Testzusammenfassung

Rettungsschlaufen & Rettungsleinen

Felix Keßler, Hauke Schmidt am 22.03.2018

Das Test-Kurzfazit: Überzeugen konnte im Rettungskragen-Vergleich vor allem das Modell Swede Buoy von Baltic. Doch auch hier ist die Befestigung ist umständlich. Im Manöver lief die Leine gut aus, der Ring ließ sich sehr gut dirigieren. Bergen nur mit Liftgurt möglich. Mit 77 von 100 möglichen Punkten ist die Swede Buoy damit Testsieger. Hier geht es zu den ausführlichen Testergebnissen (inkl. Test von 10 Rettungsschlaufen und 3 Rettungsleinen).

Rettungsschlaufen

Mit der Möglichkeit, nach dem Heranziehen direkt zur Bergung überzugehen, wollen die Rettungsschlaufen punkten. Sie müssen ausreichend robust sein, eine schwere, erschöpfte, gar bewusstlose Person ohne dessen Mitwirken an Bord zu hieven. Dieser Kraftakt gelingt nur mit Unterstützung durch eine Bergetalje oder Winsch. In voller Montur und mit reichlich Wasser im Ölzeug wog der Proband locker 100 Kilogramm. Auf unserem Testschiff, einer Sun Odyssey 409 von 1. Klasse Yachten aus Flensburg, war glücklicherweise eine elektrische Fallwinsch vorhanden, weshalb wir ihn per Groß- beziehungsweise Spifall aus dem Wasser gezogen haben. 

Dazu muss allerdings improvisiert werden, denn keines der Systeme weist ein von Deck aus erreichbares Hievauge auf! Womöglich an der Schlinge vorhandene Anschlagspunkte oder die Bergeschlaufe der Rettungsweste sind schon bei relativ glattem Wasser von Bord aus kaum zu erreichen, wenn die Person mittschiffs neben der Yacht schwimmt. Auch muss die Schlaufenöffnung groß genug sein, denn für ein umständliches Öffnen ist keine Zeit.

MOB-Rettungsgerät_Marinepool

Mit der Mob-Line von Watski ist die Bergung zwar ungepolstert und unkomfortabel, aber sicher 

Das Kurzfazit zum Test: Durchweg gute Ergebnisse lieferte die Rettungsschlaufe Lifesling II von Westmarin. Das System ist einfach zu befestigen und auszulösen, liefert dabei gute Manövrierbarkeit. Der Kragen lässt sich gut anlegen und sitzt gut. Das Bergen funktionierte auch mit Rettungswesten hervorragend. Zudem besitzt die Lifesling II knappe 11 Dekanewton Auftrieb und erfüllt sowohl die Sicherheitsanforderungen der Isaf als auch die auf dem Bodensee geltenden Richtlinien. Doch das hat seinen Preis; mit 135€ UVP ist die Schlaufe fast drei Mal so teuer wie das ebenfalls gute Modell des estnischen Herstellers Lade Oy. 

Dessen System wird sowohl von A. W. Niemeyer als auch von Compass und Marinepool verkauft. Es kommt in einer soliden, gut schließenden Tasche und gewann den Test nach Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier geht es zu den ausführlichen Testergebnissen (inkl. Test von 5 Rettungskragen und 3 Rettungsleinen)

Rettungsleinen

Einfacher gestrickt sind im wahrsten Sinne Rettungsleinen. Am Schlaufenende wird sogar auf Polster verzichtet, die Komplettpakete wogen kaum zwei Kilo. Dafür sind sie sind tendenziell noch schneller abwerfbar, sodass sich ein Kontakt auch ohne Kreisen ergeben kann. Was jedoch auch hier gilt: Zum Werfen hat man nur einen Versuch, da die Leine danach erst klariert und neu gepackt werden muss. Trifft man nicht, ist es günstiger, die Wurfleine einfach am Boot zu belegen und ein Kreismanöver zu fahren. Nachgeschleppt verhalten sich die getesteten Leinen wie Bergeschlaufen, womit sich ein sicherer Kontakt zum Verunglückten erreichen ließ. Da die leeren Leinenbeutel wie kleine Treibanker wirken, lassen sich die Wurfleinen mitunter besser manövrieren, und das Einkreisen gelingt rascher als mit mancher Schlaufe.

Allerdings liefern die Bergegurte der Wurfleinen kaum Auftrieb. Was in Verbindung mit einer Rettungsweste aber kein Nachteil sein muss, denn durch das fehlende Schaumpolster lässt sich der Gurt zum Teil einfacher anlegen. Lediglich die Sichtbarkeit der Schlaufe im Wasser ist schlechter als bei Systemen mit dicken signalfarbenen Polstern. 

Das Kurzfazit zum test: Alle Modelle erfüllen ihren Zweck, die Testergebnisse der drei Modelle fielen mit 74, 75 und 76/100 allesamt zufriedenstellend aus. Wer jedoch denkt, die minimalistischen Leinensysteme seien deutlich günstiger, irrt. Mit rund 160 Euro schlägt das Modell Seculift vom Hersteller Secumar bei Versandhändlern zu Buche, die Wurfleine des 

 Hier geht es zu den ausführlichen Testergebnissen (inkl. Test von 10 Rettungsschlaufen und 5 Rettungskragen)

Seite 5 / 5


Downloads


(für Print-Jahresabonnenten kostenlos)
Felix Keßler, Hauke Schmidt am 22.03.2018

Das könnte Sie auch interessieren


Fotostrecken

    ANZEIGE

    Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Downloads

Yachttests


Reise-Reportagen


Ausrüstung


Gebrauchtboottests


Neue Videos


Aktuelle Artikel bei YACHT online