Gennaker-Trimm

Serie Segeltrimm:In 6 Schritten zum optimalen Gennaker

Als Leichtwindtuch hat der Gennaker den Spinnaker bei Fahrtenseglern längst abgelöst. Mit ein paar Einstellungen lässt sich der Spaß mit ihm maximieren

Lars Bolle, Felix Keßler am 25.04.2019
EYOTY 16 Farr 280 Special Yacht 2015 BKo_016.jpg
EYOTY/B. Kolthof

Dafür, dass der Gennaker den Spinnaker auf Fahrtenyachten immer häufiger ersetzt, gibt es viele Gründe. Zum Beispiel die einfache Hand­habung. Spinnakerbaum, Toppnant, Niederholer – selbst auf den Barberholer kann verzichtet werden. Es sind nur zwei Schoten zu bedienen. Auf sehr langen Kursen ohne abzusehende Halse ist sogar der Verzicht auf die Luvschot möglich.

Ein weiteres Pro des Gennakers ist der größer gewordene Einsatzbereich. Bei der Mischung aus Genua und Spinnaker, der die Wortschöpfung Gennaker entstammt, waren bei frühen Varianten vor allem tiefe Kurse bis knapp vor dem Wind problematisch; die Blase wurde beim Abfallen immer weiter vom Großsegel abgedeckt und verlor an Wirkung. Deshalb wurde eher dem Spinnaker der Vorzug gegeben, da er die bes­se­ren Allround-Eigenschaften hatte. Mit modernen Schnitten wird jetzt erreicht, dass der Gennaker nach Luv rotiert und sich so von selbst weitgehend aus der Abdeckung des Großsegels befreit.

Deshalb ist auf normalen Verdränger­yachten ein Gennakerbaum nicht nötig – es reicht, den Hals an einem Stummelspriet oder dem Ankerbeschlag anzuschlagen, er muss nur frei vom Vorstag bleiben. Sehr lange Gennakerbäume, wie sie vor allem bei Skiffjollen oder sportlicheren Yachten zu sehen sind, machen bei Fahrtenbooten wenig Sinn. Andererseits bringt ein Gennakerbaum das Tuch aus der Abdeckung des Groß­segels. Eine Verdrängeryacht kann jedoch nicht viel schneller segeln, als es ihre theoretische Rumpfgeschwindigkeit, die Länge ihrer Verdrängerwelle, zulässt. Ein größerer Gennaker hätte nur zur Folge, dass diese "Schallmauer" zwar etwas früher erreicht würde, aber nicht verschoben, dafür das Handling mit viel Tuch und frühem Druck deutlich schwieriger würde. 

Obwohl mit modernen Gennakern sehr tief gesegelt werden kann, empfiehlt sich bei wenig Wind eine spezielle Fahrtechnik: das Ausbaumen im Schmetterlingsmodus. Platt vor dem Laken wird der Gennaker mittels Spibaum möglichst weit querab zum Boot geholt. Da das Unterliek sehr lang ist, empfiehlt sich ein Teleskopbaum. Das Großsegel deckt so nicht mehr die Blase ab.


Wie Sie den Gennaker optimal trimmen und wie Sie Segelstellung und -profil verändern können, erfahren Sie auf den nächsten Seiten. Am Anfang steht eine Übersicht und Erklärung der Begriffe und Gennakerkomponenten.

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Lars Bolle, Felix Keßler am 25.04.2019

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