff grundsätzlich versichert. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte allerdings jeder Eigner stets Maßnahmen ergreifen, die selbstverständlich sind, um einen drohenden Schaden abzuwehren oder zu mindern.

Und wie müssen Schiffe im Winterlager vor Ein­bruch und Diebstahl gesichert werden?
Versicherungsschutz besteht stets für alle Fälle, in denen sich Einbrecher gewaltsam Zugang zum Diebesgut verschaffen. Also etwa die Hallentüren oder die Bootsluken aufbrechen. Deshalb alle Luken, auch wenn sie zur Lüftung auf Spalt stehen, gegen komplettes Öffnen von außen sichern. Das Niedergangsluk abschließen. Und keine Ausrüstung an Deck, im Cockpit oder unter dem Schiff lagern. Zudem stets darauf achten, dass Türen und Tore zur Halle oder zum Freilager verschlossen sind.

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– Mitarbeit: Lasse Johannsen, Interview: Pascal Schürmann

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